Lebensqualität ist ein wesentliches Therapieziel für Patienten mit chronisch-myeloischer Leukämie (CML), die mit den aktuellen gezielten molekularen Therapien behandelt werden. Eine von der italienischen CML-Studiengruppe GIMEMA unter der Leitung von Dr. Fabio Efficace durchgeführte Untersuchung betrachtete nun Faktoren, die einen Einfluss auf die langfristige Lebensqualität von 422 mit Imatinib behandelte CML-Patienten hatten. Obwohl aktuelle Daten darauf hinweisen, dass sich das Überleben von CML-Patienten in vollständiger zytogenetischer Remission statistisch nicht wesentlich von dem der normalen Bevölkerung unterscheidet, existieren demnach Unterschiede in der Lebensqualität. Der Studie gemäß ist chronische Erschöpfung (Fatigue) der wichtigste Faktor, der die Lebensqualität von mit Imatinib behandelten Patienten begrenzt. Erschöpfung trat dabei nicht als einzelnes Symptom auf, sondern zeigte sich oft gleichzeitig mit Muskel-/Knochenschmerzen und Muskelkrämpfen. Die Steigerung der Aktivität, Physiotherapien und psychosoziale Interventionen wurden bereits früher empfohlen, um die krebsbezogene Fatigue bei Patienten in aktiver Behandlung zu reduzieren. Die vorliegenden Daten legen nahe, dass diese Massnahmen besonders für CML-Patienten unter Imatinib-Behandlung ratsam seien.
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat die Zulassung von Ponatinib (Handelsname Iclusig, früherer Laborname AP24534) empfohlen. Das Arzneimittel wird für CML-Patienten mit Resistenz oder Unverträglichkeit von Nilotinib und Dasatinib zugelassen, wenn ein Einsatz von Imatinib klinisch unangemessen erscheint, sowie für Patienten mit T315I-Mutation. Außerdem wird die Zulassung für Ph+ALL-Patienten mit Resistenz oder Unverträglichkeit von Dasatinib, für die Imatinib klinisch nicht angemessen erscheint, empfohlen. Für die Zulassung ist nun die Entscheidung der Europäischen Kommission erforderlich, die üblicherweise der Empfehlung des CHMP folgt, und wird für Sommer 2013 erwartet.
Quelle: ARIAD-Pressemitteilung vom 22.3.2013
Die Situation für nicht-kommerzielle, unabhängige klinische Studien in Europa hat sich in den letzten Jahren als Folge überbordender Bürokratie dramatisch verschlechtert, so die deutsche Gesellschaft für Hämatologie in einer heutigen Pressemitteilung. Und der Trend halte an: "Eine aktuelle Umfrage unter hämatologisch-onkologischen Studienzentren zeigt, dass jede dritte Einrichtung in Deutschland ihre Studienaktivitäten weiter zurückfahren möchte. Mit der geplanten EU-Verordnung über Klinische Arzneimittelprüfungen sollen Fehler vergangener Regulierungsrunden korrigiert werden. Die Fachgesellschaften für Hämatologie und Onkologie in Deutschland begrüßen das ausdrücklich. Mit medialer Stimmungsmache ist niemandem geholfen – am allerwenigsten den Patienten."
Die Universitätsklinik Charité teilt uns mit: "Seit 18.01.2013 steht an der Charité in Berlin eine Absetzstudie für Patienten mit CML unter Therapie mit Imatinib zur Verfügung. Der Titel der Studie lautet “Validation of Digital-PCR Analysis through Programmed Imatinib Interruption in PCR Negative Chronic Myeloid Leukemia Patients (ISAV)" ("Validierung von digitaler PCR-Analyse durch geplante Unterbrechung bei PCR-negativen Patienten mit Chronischer Myeloischer Leukämie"). Die wichtigsten Einschlusskriterien sind u.a. eine mindestens zweijährige Therapiedauer mit Imatinib sowie eine 18-monatige komplette molekulare Remission."
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