Schwerbehinderung durch CML?

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Nordlicht
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Re: Schwerbehinderung durch CML?

Beitrag von Nordlicht » 11.06.2019, 22:26

Danke für eure Antworten.
Habe letztens einen Antrag gestellt udn bereits nach 3 Wochen die Rückmeldung bekommen, dass ich erstmal bis Ende Oktober 20 GdB 50% habe. Von meinem Arzt wurde mir auch mitgeteilt, dass dies im ersten Jahr üblich sei.

Erschreckend, dass manche trotz großer Beschwerden keine 50% bekommen, drücke die Daumen, dass ein Einspruch Erfolg hat.

Gruß Nordlicht

Enki
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Re: Schwerbehinderung durch CML?

Beitrag von Enki » 27.05.2019, 21:37

Moin auch,
also ich komme auch aus Norddeutschland und habe im letzten Jahr erfahren,
dass ich unter CML leide...
Der medizinische Dienst in der Onkologie Kiel hat mir bei der Antragstellung des
Schwerbehindertenausweises geholfen.
Ich denke, dass das sehr förderlich war.
mein Grad liegt bei 60% da ich auch noch unter Migräne leide...
Toi Toi Toi und viel Erfolg!
Unbedingt versuchen in manch Konzert kommt man/frau günstiger usw usf
LG :)

@ Anomar1972 , ich finde es unmöglich, dass die Erkrankung und deren Symptome immer heruntergespielt werden :evil: - voll daneben!!! Gute Besserung

Anomar1972
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Re: Schwerbehinderung durch CML?

Beitrag von Anomar1972 » 06.05.2019, 09:51

Hallo alle zusammen,

ich habe seit 2012 CML und einen GdB von 40. Ich hatte im letzten Jahr einen Erhöhungsantrag gestellt, weil ich mit massiven Nebenwirkungen (Sprycel) zu tun hatte. Ich hatte eine schlimme Darmentzündung, welche sich über ein Jahr hinzog. Ich konnte nicht arbeiten gehen und habe 10kg an Gewicht verloren. Ich hatte gehofft, zumindest für einen gewissen Zeitraum einen GdB von 50 zu bekommen, aber falsch gedacht. Es blieb bei 40. Danach habe ich ein anderes Medikament (Bosutinib) bekommen. Die Nebenwirkungen ließen nicht lange auf sich warten. Extremes Angioödem mit Krankenhausaufenthalt. Dann wieder Medikament gewechselt (Tasigna). Auch hier Hautprobleme, Ausschlag und Juckreiz. Ich denke, es macht dennoch keine Sinn nochmals einen Erhöhungsantrag zu stellen, oder ?
Ich gehe 35h/Woche arbeiten, bemerke aber, je länger ich Medikamente gegen CML nehme, desto häufiger habe ich mit Nebenwirkungen zu tun und falle durch AUB aus. Aber all das ist anscheinend nicht ausreichend um einen GdB von 50 zu bekommen.

Viele Grüße

Anomar1972

Uwe53
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Re: Schwerbehinderung durch CML?

Beitrag von Uwe53 » 30.04.2019, 10:38

Hallo, ich habe unmittelbar nach der Diagnose einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt und innerhalb von zwei Wochen eine Bestätigung der Schwerbehinderung 50% für ein Jahr erhalten.
Du bekommst dadurch 5 Tage mehr Urlaub, einen besseren Kündigungsschutz und steuerlich gibt es einen Freibetrag. Ansonsten gibt es beim Eintritt eine Ermäßigung. Bei CML gibt es immer 50% für ein Jahr danach wird neu geprüft und meistens abgestuft.
Also nicht lange warten und beantragen. Formulare gibt es für jeden Landkreis im Internet.

Gruß Uwe

Angin
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Re: Schwerbehinderung durch CML?

Beitrag von Angin » 28.04.2019, 15:33

Hallo Nordlicht,

ich würde Dir raten, den Antrag auf jeden Fall zu stellen. Bei einem GdB von 50 gibt es 1 Woche zusätzlich Urlaub, einen kl. steuerlichen Vorteil und hast zusätzlich Kündigungsschutz (d.h. aber nicht unkündbar).
Auch durch die Einnahme von Tasigna ist Deine Teilhabe an der Gesellschaft, durch die Fastenzeiten, beeinträchtigt. Das würde ich auf jeden Fall erwähnen.

Mittlerweile habe ich nach 5 1/2 Jahren GdB 50 und unbefristet. Im ersten 1 1/2 Jahr hatte ich GdB 60.
Hab aber noch einige andere "Baustellen" außer CML.

Liebe Grüße
Angin

JuRu
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Re: Schwerbehinderung durch CML?

Beitrag von JuRu » 13.04.2019, 14:53

Hallo Nordlicht,
wenn man sich mit anderen CMLern über Anträge auf Schwerbehindertenausweise austauscht, bekommt man schon sehr unterschiedliche Erfahrungen mit: von Ablehnung bis 100% unbefristet!
Ich habe 2006 50% unbefristet bekommen, damals galten aber noch andere Vorgaben.
Ich würde an Deiner Stelle auf jeden Fall einen Antrag stellen und bei Ablehnung dann auch Widerspruch einlegen.

Schöne Grüße aus dem Süden (Konstanz)
Jutta

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Re: Schwerbehinderung durch CML?

Beitrag von PMF2SZT » 09.04.2019, 18:37

Liebes Nordlicht,

die relevante Verordnung (VersMedV) sagt dazu:

16.5.1 Chronische myeloische Leukämie, BCR/ABL-positiv
Im Stadium der kompletten hämatologischen, kompletten zytogenetischen und molekularen Remission beträgt der GdS 10 – 20.
Im Stadium der kompletten hämatologischen Remission je nach Ausmaß der zytogenetischen
Remission beträgt der GdS 30 – 40.
Im chronischen Stadium, auch bei Krankheitsbeginn (im ersten Jahr der Therapie), bei fehlender
Remission oder bei Rezidiv je nach Organvergrößerung, Anämie, Thrombozytenzahl und in Abhängigkeit von der Intensität der Therapie beträgt der GdS 50 – 80.
In der akzelerierten Phase oder in der Blastenkrise beträgt der GdS 100.


Das ist jedoch nur ein Anhaltspunkt, ein Rechtsanspruch besteht darauf nicht. Letztendlich ist für die abschließende Einstufung immer die tatsächliche Einschränkung der Teilhabe entscheidend, und nicht die Diagnose oder die Therapie. Hierbei liegen die eigene Einschätzung und die des Amtes oft meilenweit auseinander, oftmals aus Unkenntnis. Auch die Einschätzung der Ärzte liegt oft drastisch daneben. Die Einschränkung der Teilhabe ist natürlich im Antrag ausführlich zu beschreiben und möglichst durch entsprechende Arztberichte zu belegen.

Du mußt Dir also überlegen, inwieweit Deine Teilhabe an der Gesellschaft durch die Erkrankung bzw. Therapie eingeschränkt ist. Da erst ab 50% GdB ein Behindertenausweis erteilt wird und die interessanten Nachteilsausgleiche zugestanden werden, lohnt sich m.E. der Antrag erst, wenn Aussicht auf min. 50% GdB besteht.

Gruß und alles Gute,
Joachim
(2x alloSZT Uniklinik Ulm 2010 + 2012 wg. PMF)
www.LENAforum.de - das neue Forum für Stammzelltransplantation von Erwachsenen
mpn-Netzwerk e.V., Förderverein für KMT e.V.

Nordlicht
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Schwerbehinderung durch CML?

Beitrag von Nordlicht » 08.04.2019, 17:51

Moin moin,
von einer Bekannten wurde mir letztens gesagt, dass ich durch die CML ein Anrecht auf einen Schwerbehindertenausweis hätte, zumindest für die Anfangszeit der Krankheit.
Hat hier jemand schon Erfahrungen?

Die CML wurde im Oktober'18 bei mir diagnostiziert. Die Leukozyten lagen damals bei ca. 240.000 und die Milz hatte eine Größe von 25cm. Ich bin in Behandlung mit Tasigna und vertrage dies auch sehr gut, sodass sich das Blutbild normalisiert hat und ich das Therapieziel nach 3 Monaten( BCR-ABL unter 10%) erreicht habe und hoffe, dass ich die nächsten auch erreichen werde.
Ich habe auch meistens keine nennenswerten Nebenwirkungen sodass ich auch nicht weiß, ob mir ein Schwerbehindertenausweis zustehen würde und mich deswegen eure Erfahrungen interessieren würden.



Vielen Dank schonmal.

Grüße ausm Norden.

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