Überleben nach der Diagnose einer Erkrankung, die noch vor wenigen Jahrzehnten in fast allen Fällen zum baldigen Tod geführt hat - das hat Kölner Forschung in den vergangenen Jahren beispielsweise für Patienten mit Hodgkin-Lymphdrüsenkrebs möglich gemacht. Durch eine Serie klinischer Studien, die von Köln aus koordiniert wird, wurde die Qualität und Erfolgsrate der Chemotherapie speziell für diese Tumor-Erkrankung so weit verbessert, dass die Heilungsrate jetzt bei 90% liegt.

Diesen Erfolg nennt Ursula Paulus, Geschäftsführerin des Koordinierungszentrums klinische Studien Köln, als Beispiel für die exzellente und für Patienten unmittelbar hilfreiche Forschung am Uniklinikum Köln, die das Bundesforschungsministerium jetzt mit vier Millionen Euro fördern wird. Die Wissenschaftler in Köln sind stolz darauf, dass die Uniklinik als einer von bundesweit nur sechs Standorten den Zuschlag zur Einrichtung eines Zentrums für klinische Studien erhalten hat. Dieses Projekt haben die Kliniken der medizinischen Fakultät gemeinsam beantragt; sie können bis 2010 mit jährlich einer Million Euro vom Ministerium rechnen.

Die neue Förderung stärkt die Arbeit des bereits seit 2002 an der Uniklinik angesiedelten Koordinierungszentrums für klinische Studien Köln (KKSK). In einzelnen Klinikbereichen wie der Onkologie, Neurochirurgie und Infektiologie haben Wissenschaftler in Köln schon weltweit Therapiestandards gesetzt und in vielen Fällen die Leitungsfunktion bei international besetzten Studien übernommen. Das Erfolgskonzept wird von 2007 an in weiteren Kliniken umgesetzt.

"Die besten Ärzte zerbrechen sich die Köpfe, wie eine Behandlung durch weitere Forschung zu optimieren ist“, beschreibt Prof. Michael Hallek, Direktor der Klinik I für Innere Medizin, ein häufiges Problem aus dem Ärzte-Alltag. Die Umsetzung hoffnungsvoller Ideen drohe aber „am bürokratischen Drumherum und an Zeitmangel" zu scheitern. Das neue Zentrum für klinische Studien biete "allen Kliniken der Fakultät kompetente Hilfe bei der Studienplanung und Umsetzung an".

Dank der BMBF-Fördermittel können Ärzte und Studienassistenten für die Forschungsarbeit freigestellt und ausgebildet werden, schildert Privatdozent Oliver Cornely, der künftig klinischer Koordinator der Einrichtung ist. Mit der Qualität ihrer bisherigen Studien habe die Universität schon mehrere externe Förderer gewinnen können, verweist der Arzt auf eine von einer amerikanischen Firma unterstützte Vorbeugungsstudie für Pilzerkrankungen der Lunge, deren Ergebnisse zur Freude der ärztlichen Forscher auch für etliche Leukämiepatienten lebensrettend seien. 

Solche Erfolge überzeugen nach Cornelys Worten viele Patienten zur Teilnahme an Studien - auch wenn sie davon selbst nicht mehr profitieren, sondern zukünftig anderen Kranken helfen. Das Vertrauen der Patienten will das Koordinierungszentrum für klinische Studien sich durch transparente, hochwissenschaftliche Arbeit sichern: „Alle klinischen Studien sind streng geplant und bis ins Letzte ausgeklügelt“, versichert Prof. Walter Lehmacher, Direktor des Instituts für Medizinische Statistik.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger vom 21.12.2006
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