Täuscht mich mein Bauchgefühl?

Woran erkenne ich Leukämie? Wie verstehe ich Laborergebnisse und Arztberichte? Was bedeuten meine Werte z.B. zu PCR, FISH, Zytogenetik?

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Egge
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Re: Täuscht mich mein Bauchgefühl?

Beitrag von Egge » 16.01.2021, 10:30

Hallo,

Ich habe Ähnliche Symptome wie du...teilweise Nachtschweiß, fast immer Halsschmerzen und inzwischen seit 4 Wochen einen wohl hartnäckigen Infekt...meine Linken Rippen tun auch immer mal wieder weh...allerdings wurde zuletzt 2017 auf meine Milz geschaut da ich da auch schmerzen hatte...scheint aber eher an den Rippen zu liegen...ob meine Leukos in letzter Zeit schwanken weiß ich nicht aber momentan liegen sie bei 5,6...da deine Beschwerden ja schon länger sind hätte ich eigentlich getippt dass die leukos noch viel höher sind...Blut im Speichel hab ich auch manchmal aber durch das Nasenbluten und Nasenspray...

Gibt es schon Ergebnisse vom Hämatologen? Wie sind denn die anderen Werte? Thrombos usw.

Gute Besserung und Alles Gute

Pikantje

Re: Täuscht mich mein Bauchgefühl?

Beitrag von Pikantje » 01.01.2021, 18:06

Hallo Niko,

Vielen Dank für deine Zeit und Antwort!! Das du auf deinen nun volljährigen Sohn immer noch deinen schlechten Einfluss ausüben kannst, lässt mich, trotz aller Ängste, ein wenig Lächeln. Danke dafür :) ich wünsche euch weiterhin alles Gute!

Ja da hast du recht, dass man nun mal auch keine andere Wahl hat als abzuwarten und das ich gerade gut verstehen kann, dass eine Diagnose sogar eine Erleichterung sein kann.

Mich verunsichert genau diese Achterbahnfahrt der Leukozyten, da ich bis vor paar Tagen nichts an Infekten seit Monaten hatte (aufgrund von Corona und Elternzeit habe ich echt kaum Kontakt) und dieser "Befund" das Milz u Leber vergrößert sind und ich es auch deutlich spüre, somit vermute, dass die fleißig weiter wachsen. Scheinbar verunsichert es bisher nur mich, da ich irgendwie die Zusammenhänge sehe, als würde sich der Kreis nun schließen. Ganz komisches Gefühl. Hatte auch nie so lange blaue Flecke nach Blutentnahmen. Selten nachts geschwitzt, außer im Wochenbett, was natürlich normal ist.

Ich hatte gelesen, dass eine Leukämie sich auch erst nur im System bemerkbar machen kann, wie Milz Leber und Lymphknoten, bevor es im Blut sichtbar ist. Weißt du darüber etwas, als Laie? Oder bei einer akuten Leukämie auch erst eine leukopenie sein kann?

Dieses Bauchgefühl ist echt grausam und der Gedanke, gerade jetzt, wo ich ein kleines wunderbares Wesen um mich herum habe und mein Leben jetzt eigentlich richtig Sinn macht. Darüber darf man ja garnicht drüber nachdenken...

Liebe Grüße

Pikantje

Re: Täuscht mich mein Bauchgefühl?

Beitrag von Pikantje » 01.01.2021, 16:57

Hallo Niko,

Vielen Dank für deine Zeit und Antwort!! Das du auf deinen nun volljährigen Sohn immer noch deinen schlechten Einfluss ausüben kannst, lässt mich, trotz aller Ängste, ein wenig Lächeln. Danke dafür :) ich wünsche euch weiterhin alles Gute!

Ja da hast du recht, dass man nun mal auch keine andere Wahl hat als abzuwarten und das ich gerade gut verstehen kann, dass eine Diagnose sogar eine Erleichterung sein kann.

Mich verunsichert genau diese Achterbahnfahrt der Leukozyten, da ich bis vor paar Tagen nichts an Infekten seit Monaten hatte (aufgrund von Corona und Elternzeit habe ich echt kaum Kontakt) und dieser "Befund" das Milz u Leber vergrößert sind und ich es auch deutlich spüre, somit vermute, dass die fleißig weiter wachsen. Scheinbar verunsichert es bisher nur mich, da ich irgendwie die Zusammenhänge sehe, als würde sich der Kreis nun schließen. Ganz komisches Gefühl. Hatte auch nie so lange blaue Flecke nach Blutentnahmen. Selten nachts geschwitzt, außer im Wochenbett, was natürlich normal ist.

Ich hatte gelesen, dass eine Leukämie sich auch erst nur im System bemerkbar machen kann, wie Milz Leber und Lymphknoten, bevor es im Blut sichtbar ist. Weißt du darüber etwas, als Laie? Oder bei einer akuten Leukämie auch erst eine leukopenie sein kann?

Dieses Bauchgefühl ist echt grausam und der Gedanke, gerade jetzt, wo ich ein kleines wunderbares Wesen um mich herum habe und mein Leben jetzt eigentlich richtig Sinn macht. Darüber darf man ja garnicht nachdenken...

Liebe Grüße

NL
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Re: Täuscht mich mein Bauchgefühl?

Beitrag von NL » 01.01.2021, 16:12

Moin Pikantje,
"Bauchgefühl" ist so eine Sache. Ich wusste vor meiner eigenen CML-Diagnose vor ca. 14 Jahren (mein Sohn war damals 4 Jahre alt), das irgendwas nicht stimmt, aber nicht, was nicht stimmt. Ich hätte damals eher auf Herzinsuffizienz und Überlastung auf der Arbeit getippt (Bauchgefühl), wegen des sehr tiefen (damals nicht bestimmten) Hämoglobins war mein Ruhepuls >120.... Lustigerweise war ich sehr erleichtert, als der neue Hausarzt mir verkündete, ich sei schwer krank und habe eine Leukämie, denn einerseits wars keine Herzgeschichte, und andererseits wusste ich dann endlich, womit ich es aufnehmen musste. Der Zwerg ist heute volljährig, und ich kann immer noch meinen schlechten Einfluss auf ihn ausüben.
Warum die lange Vorrede:
Das schlimmste an der ganzen Sache ist diese verdammte und unvermeidliche Warterei auf Untersuchungs- und Analysenergebnisse, und da musst Du jetzt auch durch, entweder bis zur Entwarnung oder bis zur Bestätigung des erfolgreichen Verlaufs der Behandlung. Das ist nervenzerreissend, lass Dich davon aber nicht unterkriegen, denn selbst eine unangenehme Diagnose bedeutet, dass die Gegenmassnahmen (wogegen auch immer) eingeleitet werden können. Ich habe kein Ahnung, was Dir fehlen könnte, aber die Ärzte sind ja offenbar dran, es herauszufinden. Alles weitere ergibt sich aus einer potentiellen Diagnose.
Gruss & guten Start ins Neue trotz aller Unsicherheit
Niko, medizinischer Laie
PS.: Ich glaube, dass es völlig normal ist, dass die Leukos innerhalb des Normbereichs Achterbahn fahren können. Bei Infektionen können die Leukos auch mal deutlich aus dem Normbereich entgleisen.

Pikantje

Täuscht mich mein Bauchgefühl?

Beitrag von Pikantje » 01.01.2021, 12:30

Hallo Zusammen,

ich überlege schon seit längerem hier einen Beitrag zu posten. Letztendlich habe ich mich dafür entschieden, da ich - falls ich die Diagnose erhalte - eine bestimmt aufbauende Plattform gefunden habe.

Aber noch habe ich die Diagnose nicht, aber kann mich mein Gefühl so in die falsche Richtung treiben? GERNE höre ich eure Meinung zu meiner Geschichte:

Ich bin 29 Jahre alt und Mutter einer Wundebaren 7 Monate alten Tochter. Abstillen klappt noch nicht so wirklich... Hier mein bisheriger Arztemarathon:

1. Augenarzt aufgrund von Sehsstörung und Kopfschmerzen - ohne Befund.
2. Hausarzt - Überweisung MRT Schädel und Blutabnahme. Leukozyten leicht erniedrigt, "soll wohl ganz oft so sein und gibt sich bestimmt wieder"
3. MRT Schädel ohne Befund. Erneute Blutabnahme ergab, dass die Leukozyten wieder gesunken sind. Außerdem kamen Schmerzen im Oberbauch und Rücken hinzu und Blut im Speichel, so dass ich eine Überweisung für die Hämatologie und MRT Abdomen und Röntgen Thorax bekam. Hämatloge ist der Termin am 05.01.
4. MRT Abdomen - Milz und Leber "leicht" vergrößert aber wohl nicht krankhaft. Wieder höre ich mir vom Arzt an, dass das ganz normal sein kann und viele haben. Röntgen Thorax-ohne Befund.
5. Blutabnahme vor Weihnachten ergab, dass die Leukozyten wieder knapp in der Norm sind. Erst war große Erleichterung da.
6. Nach Weihnachten ins KH. Raumforderung im Bauch. Auch hier die Diagnose, milz u Leber vergrößert. Ob sie nochmal größer geworden sind, könnte man mir nicht sagen. Ich hatte vorher allerdings nie eine Raumforderung im Bauch. Erneute Blutabnahme: Leukos haben sich in kürzester Zeit verdoppelt!!!! Auf 6.6 (ich weiß, dass ich nach außen hin ein top Blutbild einer Momentaufnahme habe, aber ist es normal, dass sich Der Wert innerhalb von 1 1/2 Wochen verdoppeln kann und ich seit 2015 nie Leukozyten über 5 hatte??) Alle anderen Werte sind top.
7. Hausarzt - er versteht mein Problem nicht, dass ich doch gut untersucht wurde und das ich bestimmt nur durch Stress so kaputt bin und hat mir eine Liste von Psychotherapeuten gegeben....

Meine durchgehenden Symptome seit Ende November / Anfang Dezember:
- Rückenschmerzen
- Druck u Schmerz im Oberbauch der zunimmt
- sehr schnell kaputt (nur die Treppe hoch lässt mich schwer atmen)
- Nachtschweiß
- gefühlt direkt Halskratzen, nur weil mal kurz das Fenster auf wahr oder ich nicht direkt meine Haare geföhnt habe
- diese Müdigkeit und Schwindel
- Lymphknoten leicht geschwollen am Hals und Leiste. Achsel kann man aufgrund des Stillens mit Sicherheit nicht gut beurteilen.

Familie sagt, ich bin bestimmt nur überlastet und das alles ist bestimmt nur meine Angst. Genau die Meinung hat auch mein Hausarzt. Kann mich mein Gefühl allerdings so täuschen? Ich schaue meine Tochter an und weiß irgendwie, dass ich krank bin. Es macht mir angst dass die Leukozyten auf einmal steigen und so "gut" sind wie nie zuvor. Das mein Bauch immer schlimmer wird und mein allgemein Zustand auch. Alles was ich lese, deutet natürlich ganz klar auf Leukämie hin.
Ich weiß, dass man die Arztbefunde abwarten muss und das mir hier niemand eine Diagnose geben kann, aber vielleicht hilft mir eure Meinung in jeglicher Hinsicht und die Angst, dass die Leukozyten am kommenden Dienstag durch die Decke geschossen sind, ist sehr sehr präsent.

DANKE für eure Zeit und alles Gute für das Jahr 2021.

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