Die Knochenmarkspenderdatei bittet Zuwanderer, sich registrieren zu lassen. Denn die Verträglichkeit von Spenden hängt mit der Herkunft der Spender zusammen. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) klagt über einen Mangel an Spendern unter den Einwanderern. "Es ist wichtig, dass sich auch Ausländer in Deutschland in Spenderdateien registrieren lassen", sagte DKMS-Geschäftsführerin Claudia Rutt. Denn die Verträglichkeit von Knochenmarkspenden hänge mit der Herkunft der Spender zusammen. Die DKMS mit der Zentrale in Tübingen sucht zurzeit nach Stammzellenspendern für zwei türkischstämmige Kinder in Berlin.

"Türken haben zum Beispiel Gewebemerkmale, die selten bei Deutschen vorkommen", sagte Rutt. Die Übertragung gesunder Stammzellen aus dem Knochenmark kann etwa bei Blutkrebs (Leukämie) Leben retten. Die Körperzellen jeder Menschen weisen für ihn typische Gewebemerkmale auf. Stimmen diese bei Spender und Patient nicht ausreichend überein, kann es zu schweren Immunreaktionen kommen.

"Die Gewebemerkmale erbt man von Vater und Mutter", erklärte Claudia Rutt. Deshalb hätten sie mit der jeweiligen Herkunft zu tun. An Ländergrenzen lasse sich beobachten, dass sich die Merkmale mischen. Ein Mensch mit Eltern aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt habe dagegen wenig Aussicht, passende Stammzellen zu finden. "Und das wird durch die globale Mobilität immer mehr ein Thema."

Ein Deutscher finde mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent in den deutschen Registern einen Spender. Eine Chance von weiteren fünf Prozent habe er im internationalen Verbund. Für Menschen ausländischer Herkunft stünden die Chancen in Deutschland schlechter. Von den bundesweit etwa 1,5 Millionen registrierten Spendern sind laut DKMS nur rund 30.000 türkischstämmig. Gleichzeitig stellten die Türken den größten Ausländeranteil in Deutschland, sagte Rutt. In der Türkei selber gebe es nur eine kleine Spenderdatei. Auch in Griechenland und Portugal seien nur wenige potenzielle Spender registriert. "Italien dagegen hat eine sehr gute Datei." 

Quelle: Bietigheimer Zeitung vom 08.02.2007
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