Die exakte Diagnose bei Lymphomen ist besonders wichtig, weil davon Therapie und Prognose abhängen. Das vor fünf Jahren gegründete Kompetenznetz Maligne Lymphome (KML) hat unter anderem einheitliche Diagnosemaßstäbe für Lymphompatienten und Qualitätsstandards für klinische Krebsstudien erarbeitet. Die Diagnose von malignen Lymphomen sei dadurch schneller, sicherer und genauer geworden.

Inzwischen beteiligen sich alle Lymphom-Studiengruppen an dem Netzwerk. "Neun von zehn Lymphom-Patienten kommen über das Kompetenznetz in klinischen Studien und sind nach einheitlichen Maßstäben diagnostiziert worden", sagte KML- Sprecher Professor Volker Diehl aus Köln bei einer Veranstaltung des KML in Wiesbaden.

Durch die telemedizinische Vernetzung der KML-Referenzpathologen sei die Diagnose von malignen Lymphomen schneller, sicherer und genauer geworden. "Eine exakte Histopathologie ist bei Lymphomen außerordentlich schwierig", sagte Diehl. "Von dem Befund hängt aber die Therapie und damit auch die Prognose der Patienten ab". Zum Diagnose-Standard gehöre heute die Referenzbegutachtung von Lymphknotengewebe, die von sechs ausgewählten Zentren angeboten wird.

Diehl wies auf die stetig wachsende Zahl von Krebspatienten mit Lymphomen hin. Sie liegt bei 22.000 Neuerkrankungen jährlich. Als Ursache für den Anstieg gelte etwa eine erhöhte Schadstoffbelastung und übermäßige Hygiene, die eine Anpassung des Immunsystems an seine Umweltbedingungen verhindern.

Quelle: Ärzte Zeitung vom 18.05.2004
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