Krebsforscher unter der Leitung von Ralf Bargou analysieren in einem neuen Forschungsprojekt an der Medizinischen Klinik II derJulius-Maximilians-Universität Würzburg derzeit die molekularen Mechanismen der Krebszellen. Ziel ist die Erforschung der Funktions- und Wirkungsweise der Krebszellen, um darauf aufbauend Ursachen für die Ausbreitung des Tumors verstehen zu können. Im Detail handelt es sich beim derzeitigen Stand der Erforschung um zwei identifizierte Krebsgene mit Namen "Ras" und "YB-1". 

Es wird vermutet, dass diese Gene wesentlich zum Wachstum der Tumorzellen beitragen. "Möglicherweise führt das gezielte Abschalten dieser Gene zum Absterben der Tumorzellen", so Bargou. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, so gäbe es Hoffnung für neue Therapieansätze.

Im Gespräch mit pressetext weist Bargou darauf hin, dass "zwar der genetische Code des ,Ras-Gens' entschlüsselt ist, dennoch weiß man noch nichts Genaueres über die Funktionsweise des Gens". Der Experte plädiert daher für die gezielte Erforschung weiterer Krebsgene. Anwendungsorientiert sieht er derzeit bedingte Therapiechancen für Betroffene. Das Unschädlichmachen nur eines bestimmten Krebsgens hält er indes für nicht ausreichend und Erfolg versprechend. Vielmehr läge die Zukunft der Krebsforschung in der therapeutischen Behandlung mehrerer Krebsgene auf einmal.

Tumorale Krebserkrankungen des blutbildenden Systems sind bislang weitestgehend unheilbar. Das Multiple Myelom ist eine solche Krebserkrankung, wobei Zellen des Immunsystems betroffen sind und dazu führen, dass so genannte Plasmazellen tumoral entarten. Betroffene Patienten leiden daher an Krebszellen im Knochenmark, wobei diese die normale Blutbildung massiv beeinträchtigen. Hinzu kommt die Zerstörung von Knochengewebe. Das Forschungsprojekt wird von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG)bis 2008 mit rund 120.000 Euro als Teil des Sonderforschungsbereiches "Transregio 17" gefördert. Hierbei kooperieren Krebsforscher der Universität Würzburg und der Universität Marburgbereits seit 2004 miteinander. Die beteiligten Wissenschaftler nehmen hierbei vor allem die wichtigsten Signalwege zur Kontrolle der Zellteilung von Krebszellen unter die Lupe.

Quelle: PTE-Meldung vom 25.10.2006

Anmerkung von Jan: Der RAS-Signalweg wird z.B. durch die bei CML in Erprobung befindlichen Farnesyltransferase-Inhibitoren (FTIs) gehemmt.
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