MDS RAEB II -> sAML

Akute Myeloische Leukämie (AML) und Akute Lymphatische Leukämie (ALL)

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kh4u
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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von kh4u » 26.04.2021, 11:20

Zu Beginn der 16. Vidaza-Therapiewoche liegen die aktuellen Blutwerte vor (siehe Bild).
Die Werte liegen etwa auf gleichbleibend schlechtem Niveau.
Abzuwarten bleibt, ob sich die ab dieser Therapiewoche auf 4 Tage reduzierte Therapie unter Beibehaltung der auf 4 Wochen verlängerten Pause positiv auf die Werte auswirken wird.

Bild

kh4u
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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von kh4u » 09.04.2021, 18:08

Zur Frage von Thomas, ob man nicht auf die (Vidaza) Therapie verzichten kann bevor das Knochenmark futsch ist, möchte ich noch etwas ergänzen.

Laut EMA wird eine Dosisanpassung oder eine Verzögerung des nächsten Zyklus erforderlich, wenn eine hämatologische Toxizität vorliegt. Das ist der Fall, wenn die Thrombozytenzahl < 50x10⁹/l und/oder ANC < 1x10⁹/l beträgt.

Die Dosisreduzierung ist abhängig vom Grad des Rückgangs gegenüber dem Ausgangswert, der Zelldichte im KM und der Erholungszeit.

Beispiel: Bei einer Zelldichte von 15-50% und wenn innerhalb von 14 Tagen keine Erholung eingetreten ist, beträgt die Dosis im folgenden Zyklus 50%.

In meinem Fall hatten wir bereits eine Verlängerung der Ruhephase von 3 auf 4 Wochen eingeführt. Nach Vorliegen der aktuellen KMP Ergebnisse, soll jetzt zusätzlich die Anzahl der Injektionstage von 5 auf 4 reduziert werden.

Hoffentlich kann die Toxizität abgebaut werden ohne dass die Blasten zunehmen, was dann hoffentlich auch zu einer Erholung der wichtigsten Blutwerte führt.

kh4u
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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von kh4u » 07.04.2021, 15:11

Kaum Megakaryozyten.
Ich schicke Dir gerne ein PM, denn es gibt natürlich viele weitere Detailaussagen.

Thomas55
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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von Thomas55 » 07.04.2021, 12:39

noch was : steht in dem KMP Bericht was über Megakaryozyten ? Sind die ausreichend da oder vermindert ? Das sind große Zellen, d.h. Vorläuferzellen der Thrombos, die sich zu den vielen Thrombos "aufsplittern".
Gruß

kh4u
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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von kh4u » 07.04.2021, 12:22

Danke Thomas,
zu den Chemotherapien gehört die Vidaza Therapie nicht aber die toxische Wirkung wird wohl vergleichbar sein.
Zu Deiner Frage, ob man nicht auf die Therapie verzichten kann: In allen medizinischen Artikeln die ich kenne, wird der dauerhafte Einsatz von Vidaza auch nach einer CR empfohlen. Die Sorge ist, dass Vidaza bei einem Wiederauftreten nicht wieder anspringt.
Meine Sorge vor einem Fortschreiten der Toxizität ist allerdings groß. Ich hoffe, dass eine Reduzierung der Therapietage oder eine Streckung der Therapie eine Weile helfen kann.

Thomas55
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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von Thomas55 » 07.04.2021, 12:05

...na ja, wenn ich es richtig sehe, gehört das Medikament zu den Chemotherapien und nach meiner Erfahrung braucht es da relativ lange bis sich die Blutbildung wieder erholt hat. Ob die Knochenmarkschädigung dauerhaft die Thrombos senkt kann ich überhaupt nicht sagen. Hatte auch noch niemand in der Gruppe der mit Vidaza behandelt wurde. Wenn sie nicht weiter sinken, kann man auch mit 27 Tsd. Thrombos ganz gut leben. "Blutige" OP müsste man allerdings mit Thrombozytenkonzentraten begleiten. Meine Katarakt OP war aber auch mit 25 Tsd. ohne Probleme möglich, allerdings verzichtete der Augenarzt auf die übliche Hinterspritzung des Auges um keinen Bluterguss zu setzen. Rote Blutkörperchen kann man über Jahre durch Erythrozytenkonzentrate und/oder EPO ersetzen, bei Thrombos ist dies nicht möglich, da sie nur sehr kurz im Körper bleiben, da wäre dann ein Daueraufenthalt in der Klinik nötig....
Ähnlich wie EPO gibt es inzwischen auch Thrombobooster z.B. Nplate, ob dies bei einem kaputten Knochenmark funktioniert weiß ich nicht, zugelassen ist es für ITP Patienten.
Nachdem die Blasten weg sind, wäre meine Frage ob man nicht auf die Therapie verzichten kann bevor das Knochenmark futsch ist und dann nur noch ein Transplantation hilft ?
Gruß
Thomas

kh4u
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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von kh4u » 07.04.2021, 10:41

@Thomas55
Mich würde Deine Meinung als Thrombopenie Geplagter zur Thematik "Thrombopenie durch toxische Knochenmarkschädigung nach 15 Monaten Vidaza-Therapie" interessieren.
Vielleicht möchtest Du dazu etwas sagen?

WerWolf
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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von WerWolf » 06.04.2021, 17:59

Freu' mich mit Dir - weiterhin Gück auf!

kh4u
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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von kh4u » 06.04.2021, 12:46

Heute wurde der bisher noch ausstehende 2. Laborbericht zur KMP besprochen.
Das sehr erfreuliche Ergebnis: die Blasten haben sich von bis zu 25% zu Beginn der Vidaza-Therapie reduziert auf ca. 1% - 2%.
Wenn das kein Grund zur Freude ist. Es liegt jetzt also eine hypoplastische Myelodysplasie vom Typ MDS-MLD vor.

Der Befund spricht weiterhin von einer toxischen Knochenmarkschädigung, auf die wohl die Anämie und Thrombopenie zurückzuführen sei. Das bedeutet nach meinem Verständnis, dass über eine Verlängerung der Therapiepause oder über eine Reduzierung der Therapietage nachgedacht werden kann.

Bild

13ZKMKMP14ZKM
WBC2,72,31,52,02,2
RBC2,582,372,162,392,34
HGB10,08,98,49,39,0
PLT8533768927
LYM%50,051,075,951,548,0
NEUT#9001.00006001.000
Zuletzt geändert von kh4u am 06.04.2021, 20:51, insgesamt 1-mal geändert.

kh4u
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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von kh4u » 02.04.2021, 15:12

Der Hersteller hat auf meine Anfrage "Positive Wirkung von Lenalidomid/Revlimid bei Keimbahn DDX41 Mutation" geantwortet.
Den Inhalt der aneinandergereihten Textbausteine kann ich so zusammenfassen: fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Also -> Rundablage.

kh4u
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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von kh4u » 01.04.2021, 16:57

Danke Dir für Deine Recherche. Ja, den Artikel hatte ich auch bereits gelesen und u.a. den Hinweis:
"patients with DDX41 mutations responded well to lenalidomide" interessiert entnommen.

Thomas hatte darauf hingewiesen, dass Lenalidomid/Revlimid zur Behandlung von MM eingesetzt wird. Weitere Details für den positiven Einsatz von Lenalidomid bei einer DDX41 Mutation konnte ich leider nicht finden, ich habe mich deshalb an den Hersteller gewandt.

Nächste Woche werden hoffentlich die noch ausstehenden Laborberichte vorliegen und dann einen vollständigeren Überblick ergeben.

WerWolf
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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von WerWolf » 01.04.2021, 14:24

Hast Du diesen Artikel schon gelesen https://onlinelibrary.wiley.com/doi/ful ... /ajh.25486? Wenn ich es recht verstanden habe, ist Deine Prognose wg. der fehlenden TP53-Mutation gut, oft sei die DDX41-Mutation auch "vererbt".

p. s.: Der behandelnde Hämatologe meiner Frau schwört auf die Kombitherapie Venetoclax/Azacitidine für alle Arten der AML!

Thomas55
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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von Thomas55 » 29.03.2021, 20:58

kh4u hat geschrieben:
29.03.2021, 18:49
Erwähnt wird der erfolgreiche Einsatz von Lenalidomide (Revlimid).

Ich wage die Frage, ob es im Forum dazu Erfahrungen und Kenntnisse gibt.
...zur generellen Frage kann ich nichts sagen. Zu Revlimid gab es in unserer Gruppe schon Erfahrungen, da gab es die bekannten und wohl häufig auftretenden Nebenwirkungen an den Nerven. Es handelte sich aber bei der Patientin um ein Plasmazytom bzw. multiples Myelom.
Gruß Thomas

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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von kh4u » 29.03.2021, 18:49

Bei der heutigen Besprechung des Ergebnisses der KMP, lag leider erst einer von zwei Laborbefunden vor.
Ich habe also derzeit noch keinen Gesamtüberblick.
Zwischenstand:
Chromosomenanalyse:
keine Chromosomenaberrationen
Molekulargenetischer Befund:
kein FLT3-ITD
kein ASXL1, CEBPA, FLT3-TKD, NPM1, RUNX1 und TP53

Mutation:
DDX41

Laut WHO 2016 liegt also eine Myeloische Neoplasie mit Keimbahn DDX41 Mutation vor.

Was das jetzt für die Therapie bedeutet, ist noch zu klären, auch der Hämatologe war vorerst etwas ratlos.
In den Veröffentlichungen zu diesem Thema, widersprechen sich die Aussagen, ob das nun eine positive oder negative Prognose ist. Erwähnt wird der erfolgreiche Einsatz von Lenalidomide (Revlimid).

Ich wage die Frage, ob es im Forum dazu Erfahrungen und Kenntnisse gibt.

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Re: MDS RAEB II -> sAML

Beitrag von WerWolf » 23.03.2021, 12:47

Drück' Dir die Daumen für die KMP!
p. s.: Kann mir nicht vorstellen, daß die KMP das diff. Blutbild nennenswert beeinflußt.

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