von scratch » 31.01.2026, 09:08
Hi Bella,
ich werde heuer 44 und hatte 06/2006 die Diagnose. Bis Anfang letzten Jahres habe ich auch Imatinib genommen und wollte ungern wechseln. Nach all den Jahren war alles eingespielt und hatte etwas Angst vor der Umstellung.
Bisher wurde bei mir allerdings keine eingeschränkte Nierenfunktion festgestellt (wobei sich mir die Frage stellt, ob es durch die regelmäßigen Blutkontrollen und 3-jährigen Check-ups erkannt werden würde oder man es extra untersuchen müsste?). Das mit dem Herzstolpern kenne ich allerdings auch. Ich war deshalb auch schon beim Kardiologen. Er konnte es zwar nachvollziehen und sehen, sah es aber als unkritisch an.
Beim letzten Patiententreffen in München hab ich mich mit Prof.Dr.Hochhaus wegen meinen Werten unter Imatinib unterhalten (schwankte meist zwischen MMR und MR4) und er riet mir, auf Dasatinib zu wechseln, weil man anscheinend weiß, dass nach vielen Jahren die Nieren beeinträchtigt werden könnten und nur mit einem anderen Medikament die Werte für einen Absetzversuch erreicht werden könnten.
Hab das dann mit meiner Onkologin besprochen und wir machten dann den Schritt. Seit einem Jahr nehmen ich jetzt Dasatinib 5x80mg/Woche.
Und ganz ehrlich, aktuell würde ich nicht mehr auf Imatinib zurück wollen. Der erste Wert nach der Umstellung war etwas schlechter (aber das ist eine andere Geschichte und wohl durch die lange Transportzeit verursacht), aber danach die Werte waren alle besser (MR4,5) als ich es je unter Imatinib in den 19 Jahren geschafft habe. Dazu absolut keine Übelkeit mehr nach der Einnahme, keine Darmprobleme mehr, am Wochenende Therapiepause und insgesamt fühle ich mich fitter und belastbarer als unter Imatinib.
Als Nebenwirkungen hab ich hauptsächlich kleine Probleme mit der Haut (seitlich am Bauch so eine Art Ausschlag, den ich aber nur sehe und weder juckt noch brennt) und nachts hin und wieder kurz vorm Aufwachen Kopfschmerzen (die aber sofort weg sind, sobald ich aufgestanden bin).
Sprecht doch mal mit eurem Onkologen, ob bei deinem Mann nicht auch mal ein Wechseln versucht werden könnte oder ob andere gesundheitliche Beeinträchtigungen gegen das ein oder andere Medikament sprechen könnte. Wenn dein Mann schon länger bei MR5 ist, warum nicht gleich mal einen Absetzversuch wagen?
Prof. Dr. Hochhaus ist meines Erachtens auch ein Freund von lieber bei Beschwerden wechseln und sobald die Werte es zulassen, einen Absetzversuch starten.
Jede kontrollierte Therapiepause tut dem Körper gut und bei engmaschiger Kontrolle sollte auch die Wiederaufnahme der Therapie kein Nachteil sein.
Letztendlich muss natürlich euer behandelnde Onkologe mitmachen. Ich hatte das Glück, dass meine Onkologin sofort darauf einging, da sie auch Prof.Dr.Hochhaus kennt und sehr schätzt ("Wenn der Papst das so vorschlägt, dann kann ich schlecht was dagegen haben"). Notfalls hätte sie ihn auch persönlich kontaktiert, wenn die Werte nicht zufriedenstellend ausgefallen wären.
Vielleicht seid ihr ja nä. Wochenende beim Patiententreffen (ich kann diesmal leider zeitbedingt nicht dabei sein) und ihr habt die Möglichkeit, das Thema mit Prof.Dr.Hochhaus zu besprechen. Oder ihr macht mal direkt mit ihm einen Termin aus.
Aber einfach so mit Imatinib weitermachen würde ich persönlich nicht, wenn die Beeinträchtigungen zu groß werden und es inzwischen einige Alternativen zum ausprobieren gibt.
Zu Imatinib kann man notfalls dann auch wieder zurück wechseln, wenn es mit den anderen Medikamenten auch nicht besser oder sogar schlimmer werden sollte.
Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen, auch wenn meine Situation nicht komplett Deckungsgleich war.
Liebe Grüße
Andy
Hi Bella,
ich werde heuer 44 und hatte 06/2006 die Diagnose. Bis Anfang letzten Jahres habe ich auch Imatinib genommen und wollte ungern wechseln. Nach all den Jahren war alles eingespielt und hatte etwas Angst vor der Umstellung.
Bisher wurde bei mir allerdings keine eingeschränkte Nierenfunktion festgestellt (wobei sich mir die Frage stellt, ob es durch die regelmäßigen Blutkontrollen und 3-jährigen Check-ups erkannt werden würde oder man es extra untersuchen müsste?). Das mit dem Herzstolpern kenne ich allerdings auch. Ich war deshalb auch schon beim Kardiologen. Er konnte es zwar nachvollziehen und sehen, sah es aber als unkritisch an.
Beim letzten Patiententreffen in München hab ich mich mit Prof.Dr.Hochhaus wegen meinen Werten unter Imatinib unterhalten (schwankte meist zwischen MMR und MR4) und er riet mir, auf Dasatinib zu wechseln, weil man anscheinend weiß, dass nach vielen Jahren die Nieren beeinträchtigt werden könnten und nur mit einem anderen Medikament die Werte für einen Absetzversuch erreicht werden könnten.
Hab das dann mit meiner Onkologin besprochen und wir machten dann den Schritt. Seit einem Jahr nehmen ich jetzt Dasatinib 5x80mg/Woche.
Und ganz ehrlich, aktuell würde ich nicht mehr auf Imatinib zurück wollen. Der erste Wert nach der Umstellung war etwas schlechter (aber das ist eine andere Geschichte und wohl durch die lange Transportzeit verursacht), aber danach die Werte waren alle besser (MR4,5) als ich es je unter Imatinib in den 19 Jahren geschafft habe. Dazu absolut keine Übelkeit mehr nach der Einnahme, keine Darmprobleme mehr, am Wochenende Therapiepause und insgesamt fühle ich mich fitter und belastbarer als unter Imatinib.
Als Nebenwirkungen hab ich hauptsächlich kleine Probleme mit der Haut (seitlich am Bauch so eine Art Ausschlag, den ich aber nur sehe und weder juckt noch brennt) und nachts hin und wieder kurz vorm Aufwachen Kopfschmerzen (die aber sofort weg sind, sobald ich aufgestanden bin).
Sprecht doch mal mit eurem Onkologen, ob bei deinem Mann nicht auch mal ein Wechseln versucht werden könnte oder ob andere gesundheitliche Beeinträchtigungen gegen das ein oder andere Medikament sprechen könnte. Wenn dein Mann schon länger bei MR5 ist, warum nicht gleich mal einen Absetzversuch wagen?
Prof. Dr. Hochhaus ist meines Erachtens auch ein Freund von lieber bei Beschwerden wechseln und sobald die Werte es zulassen, einen Absetzversuch starten.
Jede kontrollierte Therapiepause tut dem Körper gut und bei engmaschiger Kontrolle sollte auch die Wiederaufnahme der Therapie kein Nachteil sein.
Letztendlich muss natürlich euer behandelnde Onkologe mitmachen. Ich hatte das Glück, dass meine Onkologin sofort darauf einging, da sie auch Prof.Dr.Hochhaus kennt und sehr schätzt ("Wenn der Papst das so vorschlägt, dann kann ich schlecht was dagegen haben"). Notfalls hätte sie ihn auch persönlich kontaktiert, wenn die Werte nicht zufriedenstellend ausgefallen wären.
Vielleicht seid ihr ja nä. Wochenende beim Patiententreffen (ich kann diesmal leider zeitbedingt nicht dabei sein) und ihr habt die Möglichkeit, das Thema mit Prof.Dr.Hochhaus zu besprechen. Oder ihr macht mal direkt mit ihm einen Termin aus.
Aber einfach so mit Imatinib weitermachen würde ich persönlich nicht, wenn die Beeinträchtigungen zu groß werden und es inzwischen einige Alternativen zum ausprobieren gibt.
Zu Imatinib kann man notfalls dann auch wieder zurück wechseln, wenn es mit den anderen Medikamenten auch nicht besser oder sogar schlimmer werden sollte.
Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen, auch wenn meine Situation nicht komplett Deckungsgleich war.
Liebe Grüße
Andy