Breuss - Kur

z.B. Neue experimentelle Wirkstoffe, Therapieunterstützung (z.B. Vitamine) und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bei Behandlung von Leukämie.

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Gast

Re: Breuss - Kur

Beitrag von Gast » 04.09.2015, 12:22

Hallo
Hat jemand Problem mit Blutzuckerwerten ? Ich mache seit 5 Tagen Breuss Kur und habe 48 Blutwert ? Was kann ich bei der Kur annehmen , dass mein Blutzuckerwert besser wird ? Sonst geht mir super .

Leukoplast
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Re: Breuss - Kur

Beitrag von Leukoplast » 02.04.2014, 10:22

Die Breuss-Kur ist in meinen Augen schlichtweg Körperverletzung. Dem Arzt wird man wohl einen schweren Kunstfehler vorwerfen können. Die Breuss-Kur entbehrt immerhin jeder wissenschaftlichen Grundlage und verschlechtert die Lage des Patienten. Obwohl heute ein vordergründig ähnlicher Ansatz durchsetzt, die ketogene Diät, ist die Breuss-Kur im Ansatz unsinnig, weil sie generell Getränke ausnimmt. Low-Carb- oder ketogene Diäten sind in ihrer Wirksamkeit wissenschaftlich erforscht und können als Therapie empfohlen werden.

LG Heiner

Ulli
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Beitrag von Ulli » 19.07.2010, 17:00

Mich würde interessieren, wie man gegen einen Arzt vorgeht, der einem Krebskranken die Breuss Kur empfehlen tut?

Antwort: Ist man selbst der Betroffene, so sollte man den Arzt einfach nicht mehr aufsuchen. Wenn man mit dem (ups, jetzt hätte ich beinahe "Opfer" geschrieben) Patienten bekannt, so sollte man die Antworten auf dieses Posting ausdrucken und ihm vorlegen.


Darf er das?

Antwort: Ja, leider. Aber auch nur, wenn er die Kur ZUSÄTZLICH zu einer "normalen" Behandlung empfiehlt. Wenn er NUR die Kur anrät, dann kann er mit einem guten Rechtsanwalt zur Verantwortung gezogen werden.


Wird er nur ermahnt oder lässt man das in der Medizin zu, dass Menschen deshalb sterben?

Antwort: Kommt so ein Fall vor Gericht, dann kann es bis zum Entzug der Probation gehen.


Ich will jetzt keine Breuss-Anhänger hier lesen, sondern wünsche eine richtige Antwort.
Danke!

Antwort: Bitte! <IMG SRC="modules/phpBB_14/images/smiles/icon_biggrin.gif">
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Marc
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Beitrag von Marc » 13.07.2010, 22:44

Hallo,

kann Jan und Nikos Aussagen nicht mehr viel hinzufügen.

Habe gerade mal nach Breuss-Kuren gegoogelt und die Informationen die man dazu findet, halte
ich für gefährlich.
Gefährlich für Patienten, die sich auf solche Hoffnungen stürzen und danach noch viel tiefer abstürzen.

Traurig auch, dass es in Deutschland Ärzte gibt, die solche Empfehlungen geben, aber von 100% Ärzten, hat man einen Teil für den sein Job eine Berufung ist, ein großen Teil der "nur" seinen Job macht und auch einen Teil der besser nichts machen sollte.

Gruss

Marc
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unknown

Beitrag von unknown » 13.07.2010, 22:38


Stine, nicht alternativ und nicht komplementär. Breuss-Kur ist bei Krebspatienten kontraindiziert. Die meisten Krebspatienten sterben infolge einer Breuss-Kur.

Wer eine andere Meinung hat, kann bei uns im Krankenhaus anrufen und fragen. Die meisten werden eingeliefert, wenn´s zu spät ist.
Immunsystem ist wir eine funktionierende Kette, wenn ein Glied fehlt, ist die Kette kaput. WHO gibt genaue Richtinien zur Ernährung beim Krebs. Ich wüsste nicht, warum die rote Beete selbst nicht gesunder wäre als der rote Beete Saft.

Mich wundert´s nur, warum man den Hamer verfolgt hat und Breuss Buch wird nicht aus dem Verkehr gezogen. Bei letzterem verdienen nur die Verlage. Haben die Angehörige alle ein schlechtes Gewissen, oder warum berichten sie nicht darüber?

Richtig, es gibt wenige Ärzte, die eine unterstützende Maßnahme anbieten; man müsste zuviel Zeit in Fortbildungen investieren und es wird nicht genug vergütet. Das heißt aber nicht, dass es nichts gibt. Breuss-Kur ist defintiv nicht.

Danke Jan und alle andere, aber das musste jetzt mal gesagt werden.

lg

NL
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Beitrag von NL » 13.07.2010, 21:38

Hallo Zusammen,
in meinen Augen sind "Breuss-Kuren" bzw. "Krebsdiäten" kompletter Hafengesang. Ich habe keine Ahnung, ob man einen Arzt deswegen belangen kann.
In meinen Augen erreicht man auf diese Weise nichts ausser einer zusätzlichen Schwächung des Körpers. Ich glaube nicht, dass soetwas eine Krebstherapie in irgendeiner Weise unterstützen kann. Heilungschancen verbessern? Das Gegenteil dürfte der Fall sein.
Wie eine Hungerkur die Nebenwirkungen einer Chemotherapie erträglicher machen soll, ist mir ein Rätsel. Einen Arzt, der solche Empfehlungen ausspricht, ist überflüssig. Umbringen kann ich mich auch ohne ärztliche Hilfe.
Krebs kann man nicht mit Homöopathie oder Heilpraktikern bekämpfen. Placeboeffekte helfen hier nicht weiter.

Zu der Frage, ob der Arzt belangt werden kann: frag einen Rechtsanwalt oder die Ärztekammer. Ich kann Dir leider nicht weiterhelfen.
Gruss & viel Glück (gesundheitlich und beim Belangen)
Niko
PS.: beinhaltet eine "Breuss-Kur" nicht das Absetzen jeglicher Chemotherapien während der "Kur"? Was für ein unfassbarer Schwachsinn.
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jan
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Beitrag von jan » 13.07.2010, 21:37

Hallo anonymer Gast,

alles, was ich im Web über diese Kur lese, klingt recht gefährlich. Es steht natürlich jedem frei, seinen Krebs durch Mangelernährung, gefiltertes Mondlicht oder rechtsdrehende Aprikosenkerne in den Griff bekommen zu versuchen. Schaden können die Breuss-Inhalte rote und gelbe Rüben, Sellerie, Rettich, Kartoffeln, Salbeitee, Storchenschnabelkräutertee usw auch nicht, solange z.B. kein Grapefruit enthalten ist, die Tees nicht jede Menge Schadstoffe enthalten, und das Fasten nicht zu einer Veränderung der Verdauung und Verarbeitung der eigentlichen Krebstherapie führt.

Schlimm finde ich jedoch, wenn ein ausgebildeter Arzt eine solche Empfehlung ausspricht. Im Zusammenhang mit Leukämien aber würde ich sagen, eine solche radikale Fastenkur ist potentiell lebensgefährlich. Wir reden bei Leukämietherapien (wie auch bei vielen anderen Krebsarten heute) ja nicht über unspezifische zytostatische Chemotherapie oder Bestrahlung. Manches Mittelchen, das die Nebenwirkungen einer gezielten Krebstherapie beseitigt, kann dies vielleicht, weil es gleichzeitig auch die Wirkung beseitigt.

Ich persönlich würde, wenn ich von solchen Arztempfehlungen im Zusammenhang einer Leukämie hören würde, mal bei der Landesärztekammer und beim Krebsinformationsdienst nachfragen. Dort weiss man sicher, wie mit einem solchen Rat(geber) umzugehen sei - dazu sollte man aber die spezifischen Informationen, bei welcher Grunderkrankung und nach welchem Therapieverlauf diese ärztliche Empfehlung ausgesprochen wurde, zur Hand haben.

Nur meine persönliche Meinung.

Herzliche Grüße
Jan


unknown

Beitrag von unknown » 13.07.2010, 19:46

Hallo,

leider lässt du die Information offen, ob die Breuss-Kur als Ergänzung oder Alternative zur schulmedizinischen Behandlung empfohlen wird.
Sollte es als Ergänzung gedacht sein, wüsste ich persönlich nicht was dagegen spricht und warum der Arzt ermahnt werden sollte. Meiner Ansicht nach gibt es viel zu wenig Schulmediziner die ergänzend Maßnahmen empfehlen, z.B. um die Nebenwirkungen einer Chemo erträglicher machen oder die Heilungschancen ganz allgemein verbessern.

Bei Heilungsversprechen nur durch z.B. eine Breuss-Kur wäre ich dagegen äußerst skeptisch und kann deine Bedenken voll und ganz nachvollziehen!
Die Frage, ob der Arzt in diesem Fall rechtlich zur Verantwortung gezogen werden könnte, kann ich leider auch nicht beantworten...

Alles Gute!
Stine

unknown

Beitrag von unknown » 13.07.2010, 18:23


Mich würde interessieren, wie man gegen einen Arzt vorgeht, der einem Krebskranken die Breuss Kur empfehlen tut?

Darf er das?

Wird er nur ermahnt oder lässt man das in der Medizin zu, dass Menschen deshalb sterben?

Ich will jetzt keine Breuss-Anhänger hier lesen, sondern wünsche eine richtige Antwort.
Danke!


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