von Linde » 01.07.2011, 12:49
Hallo Weishaupt,
klar ist es sauschwer mit Schmerzen, Krämpfen, im Rollstuhl sitzend und mehr Problemen "Sinn" im Restleben zu finden.
Und ich kann ansatzweise verstehen, was in Dir vorgeht und auch dass Du wütend auf das Schicksal, die Ärzte, die Krankheit, Deine Freunde und und und bist. Doch wem hilft das? Du scheinst Dich im Kreis zu drehen, die Schmerzen machen Dich fertig und mit Medikamenten versucht man Dir eine "Auszeit" aus Deinem Gedankenkarussell geben zu wollen... und Du willst eigentlich auf unbewußter Ebene keine Hilfe. Du willst reden und gleichzeitig hörst Du vielleicht gar nicht hin, was andere Dir sagen. Vielleicht beschwerst und nörgelst Du vor allem (was ich in Anbetracht Deiner Situation gut nachvollziehen kann). Versetze Dich in die Situation der anderen, wie würde es Dir (als Gesunder) mit einem Freund ergehen, der z.Zt. so drauf ist wie Du?
Und was ich echt nicht verstehe: Du beschwerst Dich, Dich selbst als Rollstuhlfahrer nicht umbringen zu können. Warum nicht? Warum hat es bislang nicht geklappt, "erfolgreich" Suizid zu begehen? Vielleicht willst Du tatsächlich noch leben, jede Minute noch mitnehmen, oder Du hast Angst vor dem Tod?
Ich selbst hatte schon einige Phasen in meinem Leben (ohne körperlich schwerwiegende Erkrankung), an denen ich an Suizid dachte, mir "sicher tödliche" Techniken überlegte und nachrecherchierte. Fazit: Ich lebe noch, habe es nicht getan, weil mir der Mut fehlte, es wirklich durchzuziehen und weil ich zu meiner Überzeugung gekommen bin, daß ich selbst nicht das "Recht" habe, mich aus dem Leben zu stehlen. Dieses Leben wurde mir von meinen Eltern geschenkt, von Gott geschenkt. -ohne Umtauschrecht - ohne Gewährleistung- ohne Garantien. Für mich ist das so.
Keine Ahnung ob das so o.k. ist. Keine Ahnung ob ich bei dieser Überzeugung bleibe. Jedenfalls habe ich mich - wiederholt - für das Leben entschieden.... und schwupps wurde die Diagnose CML gestellt. Also war diese Todessehnsucht wohl sehr intensiv und "somatisierte" sich im Körper.
In diesen verzweifelt, einsamen, sinnlosen Momenten erinnerte ich mich daran, dass ich während einer heftigen allergischen Reaktion mit beginnender Schocksymptomatik, Asthma, Quincke-Ödem mit meinem Leben innerlich abschloss und es wäre für mich o.k. gewesen zu sterben und kurz danach kam in mir eine gewaltige innere Auflehnung hoch: Ich will noch leben! Und es stellte sich Freude am Leben ein. Das ging alles in Bruchteilen von Sekunden, doch dieser Überlebensdrang war sehr intensiv. Und daran denke ich in dunklen Phasen und ich weiß, tief in mir gibt es "etwas", dass leben will.
Ich wünsche Dir von Herzen die Lösung aus Deinen psychischen Schwierigkeiten und schmerzfreie Phasen!
Linde
Hallo Weishaupt,
klar ist es sauschwer mit Schmerzen, Krämpfen, im Rollstuhl sitzend und mehr Problemen "Sinn" im Restleben zu finden.
Und ich kann ansatzweise verstehen, was in Dir vorgeht und auch dass Du wütend auf das Schicksal, die Ärzte, die Krankheit, Deine Freunde und und und bist. Doch wem hilft das? Du scheinst Dich im Kreis zu drehen, die Schmerzen machen Dich fertig und mit Medikamenten versucht man Dir eine "Auszeit" aus Deinem Gedankenkarussell geben zu wollen... und Du willst eigentlich auf unbewußter Ebene keine Hilfe. Du willst reden und gleichzeitig hörst Du vielleicht gar nicht hin, was andere Dir sagen. Vielleicht beschwerst und nörgelst Du vor allem (was ich in Anbetracht Deiner Situation gut nachvollziehen kann). Versetze Dich in die Situation der anderen, wie würde es Dir (als Gesunder) mit einem Freund ergehen, der z.Zt. so drauf ist wie Du?
Und was ich echt nicht verstehe: Du beschwerst Dich, Dich selbst als Rollstuhlfahrer nicht umbringen zu können. Warum nicht? Warum hat es bislang nicht geklappt, "erfolgreich" Suizid zu begehen? Vielleicht willst Du tatsächlich noch [b]leben[/b], jede Minute noch mitnehmen, oder Du hast Angst vor dem Tod?
Ich selbst hatte schon einige Phasen in meinem Leben (ohne körperlich schwerwiegende Erkrankung), an denen ich an Suizid dachte, mir "sicher tödliche" Techniken überlegte und nachrecherchierte. Fazit: Ich lebe noch, habe es nicht getan, weil mir der Mut fehlte, es wirklich durchzuziehen und weil ich zu [i]meiner [/i]Überzeugung gekommen bin, daß ich selbst nicht das "Recht" habe, mich aus dem Leben zu stehlen. Dieses Leben wurde mir von meinen Eltern geschenkt, von Gott geschenkt. -ohne Umtauschrecht - ohne Gewährleistung- ohne Garantien. Für mich ist das so.
Keine Ahnung ob das so o.k. ist. Keine Ahnung ob ich bei dieser Überzeugung bleibe. Jedenfalls habe ich mich - wiederholt - für das Leben entschieden.... und schwupps wurde die Diagnose CML gestellt. Also war diese Todessehnsucht wohl sehr intensiv und "somatisierte" sich im Körper.
In diesen verzweifelt, einsamen, sinnlosen Momenten erinnerte ich mich daran, dass ich während einer heftigen allergischen Reaktion mit beginnender Schocksymptomatik, Asthma, Quincke-Ödem mit meinem Leben innerlich abschloss und es wäre für mich o.k. gewesen zu sterben und kurz danach kam in mir eine gewaltige innere Auflehnung hoch: Ich will noch leben! Und es stellte sich Freude am Leben ein. Das ging alles in Bruchteilen von Sekunden, doch dieser Überlebensdrang war sehr intensiv. Und daran denke ich in dunklen Phasen und ich weiß, tief in mir gibt es "etwas", dass leben will.
Ich wünsche Dir von Herzen die Lösung aus Deinen psychischen Schwierigkeiten und schmerzfreie Phasen!
Linde