Haploidentische Transplantation

Knochenmarks- und Blutstammzelltransplantation: Austausch von Erfahrungen über Transplantation, Nebenwirkungen, Stammzellspende

Moderatoren: NL, Marc, jan

Bernd1968
Beiträge: 1
Registriert: 13.09.2018, 14:53
Kontaktdaten:

Re: Haploidentische Transplantation

Beitrag von Bernd1968 » 06.03.2019, 18:59

Asdfghj hat geschrieben:
14.12.2018, 18:49
Hallo,

hoffe sehr, dass mir jemand eine Antwort geben kann.
Bei meiner Mutter wurde im September AML festgestellt, nach zwei Chemoblocks ist sie derzeit stabil, mit recht guten Werten. Leider hat sie eine Form der Leukämie mit ungünstiger Prognose, so dass ihr eine Transplantation trotz des hohen Alters (aufgrund des sonst sehr guten körperlichen Zustandes) empfohlen wurde. Da es keinen passenden Spender gibt, wird derzeit eine haploidentische Transplatation vorbereitet (ich, die Tochter wäre die Spenderin). Hat jemand grundsätzlich Erfahrung mit haploidentischen Transplantationen? Oder grundsätzlich mit Transplantationen am Klinikum Großhadern?

Würde mich über eine Antwort freuen
Ich hatte am 27.12 .18 eine haploidentische transplantation. Ich bin momentan sehr zufrieden. Das neue Immunsystem ist sehr gut angewachsen, und bekämpft scheinbar erfolgreich die verbliebenen Krebszellen.

Nostromo
Beiträge: 2
Registriert: 15.01.2019, 19:05
Kontaktdaten:

Re: Haploidentische Transplantation

Beitrag von Nostromo » 16.01.2019, 14:20

PMF2SZT hat geschrieben:
16.01.2019, 00:19
Nostromo hat geschrieben:
15.01.2019, 19:13
...
Haploidentische Transplantationen sind dort inzwischen wohl auch nichts außergewöhnliches mehr.
...
Diese Aussage wundert mich etwas. Kannst Du das belegen? Gemäß Statistik des DRST wurden in 2017 in Deutschland insgesamt 3103 Patienten erstmalig allogen stammzelltransplantiert. Davon waren 897 Familienspender und davon wiederum 247 haploident. Das macht einen Anteil von knapp 8%. Wenn ich mir dann noch überlege, daß der bei Weitem größte Teil der haploidenten alloSZTs bei Kindern passiert, bleiben vielleicht noch 75 Erwachsene. Diese verteilen sich auf angenommen 20 Kliniken, die regelmäßig haploident transplantieren. Da bleibt bei optimistischer Betrachtung vielleicht eine Fallzahl von 3-4 pro Jahr pro Klinik. Wenn dann in der LMU München 100 alloSZTs pro Jahr gemacht werden, sind die haploSZTs eindeutig eher noch als Einzelfälle anzusehen und m.M.n. schon etwas "Außergewöhnliches". Ich lasse mich aber gerne mit anderslautenden offiziellen Zahlen vom Gegenteil überzeugen. Nochmal der Hinweis, daß es hier nur um die haploSZT bei Erwachsenen geht.
Hallo nochmal,
mit "harten" Fakten kann ich das nicht belegen.
Mein Kenntnisstand ist auch, dass die haploidentische Transplantation hauptsächlich bei Kindern angewandt wird. Mein Vater hat daher letztes Jahr vor seiner Behandlung bei den Ärzten in Großhadern mal nachgefragt, und die Antwort war, dass die Behandlung dort bereits einige Jahre auch bei Erwachsen durchführen. Dass die absoluten Fallzahlen nicht besonders hoch sind ist klar.

PMF2SZT
Beiträge: 112
Registriert: 15.02.2017, 20:57
Wohnort: Allgäu
Kontaktdaten:

Re: Haploidentische Transplantation

Beitrag von PMF2SZT » 16.01.2019, 00:19

Nostromo hat geschrieben:
15.01.2019, 19:13
...
Haploidentische Transplantationen sind dort inzwischen wohl auch nichts außergewöhnliches mehr.
...
Diese Aussage wundert mich etwas. Kannst Du das belegen? Gemäß Statistik des DRST wurden in 2017 in Deutschland insgesamt 3103 Patienten erstmalig allogen stammzelltransplantiert. Davon waren 897 Familienspender und davon wiederum 247 haploident. Das macht einen Anteil von knapp 8%. Wenn ich mir dann noch überlege, daß der bei Weitem größte Teil der haploidenten alloSZTs bei Kindern passiert, bleiben vielleicht noch 75 Erwachsene. Diese verteilen sich auf angenommen 20 Kliniken, die regelmäßig haploident transplantieren. Da bleibt bei optimistischer Betrachtung vielleicht eine Fallzahl von 3-4 pro Jahr pro Klinik. Wenn dann in der LMU München 100 alloSZTs pro Jahr gemacht werden, sind die haploSZTs eindeutig eher noch als Einzelfälle anzusehen und m.M.n. schon etwas "Außergewöhnliches". Ich lasse mich aber gerne mit anderslautenden offiziellen Zahlen vom Gegenteil überzeugen. Nochmal der Hinweis, daß es hier nur um die haploSZT bei Erwachsenen geht.
Joachim
(2x alloSZT Uniklinik Ulm 2010 + 2012 wg. PMF)
www.LENAforum.de - das neue Forum für Stammzelltransplantation von Erwachsenen
mpn-Netzwerk e.V., Förderverein für KMT e.V.

Nostromo
Beiträge: 2
Registriert: 15.01.2019, 19:05
Kontaktdaten:

Re: Haploidentische Transplantation

Beitrag von Nostromo » 15.01.2019, 19:13

Hallo,

ich weiß nicht ob das Thema für dich noch aktuell ist, ich antworte trotzdem Mal.
Mein Vater wurde letzten Sommer im Alter von 71 Jahren in Großhadern haploidentisch transplantiert. Heute, knapp sieben Monate später, geht es ihm soweit wieder gut.
Von der Transplantationseinheit hatte ich insgesamt einen guten Eindruck, die Räume sind im Gegensatz zum restlichen Krankenhaus modern und das Pflegepersonal kümmert sich gut um die Patienten. Haploidentische Transplantationen sind dort inzwischen wohl auch nichts außergewöhnliches mehr.
Liebe Grüße und alles Gute!

Thomas55
Beiträge: 1500
Registriert: 22.11.2010, 17:23
Kontaktdaten:

Re: Haploidentische Transplantation

Beitrag von Thomas55 » 16.12.2018, 11:46

...wir hatten hier mal Martin Bergmann, der haploidentisch transplantiert wurde, ist aber seit Jahren hier nicht mehr aktiv : https://www.leukaemie-online.de/diskuss ... oidentisch

Gruß
Thomas

PMF2SZT
Beiträge: 112
Registriert: 15.02.2017, 20:57
Wohnort: Allgäu
Kontaktdaten:

Re: Haploidentische Transplantation

Beitrag von PMF2SZT » 15.12.2018, 05:17

Die haploidente SZT ist ein Verfahren, das bisher hauptsächlich bei Kindern angewendet wurde, wenn kein passender Spender gefunden werden konnte. Bei Erwachsenen wird es aber auch zunehmend angewendet, um jedem Patienten eine SZT zu ermöglichen, auch denen, die eine seltene HLA besitzen. Nach wie vor muß man die haploidente SZT bei Erwachsenen als in der Entwicklung befindlich einstufen, allein schon aufgrund der geringen Anzahl der Fälle.

Bevor ich einer solchen SZT zustimmen würde, würde ich als Erstes eine Zweitmeinung von einem renommierten Transplanteur mit Haplo-Erfahrung einholen, um die Sinnhaftigkeit einer solchen SZT überprüfen zu lassen. Dort würde ich auch gleich klären, welcher Transplanteur bereits über die größte Erfahrung in diesem Bereich verfügt. Dann würde ich die ins Auge gefaßte Klinik befragen, wieviele solche Fälle bereits dort transplantiert wurden und mit welchem Erfolg. Ganz sicher würde ich nicht einfach so aus dem Stehgreif ein solches Unterfangen angehen.
Zuletzt geändert von PMF2SZT am 18.12.2018, 00:53, insgesamt 1-mal geändert.
Joachim
(2x alloSZT Uniklinik Ulm 2010 + 2012 wg. PMF)
www.LENAforum.de - das neue Forum für Stammzelltransplantation von Erwachsenen
mpn-Netzwerk e.V., Förderverein für KMT e.V.

Asdfghj

Haploidentische Transplantation

Beitrag von Asdfghj » 14.12.2018, 18:49

Hallo,

hoffe sehr, dass mir jemand eine Antwort geben kann.
Bei meiner Mutter wurde im September AML festgestellt, nach zwei Chemoblocks ist sie derzeit stabil, mit recht guten Werten. Leider hat sie eine Form der Leukämie mit ungünstiger Prognose, so dass ihr eine Transplantation trotz des hohen Alters (aufgrund des sonst sehr guten körperlichen Zustandes) empfohlen wurde. Da es keinen passenden Spender gibt, wird derzeit eine haploidentische Transplatation vorbereitet (ich, die Tochter wäre die Spenderin). Hat jemand grundsätzlich Erfahrung mit haploidentischen Transplantationen? Oder grundsätzlich mit Transplantationen am Klinikum Großhadern?

Würde mich über eine Antwort freuen

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast