Die Therapie der chronischen myeloischen Leukämie (CML) hat sich in den letzten 7 Jahren grundlegend verändert. Die meisten Patienten, deren CML in chronischer Phase diagnostiziert werden, haben heute eine normale Lebenserwartung. Ein weiteres Therapieziel ist das Erreichen einer stabilen tiefen molekularen Reaktion (DMR) und die Einstellung der Medikation für eine behandlungsfreie Remission (TFR). Das Europäische Leukämienetz (ELN) hat erneut ein Expertengremium einberufen, um die Evidenz zur Erreichung dieser Ziele gegenüber den zuletzt im Jahr 2013 veröffentlichten Therapieempfehlungen kritisch zu bewerten und zu aktualisieren. Die aktualisierten Therapieempfehlungen des ELN sind nun am 3. März 2020 online veröffentlicht werden.
Als Erstlinienbehandlung sind Tyrosinkinase-Inhibitoren Imatinib (auch als Generikum), Dasatinib, Nilotinib und Bosutinib sind als Erstlinienbehandlung erhältlich. Generisches Imatinib ist die kostengünstigste Erstbehandlung in chronischer Phase. Bei der Therapie sollten verschiedene Kontraindikationen und Nebenwirkungen aller TKI in Betracht gezogen werden. Der Risikostatus des Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose sollte mit dem neuen EUTOS-Langzeitüberlebens-Score (ELTS) bewertet werden. Die Überwachung des Ansprechens sollte, wenn immer möglich, durch eine quantitative Polymerase-Kettenreaktion (qPCR) erfolgen. Ein Wechsel der Behandlung wird empfohlen, wenn die Unverträglichkeit nicht verbessert werden kann oder wenn molekulare Meilensteine nicht erreicht werden. Mehr als 10% BCR-ABL nach 3 Monaten weisen bei Bestätigung auf ein Versagen der Behandlung hin. Die allogene Transplantation stellt weiterhin eine therapeutische Option dar, insbesondere für die fortgeschrittene Phase der CML. Eine TKI-Behandlung sollte während der Schwangerschaft nicht durchgeführt werden. Ein Abbruch der Behandlung (TFR) kann bei Patienten mit dauerhafter tiefer molekularer Remission in Betracht gezogen werden mit dem Ziel, eine TFR zu erreichen.
Der Volltext-Artikel ist in englischer Sprache im Journal "Leukemia" hier verfügbar, eine inoffizielle deutsche Übersetzung hier bei uns. An einer patientenfreundlichen Zusammenfassung und einer deutschen Übersetzung arbeiten Leukämie-Online und das CML Advocates Network zur Zeit.
Da uns aufgrund der aktuellen öffentlichen Diskussion und der entsprechenden Maßnahmen regelmäßig Fragen zu SARS-Cov-2 bzw. COVID-19 im Zusammenhang mit CML erreichen, gibt dieser Artikel den aktuellen Erkenntnisstand (zum Stand 8. März) wieder. Die Informationen basieren auf einem Artikel von Dr. Michael Deininger (USA), Dr. François Guilhot (Frankreich), Dr. Jeroen Janssen (Niederlande), Dr. Tim Hughes (Australien), Dr. Jeffrey Lipton (Kanada), Dr. Franck Nicolini (Frankreich), Dr. Jerry Radich (USA), Dr. Delphine Rea (Frankreich), Dr. Giuseppe Saglio (Italien), Dr. Suzanne Saussele (Deutschland), Dr. Rick Silver (USA), Dr. Juan-Luis Steegmann (Spanien). Dies ist eine Übersetzung des zusammenfassenden Newsletters des CML Advocates Network.
Das Erreichen der Therapiefreien Remission (TFR) bleibt zur Zeit weiterhin das meistdiskutierte Thema zur CML. Am diesjährigen ASH-Kongress war die erste Session dem Thema TFR gewidmet. Ausserdem gab es viele Poster zu diesem Thema.
Insgesamt gibt es keine grossen Neuigkeiten im Bereich der TFR, aber die Forschung dazu wird weiterhin intensiv betrieben. Über all die verschiedenen Studien gesehen, muss etwa die Hälfte aller Patienten, die einen Absetzversuch nach Jahren tiefen molekularen Ansprechens (tiefer als MR4, BCR-ABL <0.01) wagen, die Behandlung wieder aufnehmen. Die wichtigsten offenen Fragen sind, wie sich die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Absetzen für jeden individuellen Patienten vorhersagen lässt, die Notwendigkeit einer lebenslangen PCR-Überwachung zur Diagnose potentieller später Rückfälle und ob ein zweiter Versuch nach einem Fehlschlag des ersten machbar und sicher ist.
Hier nun eine Zusammenfassung der bei ASH zum Thema Therapiestopp präsentierten Daten.
Seit 1997 werden hier Rehabilitationsmaßnahmen für bösartige Erkrankungen einschließlich den Bluterkrankungen wie CML und MPN durchgeführt. Die Klinik bietet neben der Nähe zu Weimar, Jena und Erfurt eine moderne und spezialisierte Rehabilitation bei CML insbesondere für hämatologische Erkrankungen.
Weitere Informationen sind dem Flyer hier hier zu entnehmen.

Anläßlich des Welt-CML-Tags am 22.09.2019 fand in der Sternenstadt Fulda das 10. Leukämie-Online-Patiententreffen statt. Die Zahlen 9 und 22 sind charakteristisch für die genetischen Veränderungen der Chromosomen 9 und 22, die für Chronische Myeloische Leukämie (CML) ursächlich sind. Am 22. September (22/9) bündeln Patientenorganisationen und Patienten rund um die Welt die Kräfte, um das Bewusstsein für die Herausforderungen mit einer chronischen Krebserkrankung wie der chronischen myeloischen Leukämie (CML), zu schärfen. Beim Treffen in Fulda informierten sich CML-Patienten aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz im Kongress- und Kulturzentrum in Fulda und nutzten die Gelegenheit, sich kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen.
Die Teilnehmer hatten auch die Möglichkeit, sich mit dem CML-Experten Prof. Andreas Hochhaus von der Uniklinik Jena über CML-Diagnostik, Therapieziele, Leitlinien, Studienergebnisse, Therapieoptionen und Diagnostik auszutauschen. Dr. Constanze Handmann aus dem Bereich der Onkologischen Trainings- und Bewegungstherapie (OTT) an der Uniklinik Köln informierte über Chronische Krebserkrankungen und Sport. Jan Geißler und Dr. Conny Borowczak berichteten über die Aktivitäten von Leukämie-Online und dem CML Advocates Network, die weltweiten Aktivitäten am Welt CML Tag 2019, die Ergebnissen der TFR-Umfrage, die Veröffentlichung der der CML-Diagnostikbroschüre, und die Aktivitäten des Elternvereins für Kinder mit CML. Dr. Andreas Willer von der Rehaklinik Am Kurpark, Bad Kissingen, berichtete über Rehabilitationsangebote für Patienten mit CML. Angeregte Diskussionen der anwesenden Patienten und Angehörigen mit den Referenten rundeten die
Die Präsentationen sind nach Klick auf "Weiterlesen" verfügbar.