Die Rückkehr der CML ist der Hauptgrund für Therapieversagen nach Stammzelltransplantationen mit dosisreduzierter Konditionierung (sog. "Mini-Transplantation"). Die Infusion von Spenderlymphozyten (DLI) kann eine effektive Behandlung sein, ist aber mit schweren Graft-versus-Host-Reaktionen verbunden, wenn sie frühzeitig nach der Transplantation angewandt werden. Das Team um Dr. Olavarria am Hammersmith Hospital, London, hat in einer Untersuchung gezeigt, dass die Anwendung von Glivec das Auftreten von Rückällen verzögern und die Erforderlichkeit von Spenderlymphozyten nach hinten verschieben kann.

Eine dosisreduzierte Konditionierung bei Stammzelltransplantation ermöglicht die Reduktion der Belastungen der Therapie, sind jedoch mit einer höheren Rate von Graft-Versus-Host-Reaktionen und Rückfällen verbunden. Bei myeloischen Leukämien erleben etwa 70% der Patienten nach Transplantation mit dosisreduzierter Konditionierung einen Rückfall. Aus diesem Grund wird mit der nachfolgenden Gabe von Spenderlymphozyten der Transplantat-gegen-Leukämie-Effekt angeregt (GvL), der jedoch wiederum die gefährlichen Graft-versus-Host-Reaktionen verschärft. Eine neue Strategie könnte daher sein, nach der Transplantation für eine begrenzte Zeit gezielte Therapien wie Imatinib einzusetzen, um die Spenderlymphozytengabe bis zu einem Zeitpunkt herauszuzögern, zu dem diese besser vertragen würde.

Die Forschergruppe untersuchte 22 CML-Patienten, die mit dosisreduzierter Konditionierung transplantiert wurden. Bei diesen Patieten wurde mit Imatinib an Tag 35 nach Transplantation begonnen und für ein Jahr beibehalten. Imatinib wurde gut vertragen und beseitigte das Rückfallrisiko in dieser Zeit. Von 21 Patienten, die für 11 Monate Imatinib erhielten und dann stoppten, erlebten 15 einen Rückfall und erhielten Spenderlymphozyten. 10 dieser Patienten erreichten eine molekulare Remission nach Erhalt der Lymphozyten. Ein Patient verstarb 5 Monate nach Transplantation an Sepsis.

Die Autoren schließen, dass an eine dosisreduzierte Transplantation anschließende gezielte Therapie mit Tyrosinkinase-Hemmern erlaubt, das Rückfallsverhalten der Krankheit zu verändern. Dies stelle eine neue Strategie dar, mit dem das Ergebnis bei transplantierten Patienten mit CML und anderen Leukämien verbessert werden könne.

Quelle: Publikation in "Blood", online vorveröffentlicht am 19.09.2007: Post-transplant Imatinib as a Strategy to Postpone the Requirement for Immunotherapy in Patients undergoing Reduced Intensity Allografts for Chronic Myeloid Leukemia. Eduardo Olavarria et al, Department of Haematology, Imperial College, Hammersmith Hospital, London.

Übersetzung durch Jan, ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit
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