Impfung gegen CLL

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Conzalles
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Re: Impfung gegen CLL

Beitrag von Conzalles » 08.11.2016, 07:50

Hallo zusammen,

die Impfung ist nur für Erst erkrankte an CLL
die vor einer Behandlung stehen. Die Behandlung
wird den Krankheitsbild angepaßt beim Onkologen oder Klinik durchgeführt. Die Impfung wird 12 mal in Tübingen durchgeführt, der behandelte Arzt muss das in Tübingen beantragen.
Ich habe leider eine Absage bekommen, weil ich nicht erst therapiert bin.
Aber eine Möglichkeit die CLL vielleicht wieder los zu werden.
Lg conzalles

Thomas55
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Re: Impfung gegen CLL

Beitrag von Thomas55 » 07.11.2016, 20:10

mmartins hat geschrieben: Wenn Du da Informationen aus nahezu erster Hand bekommst, bin ich da natürlich sehr daran interessiert. Ich werde meinen Hämatologen beim nächsten Mal auch darauf ansprechen, aber das ist erst im nächsten Jahr der Fall.
Ich habe heute meinen Hämatologen darauf angesprochen, er hatte auch entsprechende Schreiben auf seinem Tisch liegen, aber die Sache sei noch in einem so frühen, experimentellen Stadium, dass man noch nicht viel sagen kann. Er hält diese Impfungen für relativ ungefährlich, für mich empfiehlt er aber keine Teilnahme (Ich hätte ohnehin eine Studie in Phase 2 nicht mitgemacht) Im Gegensatz zur CarT Therapie werden aber wirklich nur Krebszellen (CD 19) vernichtet.

Gruß
Thomas


mmartins
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Re: Impfung gegen CLL

Beitrag von mmartins » 22.10.2016, 11:25

Hallo Thomas

diese umgewandelten T Zellen werden ja in der CAR-T Therapie genutzt und greifen in der Tat alle B Zellen an. Diese Impfung schien mir dann doch etwas neues zu sein und etwas anders zu funktionieren in dem nur die malignen Zellen angegriffen werden. Für mich war das in dieser Form neu.

Wenn Du da Informationen aus nahezu erster Hand bekommst, bin ich da natürlich sehr daran interessiert. Ich werde meinen Hämatologen beim nächsten Mal auch darauf ansprechen, aber das ist erst im nächsten Jahr der Fall.

Viele Grüße
Michael

Thomas55
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Re: Impfung gegen CLL

Beitrag von Thomas55 » 22.10.2016, 11:18

Hallo Michael,

Danke für die Info.

Mein Hämatologe der früher in Tübingen an dieser Geschichte auch schon arbeitete, hat mir schon vor Jahren versprochen : "nächstes Jahr impfe ich sie, und dann sind sie geheilt" seitdem sind einige Jahre vergangen.....
Es gibt seit ca. 2 Jahren Berichte über eine erfolgreiche Vakzinierung - ich müsste jetzt googeln, kann mir die ganzen Kurzbezeichnungen der Studien/Namen nicht auswendig merken. Es werden eigene T-Zellen entnommen, manipuliert so dass sie B-Zellen angreifen und vernichten. Das Hauptproblem dabei ist, dass die Patienten hinterher keine/kaum mehr B-Zellen haben, da nicht nur die kranken, sondern auch die gesunden zerstört werden. Ich habe den Hämatologen auf dem letzten Vortrag über ASH gefragt ob dieses Problem gelöst sei. Leider ist das noch nicht der Fall. Die so behandelten Patienten müssen nach jetzigen Stand dauernd Globuline substituieren.

Dein zitierter Bericht liest sich etwas anders, möglicherweise habe sie es nun doch geschafft einen Impfstoff ohne dieses Problem zu entwickeln, wäre ja toll. Ich habe in zwei Wochen wieder einen Termin bei meinem Hämatologen und da er sicherlich noch Verbindungen nach Tübingen hat kann er vermutlich dazu was sagen. Falls ich da neue Infos bekomme werde ich berichten.

Gruß
Thomas

mmartins
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Impfung gegen CLL

Beitrag von mmartins » 22.10.2016, 10:32

Hallo

diese Nachricht habe ich gestern. Den Text dazu habe ich mal raus kopiert. Hört sich sehr vielversprechend an. Gibt es jemanden, der an der Studie teilnimmt ?

Viele Grüße aus Hamburg
Michael

http://www.innovations-report.de/html/b ... probt.html

21.10.2016
Erstmals wird ein neuartiger Impfstoff gegen chronische Leukämie erprobt

Tübinger Mediziner starten Studie mit selbst entwickelter individualisierter Immuntherapie gegen Blutkrebs - Chronisch Lymphatische Leukämie ist eine Krebserkrankung des Blutes, die zwar meist langsam verläuft, jedoch bisher nicht heilbar ist. Jetzt hat am Tübinger Universitätsklinikum eine klinische Phase II Studie begonnen, die einen Impfstoff testet, mit dem Ziel, diese häufigste Leukämie bei Erwachsenen zu heilen. Die Idee dazu, Wirkstoff und Therapie wurden in Tübingen entwickelt und auch die Finanzierung wird von den Tübingern übernommen.

Erstmals untersuchen Ärzte und Wissenschaftler aus Tübingen die Möglichkeit, die Chronisch Lymphatische Leukämie (CLL) mit einer Impfung zu heilen. Dazu wird für jeden Patienten ein individualisierter, auf die speziellen Merkmale seiner Erkrankung zugeschnittener Impfstoff aus verschiedenen Peptiden zusammengestellt.

Er wird nach der Standardbehandlung, die in einer anderen Klinik oder Praxis erfolgen kann, verabreicht. Durch die Impfung sollen die körpereigenen Abwehrzellen aktiviert, eine Immunantwort gegen die Tumorpeptide ausgelöst und dadurch die verbliebenen Leukämiezellen zerstört werden.

Relevante Nebenwirkungen erwarten die Wissenschaftler keine, da der Impfstoff spezifisch für die Leukämiezellen „maßgeschneidert“ wird. Studien bei anderen Tumorerkrankungen haben gezeigt, dass die Vakzinierung in die Haut meist lediglich eine Rötung an der Impfstelle verursacht.

„In der klinischen Studie wollen wir prüfen, ob es gelingen kann, das Immunsystem des Patienten so gezielt gegen die Leukämie zu aktivieren, dass die Erkrankung geheilt wird und nicht zurückkehrt“, so Prof. Helmut Salih, Leiter der klinischen Prüfung.
Die innovative Phase II Studie zur Patienten-individualisierten Peptidvakzinierung von CLL-Patienten, die ganz ohne finanzielle Unterstützung der Pharmaindustrie auskommt, wurde in Tübingen konzipiert und der Impfstoff im eigenen GMP-Labor (Good Manufacturing Practice) des Uniklinikums produziert. Finanziert wird die Studie durch Förderprogramme der Medizinischen Fakultät und von der Abteilung Immunologie am Interfakultären Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen.

„Mit Unterstützung des Uniklinikums Tübingen und vom DKTK konnten wir diesen innovativen Immuntherapieansatz entwickeln“, freut sich Salih und fügt an: “Mit dieser Initiative wird das Feld der Medikamentenentwicklung wieder ein wenig mehr für die Akademie zurückerobert.“

Möglich war dies durch die enge Zusammenarbeit der Abteilungen Innere Medizin II am Universitätsklinikum Tübingen mit der Abteilung Immunologie am Interfakultären Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen sowie der Klinischen Kooperationseinheit Translationale Immunologie des DKFZ im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) am Partnerstandort Tübingen.

Informationen zur Studie
Die multizentrische Phase II Studie zur Patienten-individualisierten Peptidvakzinierung von CLL-Patienten wird an der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen, Abteilung Innere Medizin II sowie am Standort Stuttgart im Katharinenhospital, im Diakonie-Klinikum, im Marienhospital und im Robert-Bosch-Krankenhaus durchgeführt.
Teilnehmen können erwachsene Patienten, bei denen eine CLL diagnostiziert wurde und die eine Indikation für eine Behandlung haben. Die konventionelle Chemotherapie kann in einer Praxis oder einer Klinik am Wohnort des Patienten ausgewählt und durchgeführt werden. Vor der Therapie müssen die Patienten zu einer Untersuchung ihrer CLL-Zellen in eines der Studienzentren kommen. Dort wird dem Patienten Blut abgenommen. Seine Leukämiezellen werden auf ihre individuellen Antigene im Labor analysiert (HLA-Ligandomanalyse), um den individuellen Impfstoff zusammenzustellen. Danach erfolgt die gängige Erstlinientherapie nach Wahl durch den behandelnden Arzt, bei der die CLL-Zellen zurückgedrängt werden.

Acht bis 14 Wochen nach Abschluss der herkömmlichen Therapie, wenn eine weitgehende Zurückdrängung der Leukämiezellen erreicht ist, erhalten die Studienteilnehmer eine Reihe von Impfungen mit dem auf ihre Krebszellen individuell angepassten Peptidcocktail. Der Impfstoff besteht aus tumor-assoziierten Eiweißen. Sie sollen die Abwehrzellen, die so genannten T-Zellen des Patienten aktivieren, damit diese die verbliebenen Leukämiezellen zerstören, und so das sonst regelhafte Wiederauftreten der Erkrankung verhindern. Die Peptidvakzinierung wird ein Jahr lang einmal monatlich ambulant durchgeführt.

Ärzte können sich per E-Mail an oder Tel. 07071 29-83275 über mögliche Studienteilnahme ihrer Patienten informieren.

Publikation
HLA ligandome analysis identifies the underlying specificities of spontaneous antileukemia immune responses in chronic lymphocytic leukemia (CLL)
Daniel J. Kowalewski, Heiko Schuster, Linus Backert, Claudia Berlin,, Stefan Kahn, Lothar Kanz, Helmut R. Salih, Hans-Georg Rammensee, Stefan Stevanovic, Juliane Sarah Stickel, 2015, DOI10.1073/pnas.1416389112

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