Einen "dramatischen Wandel" sieht der Onkologe Prof. Michael Hallek in der Krebsmedizin. Er fordert Mediziner in Kölner Krankenhäusern und Praxen auf, diese Herausforderung anzunehmen und im Interesse der Patienten stärker zusammenzuarbeiten. Angesichts der rasanten Weiterentwicklungen beispielsweise in der Molekularbiologie sei ein einzelner Mediziner kaum noch in der Lage, aktuelle Behandlungskonzepte für viele unterschiedliche Tumorerkrankungen präsent zu haben.

Ein Kompetenznetz sei dringend notwendig, das sei in Köln aber schwieriger zu knüpfen als in anderen Städten, bedauert der Direktor der Klinik I für internistische Medizin am Uniklinikum beim Blick auf die Beteiligung niedergelassener Kollegen am "Centrum für Integrierte Onkologie". Das CIO sieht eine umfassende Betreuung von Krebspatienten vor; niedergelassene Ärzte und Klinikmediziner sollen dabei ihre Kompetenzen gegenseitig ergänzen. Während die Kassenärztliche Vereinigung das CIO nachdrücklich unterstütze, gebe es bei Facharztgruppen wenig Zuspruch. Manche Mediziner überwiesen Krebspatienten einfach nicht ins CIO. "Die Patienten, die sich selbst informieren, kommen auch ohne Überweisung zum CIO - das Modell findet so großen Zuspruch, dass wir täglich etwa zehn Patienten abgeben müssen und auf eine Erweiterung um eine Station im Herbst hoffen", sagt der Klinikdirektor. "Aber die Patienten werden durch die Zurückhaltung bei der Zusammenarbeit verunsichert."

Statt sich um die Verteilung der Patienten zu sorgen, sollten Mediziner ihre Energie auf die bestmögliche Versorgung konzentrieren. Da gebe es in Köln durchaus Potenzial, verweist Hallek auf die deutlich bessere Situation als beispielsweise in München. Mit den Kollegen des neuen Tumorzentrums der städtischen Kliniken in Merheim will er rasch Kontakt aufnehmen, um Kräfte zu bündeln. Köln stehe bei der Erforschung und Therapie bestimmter Krebsarten schon an der Weltspitze. Das wolle er auch für andere solide Tumore erreichen, sagt Hallek. Große Hoffnungen setzt der Arzt und Forscher auf die Kölner Bewerbung für ein "Onkologisches Spitzenzentrum" bei der Deutschen Krebshilfe. Wenn Köln den Zuschlag bekomme, könnten bedeutsame Forschungsprojekte und Strukturmaßnahmen für eine deutlich verbesserte Versorgung für Tumorpatienten verwirklicht werden.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger vom 05.02.2007

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