FCR oder V+O?

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Idur
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Re: FCR oder V+O?

Beitrag von Idur » 05.11.2020, 16:50

Das wusste ich nicht ich ging immer davon aus das Venetoclax lediglich die befallenen B Zellen angreift. Danke für die Info Thomas grüssle Idur

Thomas55
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Re: FCR oder V+O?

Beitrag von Thomas55 » 03.11.2020, 19:41

Idur hat geschrieben:
03.11.2020, 18:39
Hallo zusammen. Wollte euch mitteilen das München seid ca 1 Jahr V in Mono Therapie für Erstlienientherapien macht und das mit guten erfolgen da bei dieser Therapie kein CD 20 ins Spiel gebracht wird sollte das Immunsystem nicht angegriffen werden was ja bis heute für uns als CLL Patienten ein Riesen Problem ist .Grüße idur
....leider ist dem nicht so. Ich hatte ja über 4 Monate Venetoclax als Monotherapie. Die wichtigen neutrophilen Granulozyten, die vorher in Norm waren, wurden dabei ziemlich dezimiert, ebenso die Lymphozyten. Venetoclax kann nicht zwischen gesunden und kranken Lymphos unterscheiden. Wie alle mir bekannten Cll-Therapien belastet auch Venetoclax zusätzlich das Immunsystem.
Meine Vermutung ist eher, dass der CD 20 Antikörper etwas schonender mit dem Immunsystem ungeht. Ich habe Erfahrung mit dem alten CD 20 Antikörper Rituximab sowohl als Monotherapie wie auch als Kombi mit Bendamustin. Als Monotherapie wurden die Neutros nicht beeinträchtigt, in Kombination mit der Chemo allerdings ziemlich stark...

Ich warte ja nun schon drei Wochen auf das Ergebnis meiner letzten Beckenkammbiopsie an der Freiburger Uniklinik. Da müsste dann unter anderem sichtbar sein, ob Venetoclax seine Arbeit getan hat und das stark besiedelte Knochenmark bereinigt hat. Ich vermute das schon, allerdings haben wir die Therapie trotzdem abgebrochen, da das Problem der Thrombozytopenie nicht gelöst, sondern eher verstärkt wurde. Ich berichte ja an anderer Stelle darüber.

Gruß
Thomas

PS : Damit ich nicht mißverstanden werde : Venetoclax scheint sehr wirksam zu sein, aber das Immunsystem wird - hoffentlich verübergehend - mit belastet.

Idur
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Re: FCR oder V+O?

Beitrag von Idur » 03.11.2020, 18:39

Hallo zusammen. Wollte euch mitteilen das München seid ca 1 Jahr V in Mono Therapie für Erstlienientherapien macht und das mit guten erfolgen da bei dieser Therapie kein CD 20 ins Spiel gebracht wird sollte das Immunsystem nicht angegriffen werden was ja bis heute für uns als CLL Patienten ein Riesen Problem ist .Grüße idur

Schaefi
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Re: FCR oder V+O?

Beitrag von Schaefi » 30.10.2020, 09:38

Guten Morgen Ihr Lieben,

gestern waren wir zur Therapieplanung und zur Aufklärung im MVZ der UK Köln und die Entscheidung fiel sofort auf V+O. Die Hämatologin berichtete noch von der Lymphomkonferenz, die sich bei Fallvorstellung auch eindeutig für diese Variante aussprach. In zwei Wochen geht es los. Obi beginnt und die erste Portion wird auf 3 Durchläufe gesplittet, also im kurzen Abstand 3 mal gegeben, danach im Monatsrhythmus. Venetoclax kommt dann später nach den ersten drei gesplitteten Obi-Infusionen dazu und wird stufenweise hochgefahren.

LG!

Schaefi
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Re: FCR oder V+O?

Beitrag von Schaefi » 12.10.2020, 19:22

Danke Dir Thomas!

Für die Genanalyse wurde heute Blut abgezapft. Ende Oktober werden die Ergebnisse besprochen.
Ibrutinib ist meines Wissens (noch) nicht in Kombination mit Obinutuzumab zugelassen. Die Monotherapie damit möchte mein Partner wenn es geht vermeiden, da ihm eine zeitlich begrenzte Therapie mehr zusagt. Auch weiß ich nicht, ob das Ibrutinib als Monotherapie für IGHV-mutierte jüngere Patienten inzwischen zugelassen ist. Letztes Jahr war dem noch nicht so, als es um eine mögliche Therapie ging und diese Option unsererseits angesprochen wurde. Aber da war von V + O auch noch keine Rede.

Das Venetoclax würde bei der vorgeschlagenen Kombi langsam hochgefahren werden, wobei ich vergessen habe, ob es zusammen mit dem Obinutuzumab starten würde oder erst später.

In Bezug auf Corona kann ich mir vorstellen, dass Chemo ja allgemein als Risikofaktor gilt, ganz neben dem schwachen Immunsystem. Aber da werde ich nochmal nachfragen.

Liebe Grüße

Thomas55
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Re: FCR oder V+O?

Beitrag von Thomas55 » 12.10.2020, 16:32

Hallo Schaefi,
ein mutierter IGVH ist mit einer eher positiven Prognose verbunden. Ansonsten gilt es abzuwarten was die Hämatologin sagt. Für den Einsatz von Fludarabin ist eine Genanalyse nötig, ich vermute dass die vorliegt? Venetoclax gilt als eines der am stärksten wirksamen Mittel, muss deshalb auch sehr langsam und vorsichtig "eingeschlichen" werden, damit Leber und Nieren nicht zu schaden kommen (Zytokinsturm durch abgestorbene Zellen). Langfristige Erfahrungen müssen aber erst gesammelt werden. Man könnte auch die Taktik zuerst das etwas bekanntere und recht bewährte Ibrutinib zu nehmen und das stärker wirkende Venetoclax für später aufzuheben (nicht alles Pulver am Anfang verschießen). Warum wegen Covid die bessere Wahl Venetoclax mit Obinotuzumab ist, erschließt sich mir nicht, da die Therapie in Regel das Immunsystem durch eine Neutropenie in der Regel stark belastet. Übrigens ist zumindest bei mir unter Venetoclax auch der HB anfangs stark abgesunken.
Soweit meine nichtärztliche Laienmeinung. Ich wünsche Euch die richtige Entscheidung
Gruß Thomas

Schaefi
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FCR oder V+O?

Beitrag von Schaefi » 12.10.2020, 09:58

Ihr Lieben,

wie ich schon vor ein paar Tagen gepostet habe steht bei meinem Partner (55) bald die erste Therapie wegen schlechtem HB-Wert und niedriger Thrombos an. IGH-Status ist mutiert, sonst keine Risikomarker. Zur Wahl steht wie gesagt FCR oder V+O und mein wir tendieren zu letzterem deshalb, weil FCR eben das (zwar nicht hohe) Risiko von AML und MDS in sich birgt. Das Aufklärungsgespräch für die Therapie hat noch nicht stattgefunden, deswegen wissen wir noch nichts zu den langfristigen Risiken von V+O. Uns ist klar, dass V+O erst gerade zugelassen ist und die Erfahrungen aus den Studien auch noch nicht so alt sind, nichtsdestotrotz ist die Verlockung groß chemofrei zu bleiben. In Bezug auf Covid19 meinte die behandelnde Hämatologin auch, dass V+O in dieser Hinsicht wahrscheinlich die bessere Wahl wäre.
Hat jemand von Euch eine Meinung dazu?

Liebe Grüße!

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