CML ist heute für den größten Teil der in chronischer Phase diagnostizierten Patienten mit den vorhandenen Medikamenten der ersten und zweiten Generation (Imatinib, Nilotinib und Dasatinib) sehr gut behandelbar. Trotzdem gibt es einen kleinen Teil Patienten, die in fortgeschrittenen Phasen oder mit multiresistenten Mutation wie z.B. der T315I diagnostiziert wurden. Auf ASH wurden nun ermutigende erste Daten einer Phase-I-Studie mit Ponatinib (Laborname AP24534), einem speziell zur Umgehung dieser Mutation entworfenen BCR-ABL-Hemmer, vorgestellt.

Dr. Jorge Cortes vom MD-Anderson-Krebszentrum stellte am 6. Dezember die Ponatinib-Daten vor. Insgesamt wurden 74 Patienten in die Studie aufgenommen, davon 60 mit CML (44 in chronischer Phase, 7 in akzelerierter Phase, 9 in Blastenkrise), 4 mit Ph-positiver ALL, 6 mit AML mit FLT3-Mutation, und weitere 4 Patienten mit Multiplem Myelom, MDS oder Myelofibrose.

Ziel dieser Phase-I-Studie ist die Untersuchung der Sicherheit bei verschiedenen Dosierungen sowie die Beobachtung der antileukämischen Aktivität des Medikaments. Etwa zwei Drittel der CML-Patienten wiesen bei Studienstart Mutationen auf, und nahezu alle zeigten vorher Therapieversagen mit Imatinib, Dasatinib und Nilotinib. 38% aller CML-Patienten hatten die multiresistente T315I-Mutation und 12% F317L.

Von den 32 Patienten mit CML in chronischer Phase erreichten 94% eine Normalisierung des Blutbilds, und 63% ein gutes zytogenetisches Ansprechen. Nahezu alle Patienten, die ein Ansprechen zeigten, sind auch nach 326 Tage durchschnittlicher Beobachtungsdauer noch in dieser Behandlung. Alle Patienten in chronischer Phase, die eine T315I-Mutation hatten, zeigten mindestens ein gutes zytogenetisches Ansprechen. Gutes molekulares Ansprechen wurde auch von Patienten mit M351T, F359C, F317L, M244V und G250E-Mutationen erreicht.

Von den 16 Patienten mit fortgeschrittener CML oder Blastenkrise sowie mit Ph-positiver ALL, erreichten 31% eine Normalisierung des Blutbilds, 19% ein gutes zytogenetisches Ansprechen.

"Diese Ergebnisse sind aufregend, weil es sehr schwierig ist, ein Ansprechen, speziell ein so gutes Ansprechen wie bei Ponatinib, bei hoch refraktären Patienten zu erreichen", sagte Jorge Cortes, Professor in der Abteilung für Hämatologie am MD Anderson Krebszentrum. "Auch wenn die Daten in einer größeren Studie bestätigt werden müssen, könnte Ponatinib der nächste Schritt dazu sein, die schwierigsten Mechanismen der CML-Resistenz zu überwinden oder gar zu vermeiden - und ultimativ eine Heilung für Ph-positive Leukämien zu errreichen".

Die Studie hat eine optimale Dosis von 45mg/Tag in oraler Gabe empfohlen. Eine Phase-2-Studie ist unter dem Namen "PACE" im September gestartet; erste Zentren in den größten Ländern Europas sollen noch im Dezember 2010 erste Patienten aufnehmen.

Quelle: Präsentation und Interview auf ASH 2010, 6. Dezember 2010, von Jan

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