Das National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE), das für den staatlichen Gesundheitsdienst (NHS) in England und Wales die Kosteneffektivität von Medikamenten prüft, hat erneut zwei Krebsmittel negativ beurteilt - unter anderem Glivec bei bei den Patienten mit nicht mehr resezierbaren GIST ein, so eine Meldung im Ärzteblatt.


Das National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE), das für den staatlichen Gesundheitsdienst (NHS) in England und Wales die Kosteneffektivität von Medikamenten prüft, hat erneut zwei Krebsmittel negativ beurteilt. Im Mai wurde der monoklonale Antikörper Ofatumumab (Handelsname Arzerra) von GlaxoSmithKline zur Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) zugelassen. Die Anwendung ist auf Patienten beschränkt, deren Erkrankung refraktär auf frühere Behandlungen mit Fludarabin und Alemtuzumab war.

In der für die Zulassung relevanten Studie hatte Ofatumumab die Überlebenszeit von 13,7 auf 15,4 Monate verlängert. Das progressionsfreie Überleben stieg von 5,7 auf 5,9 Monate.

Dies ist nach Berechnungen des NICE zu wenig, um die hohen Kosten der Medikamente zu rechtfertigen. Die NICE ermittelte 60.500 bis 81.500 Pfund für ein durch die Therapie gewonnenes zusätzliches Lebensjahr in guter Gesundheit (quality adjusted life year, QALY).

Auch eine hochdosierte Imatinib-Therapie von fortgeschrittenen gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) ist nach Berechnungen von NICE nicht immer kosteneffektiv. Imatinib wurde 2001 als Glivec® zunächst zur Behandlung der chronisch-myeloischen Leukämie (CML) zugelassen.

Später kam die Indikation GIST hinzu, für die NICE auch eine positive Empfehlung abgegeben hat. Sie beschränkt sich allerdings auf die Patienten, deren Tumore chirurgisch nicht mehr entfernt werden können. Sie können mit Imatinib behandelt werden.

Für die operierten Patienten hatte NICE kürzlich ein negatives Votum abgegeben: Die Kosten für den Einsatz im Rahmen einer adjuvanten Therapie stünden in einem ungünstigen Verhältnis zum Nutzen, hieß es. Jetzt schränkt die Behörde auch den Einsatz bei den Patienten mit nicht mehr resezierbaren GIST ein.

Eine niedrig dosierte Therapie hält NICE noch für angemessen. Ein Wechsel auf eine höhere Dosis von 400 mg/die oder 600 mg/die, die bei einem Versagen der niedrigen Dosis diskutiert wird, ist nach den Berechnungen des NICE nicht mehr kosteneffektiv. Dem NICE zufolge fallen bei der 400mg-Tagesdosis 19.500 Pfund pro QALY und in der 800mg-Tagesdosis 39.067 Pfund pro QALY an.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt vorm 16.09.2010

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