Willkommen bei Leukämie-Online!

Leukämie-Online ist eine unabhängige, deutschsprachige Wissens- und Kommunikationsplattform zum Thema Leukämie. Diese wird von Leukämiepatienten betrieben und ist gemeinnützig. Das Angebot fördert aktive, informierte und selbstbestimmte Patienten durch umfangreiche Informationen über Neuigkeiten und Hintergründe zur Forschung und Behandlung von Leukämien. Interaktive Foren ermöglichen zudem den direkten Erfahrungsaustausch. 

SafePolyMed Graphic

Mit em EU-Projekt SafePolyMed hat sich ein internationales Forschungsteam zum Ziel gesetzt, Ärzt:innen und Apotheker:innen neue Instrumente an die Hand geben, um die Sicherheit der Arzneimittelbehandlung zu erhöhen und Patient:innen darüber zu informieren, wie sie ihre Gesundheitsversorgung aktiv und auf Augenhöhe mit den Behandelnden gestalten können. Auch unser Verein LeukaNET e.V. ist offizieller Partner des Projekts. 

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) sind eine große Belastung für das Gesundheits- und Wirtschaftssystem. Allein in Europa sind nach einer Einschätzung der Europäischen Kommission etwa 197 000 Todesfälle pro Jahr darauf zurückzuführen. Die regelmäßige gleichzeitige Einnahme von fünf oder mehr Medikamenten (Polypharmazie), das gleichzeitige Vorliegen von zwei oder mehr Langzeiterkrankungen (Komorbiditäten) und die genetische Vielfalt wirken sich stark auf die Wirksamkeit von Arzneimitteln aus und erhöhen folglich die Häufigkeit und den Schweregrad von Nebenwirkungen. Obwohl Arzneimittel-Wirkstoff-Wechselwirkungen (DDI) und Arzneimittel-Gen-Wechselwirkungen (DGI) eng miteinander verknüpft sind, werden sie in der klinischen Praxis immer noch als getrennte Einheiten betrachtet. Daher ist ein ganzheitlicherer Ansatz erforderlich, der die einzelnen Krankheitszustände und die Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Genen (DDGI) berücksichtigt. 

Das neue Forschungsprojekt SafePolyMed - Improving Safety in Polymedication by Managing Drug-Drug-Gene Interactions setzt sich zum Ziel, innovative Instrumente zu entwickeln, um diese DDGIs für Ärzte und einzelne Patient:innen zu definieren, zu bewerten und zu managen und dabei die Aufklärung und das selbstbestimmte Handeln auf Augenhöhe von Patient:innen zu fördern. Das Projekt – unter Beteiligung von elf Partnereinrichtungen aus ganz Europa – wird mit insgesamt 5,6 Mio. Euro aus dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizon Europe gefördert.

Entwicklung eines Risikosystems für eine verbesserte ADR-Risikobewertung

Derzeit fehlen noch eindeutige Merkmale und verlässliche Maßnahmen zur genauen Bewertung des individuellen Risikos eines Patienten für eine unerwünschte Arzneimittelwirkung. Hier setzt SafePolyMed an: In den nächsten dreieinhalb Jahren plant das multidisziplinäre Forschungsteam, ein robustes und klar definiertes Risikosystem entwickeln, das Ärzte und Apotheker bei der Bewertung des individuellen Risikos von Patienten für unerwünschte Arzneimittelwirkungen unterstützt und ihnen bei der Entscheidungsfindung hilft. Aufgrund der hohen Komplexität der Bewertung von DDGI-Szenarien für verschiedene Patientengruppen ist die Erstellung dieser Leitlinien eine große Herausforderung und erfordert einen Ansatz, der verschiedene Werkzeuge, Technologien und Perspektiven kombiniert.

"Im Rahmen von SafePolyMed werden wir Techniken des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz (KI) einsetzen, um große reale Datensätze zu analysieren, die genomische Informationen, demografische Daten, aktuelle und chronische Gesundheitszustände sowie medikamentenbezogene Details einzelner Patienten erfassen und integrieren, um ein besseres Verständnis des Risikos einzelner Patienten für schlechte Behandlungsergebnisse zu erlangen und personalisiertere Therapieentscheidungen zu treffen", legt Projektkoordinator Thorsten Lehr, Professor für Klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes, dar. "Außerdem ist die Arzneimittelsicherheit stark mit dem Dosierungsschema verbunden. Daher werden wir unsere Analysen mit mechanistischen mathematischen Modellen ergänzen, um komplexe Arzneimittelinteraktionen besser beurteilen und eine auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Dosisanpassung berechnen zu können."

Um diese Dosisempfehlungen für die Leistungserbringer des Gesundheitswesens zugänglicher und für ihre tägliche Routine attraktiver zu machen, wird SafePolyMed den Prototyp eines benutzerfreundlichen, webbasierten Systems zur Unterstützung klinischer Entscheidungen entwickeln. Der Nutzen aller im Rahmen des Projekts entwickelten Instrumente und Anwendungen wird in einer länderübergreifenden Proof-of-Principle-Studie validiert werden. 

Förderung der aktiven Patientenbeteiligung für die künftige Arzneimittelsicherheit und das Gesundheitsmanagement

Neben der klinischen Perspektive ist die aktive Einbindung der Patient:innen eine weitere wichtige Säule, sagt Prof. Lehr: »Eine systematische Dokumentation des von den Patienten selbst wahrgenommenen Gesundheitszustands mittels spezifischer Fragebögen, so genannter Patient-reported Outcome Measures (PROMs), kann helfen, Probleme im Zusammenhang mit unerwünschten Arzneimittelwirkungen frühzeitig zu erkennen. Daher werden wir PROMs für die Bewertung der Sicherheit in der Arzneimitteltherapie, insbesondere von Nebenwirkungen, für verschiedene Patientengruppen entwickeln."

Zudem wird das SafePolyMed-Team dazu beitragen, nachhaltige Infrastrukturen zur Patientenbeteiligung und den Austausch mit Patientenorganisationen zu schaffen, sodass diese eine aktivere Rolle bei ihrer Thearapie einnehmen können. Über die Integration verschiedener nationaler Anwendungen und Module wird außerdem ein innerhalb der europäischen Gesundheitssysteme interoperables Zentrum für das Arzneimittelmanagement eingerichtet, das Patient:innen einen einfacheren und standardisierten Zugang zu gesundheitsbezogenen Informationen ermöglicht. Dieses Zentraum wird darüber hinaus in enger Zusammenarbeit mit europäischen Patientenorganisationen unter anderem Schulungen anbieten.

SafePolyMed auf einen Blick

Start: 1. Juni 2022
Laufzeit: 42 Monate
Budget: 5,6 Mio €
Koordinator: Universität des Saarlandes
Website: www.safepolymed.eu
Soziale Medien: LinkedIn l Twitter

 
 
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