Imatinib (Handelsname Glivec) ist die Standardtherapie für CML-Patienten geworden. Aus diesem Grund müssen bei diesen Patienten auch die Zusammenhänge einer dauerhaften Imatinib-Therapie, speziell auch die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, untersucht werden. Studien haben einige Wechselwirkungen aufgezeigt, die mit Imatinib in Verbindung gebracht werden. Daher ist eine sorgfältige Abwägung der Anwendung zusätzlicher Medikamente bei Patienten unter einer dauerhaften Imatinib-Therapie sehr wichtig.

Imatinib hemmt die BCR-ABL-Tyrosinkinase und unterbricht damit das Tumorwachstum, indem es die Vermehrung von BCR-ABL-Zellen unterdrückt und zum Zelltod dieser BCR-ABL-positiven Zellen führt. Das Medikament wird üblicherweise oral mit 400mg/Tag verabreicht. Die Dosis kann auf 600-800mg/Tag erhöht werden, wenn der Patient nicht anspricht oder wenn er sich in Blastenkrise befindet.

Grundsätzlich wird Imatinib gut vertragen, sogar von älteren Patienten. Die üblichsten Nebenwirkungen sind Ödeme, Muskelkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Imatinib wird in der Leber von der Zytochom-Enzymfamilie P450 (CYP450) mit CYP3A4 als primärem Umwandler abgebaut.

Es gibt einige andere Isozyme, unter anderem CYP1A2, CYP2D6, CYP2C9 und CYP2C19, die zu einem geringeren Maße beim Abbau von Imatinib eine Rolle spielen. Daher haben Inhibitoren, Inducers und Substrate von CYP3A4 ein Potential von Wechselwirkungen mit Imatinib

Auf Hem/Onc Today vom Februar 2006 sind potentielle Wechselwirkungen und deren empfohlene klinische Behandlung aufgeführt [nicht übersetzt].

Aufgrund vorheriger Chemotherapie oder immunsuppressiver Therapie nach einer Stammzelltransplantation könnten CML-Patienten immungeschwächt sein. Daher könnte eine Therapie mit pilzbekämpfenden Mitteln erforderlich sein, von denen manche die Imatinib-Konzentration im Blutplasma erhöhen können. 

Auch der Blutgerinnungshemmer Warfarin kann mit Imatinib interagieren, so dass die Gerinnungswerte aufmerksam beobachtet werden sollten. 

Auch die Wechselwirkung mit Paracetamol sollte beachtet werden. Imatinib könnte die Plasmakonzentration von gleichzeitig eingenommenem Acetaminophen (Paracetamol) erhöhen.

Darüber hinaus haben klinische Studien gezeigt, dass erhöhte Bilirubinwerte und Leber-Transaminasen bei 3%-6% der Studienteilnehmer auftraten. Eine gleichzeitige Anwendung von Paracetamol und Imatinib könnte das Risiko einer Lebertoxizität erhöhen. Es wurde kürzlich ein Einzelfallbericht einer Frau publiziert, die Imatinib über ein Jahr nahm und während über eine Dauer von zwei Tagen eine hohe Menge Alkohol und etwa 4 Gramm Paracetamol einnahm. Erhöhte Transaminasen und eine Leberpunktion deckten eine schwere Hepatitis auf. Die Imatinib-Anwendung wurde unterbrochen, worauf hin die Laborwerte der Patientin sich nach rund 90 Tagen wieder normalisierten.

Die Anwendung von Paracetamol sollte daher bei Patienten unter Imatinib-Therapie eingeschränkt werden. Die klinischen Richtlinien des US-Amerikanischen NCCN (National Comprehensive Cancer Network) empfehlen Ärzten, die Anwendung von Paracetamol bei Imatinib-Patienten auf nicht mehr als 1.300 mg/Tag zu beschränken.

[Übersetzung in Auszügen durch Jan, keine Gewähr für Richtigkeit oder Vollständigkeit.]

Quelle:
Hem/Onc Today Februar 2006: Clinical Features: Potential drug interactions with imatinib therapy identified, Cathryn A. Jennissen (englisch, kostenlose Registrierung erforderlich)

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