Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

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Alan
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Re: Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

Beitrag von Alan » 06.09.2019, 18:35

In einer Pressemitteilung vom 21.08.2019 gewährte die EMA eine Zulassungserweiterung für den BTK – Inhibitor Ibrutinib für die Kombi- Behandlung mit Obinutuzumab bei CLL- Pat. mit therapienaiver -CLL . ( zuvor unbehandelt ) Dies war zu erwarten, nachdem die FDA vor 7 Monaten die Kombination bereits zugelassen hatte .
Weitere Therapien in der Pipeline , außer - CAR - T - Zell Therapie.
Acalabrutinib BTK - Inhibitor Bindestelle wie Ibrutinib ( C- 481 ).
Vecabrutinib BTK – Inhibitor ( SNS - 062 ) mit anderer Bindestelle wie Ibrutinib und Acalabrutinib ( NCT 03037645 )
TP – 0903 blockiert AXL – Kinase soll in kurzer Zeit vom Labortisch zum CLL – Pat. gebracht werden. Wirksam bei hohem Risiko und nach Rezidiv bei BCL – 2 Inhibitor ( NCT 03572634 )
Loxo – 305 BTK – Inhibitor für vorbehandelte CLL, bindet unabhängig von C- 481 Bindestelle des BTK- Moleküls welche bei mutiert, bei Ibrutinib und Acalabrutinib sowie gain – off - Mutation ( hyperaktiv nachgeschalteter Funktionsmutation PLG2 )
zur Resistenz führt . ( NCT 03740529 )
Studien mit Kombinationen von PI3 – K Inhibitoren , sie sind nicht in Vergessenheit geraten weil und trotz mehr Nebenwirkungen als BTK – Inhibitoren.
Checkpoint – Inhibitor Pembrolizumab ( IFP – Studie ) Ibrutinib , Fludarabin und Pembrolizumab . ( NCT 03204188 )
Es ist festzuhalten, dass Pembrolizumab als Mono kaum Wirkung bei CLL gezeigt hat, allerdings bei Richtertransformation jedoch nur ca bei 40 % der CLL- Pat.
Weiterhin ist festzuhalten , dass nur ein Zyklus Fludarabin angewendet wird um die T – Zellen ( mit Dysfunktion ) zurückzusetzen und nicht um die CLL zu behandeln.
( Rekrutierung der Immunantwort dann durch Pembro- und Ibrutinib.
Gruß Alan

Alan
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Re: Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

Beitrag von Alan » 26.03.2019, 17:08

Hallo Alf,
lese bitte meinen Beitrag zu Ibrutinib und die Zugabe von Obinutuzumab vom Dez. 2018. Prof. Hillman Leiter der CLL- Forschung in Großbritannien ist seit vielen Jahren weltweit anerkannter CLL- Experte an der Uni Leeds England , hat in dieser Studie nachgewiesen ,das MRD – negativ bei 6 % der CLL- Pat. erreicht wurde, die zur gleichen Zeit mit der Combi begonnen hatten und 50 % MRD – negativ bei CLL – Pat. die Obinutuzumab nach einem Jahr Ibrutinib hinzufügten. ( bei vorbehandelten CLL- Pat. ) Für Nachfragen George Twigg E-Mail : leedsth-tr CRF@ nhs.net
Grundsätzlich kann Obinutuzumab sofort zu Ibrutinib hinzugefügt werden, wenn die Krankenkasse auf Antragstellung zustimmen würde, die Combi wird im Laufe des Jahres in Europa zugelassen.
Obinutuzumab wird als Infusion in die Venen eingeleitet und es kann zu Infusionsreaktonen kommen , Daher wird beim ersten Zyklus die Dosis reduziert .
Übelkeit , allergische Reaktion werden unter Obinutuzumab etwas häufiger beobachtet als bei Rituximab.
Durch den Beginn einer Ibrutinib – Mono-Therapie und das Hinzufügen von Obinutuzumab zu einem späteren Zeitpunkt wird die Infusionsreaktion oft ganz verhindert.
Bei der Uni Köln läuft eine Phase 2 Studie unter der Bezeichnung CLL 2 BIG seit
2015 , Ende der Studie vorgesehen 03.2019. Für behandlungsbedürftige CLL- Pat. nicht vorbehandelt . Leiter der Studie Dr. med. Julia von Treskor. Auskunft am Service Center : Tel. 49 221 478 4004 . Die Studie beinhaltet die Combi Ibrutinib und Obinutuzumab zur gleichen Zeit begonnen mit zunächst 420 mg Ibrutinib tägl. Und 6 Zyklen Obinutuzumab alle 28 Tage , es wurde jedoch bei einigen CLL- Pat. ein sogenanntes Debulking mit Bendamustin vorgenommen , was bedeutet dass vor Beginn der Combi – Therapie ein bis zwei Zyklen Bendamustin verabreicht wurde.
Meiner Meinung nach macht man dies nur dann , um eine hohe Tumor Last, wenn vorhanden, zu reduzieren.
( Prof. M. Hallek hat diese Möglichkeit bereits 2014 angesprochen auch bei Combi- Therapien mit Venetoclax. )
Gruß Alan

Thomas55
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Re: Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

Beitrag von Thomas55 » 25.03.2019, 18:43

Hallo Alf,

...klar kannst Du nicht erwarten, dass eine Ärztin sich in allen aktuellsten onkologischen Fragen auskennt, da sie ja für viele Krebsarten zuständig ist, normalerweise holt sie sich (oder Du selbst) in einer spezialisierten Klinik meist Uniklinik wie Köln, Ulm oder Freiburg Antworten. Ich würde sie mit Alan`s Antwort konfrontieren, mal sehen was sie dazu meint. Auch ich konfrontiere meine Ärztin mit neusten ASH Abstracts die sie teilweise nicht kannte, sie findet das gut und macht sich dann auch selbst Fachkundig.

alf
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Re: Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

Beitrag von alf » 25.03.2019, 08:17

Hallo Alan,
vielen Dank erstmal für die Antwort.
Wann, also unter welchen Bedingungen, ist denn dann der Einsatz von Obinutuzumab ratsam? Da meine Ärztin im MVZ diesen Weg ja nicht angeboten hat, sollte ich meiner Ärztin im MVZ auf die Möglichkeit hinweisen? Und wo könnte Sie gegebenenfalls Informationen dazu erhalten?
Schönen Gruß
Alf

Alan
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Re: Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

Beitrag von Alan » 23.03.2019, 15:53

Hallo Alf,
Obinutuzumab sollte man erst nach mindestens einem Jahr Ibrutinib – Therapie hinzufügen.
Ibrutinib ist sehr effektiv in den Lymphknoten , Milz und im Blut, weniger im Knochenmark weshalb MRD – negativ mit Ibrutinib selten errreicht wird.
Ziel eines jeden CLL- Pat. sollte es sein MRD -negativ zu erreichen, um dann die Therapie absetzen zu können.
Dies darf jedoch nicht mit höherer Toxität oder schlechter Lebensqualität erkauft werden.
Durch die Kombi Ibrutinib und Obinutuzumab gerade in Erstlinie ( ohne eine belastende Chemoimmun Therapie ) hast du die besten Chancen MRD – negativ zu erreichen um die Therapie absetzen zu können.
Sollte es nach Jahren nach MRD – negativ zu einem Rezidiv kommen, kann mit Ibrutinib die Therapie neu begonnen werden , was nach einem Rezidiv nach Ibrutinib – Monotherapie nicht möglich ist.
Das gilt auch für Acalabrutinib und Zanubrutinib in den USA für Mantelzell- Lymphom zugelassen. ( gleiche Bindungsstelle wie Ibrutinib )
Vecabrutinib noch nicht in den USA zugelassen, blockiert in Studien den BTK – Signalweg durch andocken an einer anderen Bindungsstelle und wäre weiterhin auch nach Ibrutinib -Mono- Therapie eine Option.
Nebenwirkungen bei Ibrutinib- Therapie wurden schon oft diskutiert , verringern sich im Behandlungsverlauf .Das einzige Problem ist Vorhofflimmern bei Pat. die bereits unter Herzproblemen leiden . Daher sollte auch der Blutdruck wöchentlich gemessen werden. Wir dürfen nicht vergessen, dass in Deutschland die häufigste Todesursache Herz-Kreislauf- Erkrankung ist und unabhängig von der CLL zu sehen ist.
Gruß Alan

alf
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Re: Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

Beitrag von alf » 23.03.2019, 09:48

Hallo Alan,
ich habe diese Woche mit der Therapie begonnen. Das MVZ und ich haben uns für Ibrutinib entschieden. Ibrutinib muss man wenn ich das richtig verstanden habe, sehr wahrscheinlich dauerhaft einnehmen.
In Deinem Beitrag schreibst Du ja, in der Combi mit Obinututumab ist es eine zeitlich begrenzte Therapie.
Kann man, wenn die Combi in Deutschland zugelassen ist, das Obinutuzumab noch zur begonnen Ibutrinibtherapie hinzufügen?
Gruß
Alf

Nebelzauberer
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Re: Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

Beitrag von Nebelzauberer » 04.02.2019, 18:35

Auch wenn ich wohl eher zur Skeptikerfraktion gehöre, finde ich es schön, dass du, Alan, so positiv denkst und an die Sache herangehst. CLL kennt ganz viele unterschiedliche Verläufe und erzählt viele individuelle Geschichten. Sie lässt sich sicher nicht so einfach auf einen gemeinsamen Nenner für alle herunterbrechen. Allerdings ist es auch zu negativ zu sagen, dass solche indolenten oder "smoldering" Verläufe die Ausnahme sind. Das Problem ist wohl eher das durchschnittliche Erkrankungsalter sowie die Tatsache, dass gerade bei jüngeren Patienten Langzeitprognosen noch etwas schwerer sind.
Daher ein großes Danke für dich, Alan, für die Info und deine positive Art. Sentimental gesagt hast du mir ein Fünkchen Hoffnung gespendet und ein Lächeln in meinen Tag gezaubert.

LG

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Re: Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

Beitrag von cicici » 04.02.2019, 12:44

Hallo Alan,
ich stelle jetzt mal eine gänzlich unwissenschaftliche These auf: du hast mit deiner langjährigen CLL (21 Jahre) und den wenigen Infekten schlichtweg Glück.

Habe noch nie von einem scheinbar derart „unkomplizierten“ und so extrem langen Verlauf gehört.

Geht leider den meisten langjährigen CLL- lern nicht so. Ist einfach ein Fakt.

Es bleibt abzuwarten, ob es IBR in Erstllinie schafft, die im Zuge einer CLL entwickelten Immundefizite- die nicht nur durch Immun-Chemotherapien entstehen- zu verhindern. Das wäre dann ein wahrer Meilenstein.


Liebe Grüße,
Christina

Thomas55
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Re: Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

Beitrag von Thomas55 » 04.02.2019, 12:05

Alan,

ich möchte die Diskussion hier nicht zu weit ausbreiten, Patient 1 hatte Cll und dadurch oder die Vor-Therapien AIHA und ITP und war einer der ersten Ibrutinib Patienten vermutlich sogar in D. Patient 2 hatte die interstitielle Pneumonie durch Ibrutinib, zumindest so die Meinung des Professors und ist ja auch als nicht seltene Nebenwirkung aufgeführt, es war kein Infekt und bei seinem Hautausschlag ist auch die Unihautklinik hilflos. Patient Nummer drei nahm lange die normale tägliche Dosis, erst nach vollständiger Rückbildung der Lymphknoten machte man diese Dosisreduzierung - hierzu gibt es bei den Ärzten aber sehr unterschiedliche Meinungen, das ist mir bekannt, die Dosisreduzierung wurde aber von einem renommierten Chef- Arzt gemacht der aus der Cll-Forschung kommt.

Für meine Situation ist z.B. dieses aktuelle ASH-Papier interessant : https://ash.confex.com/ash/2018/webprog ... 12654.html....
danach müsste ich eigentlich auch von Ibrutinib profitieren. Köln hatte mir ja auch Ibrutinib empfohlen und sogar Prof. Burger vom MD Anderson (kommt hier aus der Gegend) wurde konsultiert und empfahl dringend weiter zu machen, ging aber einfach nicht....Klar bin ich wieder auf Dexa, ist aber blöd für Leute mit einem Immunmangelsyndrom und auf Dauer werden die Knochen/Augen/Zucker ein Problem werden (ich kämpfe dagegen)

Ich wollte auch Ibrutinib nicht schlecht machen, bin froh dass es das gibt, vielleicht ist Venetoclax noch besser oder andere, wollte nur schildern, dass die Praxis leider oft etwas diffenzierter ist, so meine Erfahrung in der Gruppe und auch bei mir.

Ich hatte meine Diagnose 1996 genau zu dem Zeitpunkt als Mabthera jetzt Rituximab herauskam (und etwas wenig später Campath, heute Alemtuzumab) ich habe mir damals aus Basel direkt vom Hersteller die Infos geholt. Der Hype war damals groß, die Praxis zeigte, dass es nicht das hielt was die Studien damals sagten, aber es hat sich zu einem weiteren Therapiebaustein entwickelt. Von Alemtuzumab ist man fast ganz weg (nur noch zur Vorbehandlung bei Transplantationen)
Gruß
Thomas

Alan
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Re: Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

Beitrag von Alan » 03.02.2019, 20:25

Hallo Thomas,
1. Der erste Patient, der Ibrutinib bekam und schon lange mit AIHA und ITP zu kämpfen hatte, ist mit Ibrutinib recht schnell verstorben.

dazu folgendes: AIHA sowie ITP können unabhängig von CLL auftreten.
Treten sie sekundär zur CLL auf, kann man sie nicht ganz von der CLL
trennen, aber unbedingt von einander behandeln.
Venetoclax , Ibrutinib und Duvelisib sind nicht zur Behandlung von ITP und
AIHA geeignet.

2. Patient Nummer 2 bekam unter Ibrutinib Pneumemie , das bedeutet nicht das Med. ist schuld sondern die CLL. Ich bekam nach 4,5 Jahren Ibrutinib Einnahme nie einen Infekt, und brauch auch kein Antibiotikum , habe in 21 Jahren CLL nur 2 Antibiotika Gaben erhalten , es gibt auch andere Möglichkeiten. Hautausschlag ist kein Problem wenn man weis was zu tun ist.
3. Patient Nummer 4 ist an Infekten und Sepsis verstorben , kein Wunder bei falscher Erstlinientherapie , die für nachfolgende Therapien , egal ob Venetoclax oder Ibrutinib das größere Problem darstellt und nicht die CLL.
Ibrutinib und Venetoclax können keine Wunder vollbringen.


4 Patient Nummer 5 wirkte Ibrutinib hervorragend , nimmt nur jeden 3. Tag 1
mal Ibrutinib.
Welcher Befund liegt denn bei diesem CLL- Patienten vor.? Welche CLL oder ist das gleich ??

5. Patient Nummer 6 bist du selbst , musste 3 Versuche mit Ibrutinib
abbrechen wegen stark gefallener Thrombos.

Meines Wissens bewegen sich deine Thrombozytenzahlen bei deiner ITP
zwischen 5-50 000. Bei ITP ist Dexa eine gute Behandlungsmöglichkeit,
solange es nicht zu Blutungen kommt muss du zufrieden sein.
Behandlungen die nach Dexa zur Verfügung stehen, kann nie vorher
gesagt werden ob sie anschlagen und wenn, wie lange die Antwort hält,
zudem können Nebenwirkungen sehr heftig sein.
Die ITP steht bei dir im Vordergrund und solange sie nicht erfolgreich
behandelt ist , hast du auch wenige Optionen wenn bei CLL eine Therapie
notwendig wird. Eine Ibrutinib -Therapie um ITP zu behandeln ist nicht
geeignet und steht auch nicht in den Leitlinien.

6. Patient Nummer 3 welche Baustellen hat dieser. ?
Deine Nachricht geht nicht ins Detail und “man „muss schon genau hinschauen

Gruß Alan

Thomas55
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Re: Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

Beitrag von Thomas55 » 03.02.2019, 10:33

Alan hat geschrieben:
31.01.2019, 15:55
Ibrutinib der Standard der Versorgung für CLL - Patienten sein.
....ich freue mich schon, dass es mit Ibrutinib ein weiteres Medikament für die Cll gibt. Aber ansonsten sind solche Aussagen sehr optimistisch und vereinfachend. Als Leiter einer Lymphom und Leukämie Selbsthilfegruppe konnte ich sehr sehr unterschiedliche "Ibrutinib-Verläufe" sehen. Der erste Patient der Ibrutinib bekam und schon lange mit Autoimmunhämolysen und Autoimmunthrombozytopenien zu kämpfen hatte ist unter Ibrutinib recht schnell gestorben. Patient Nummer zwei hatte ein sehr erfolgreiches Jahr mit Ibrutinib seine Leukos hatten sich von mehreren Hundertausend gut gesenkt, allerdings bekam er dann durch Ibrutinib eine interstitielle Pneumonie, musste ein Jahr aussetzen, machte dann weiter und leidet heutesehr unter heftigen Hautausschlägen, die Hautklinik ist hilflos, für den Hämatologen scheint es eher eine vernachlässigbare Nebenwirkung zu sein. Patient Nummer vier ist an Infekten und dann einer Sepsis gestorben, bei Nummer 5 wirkte es hervorragend, die vielen großen Lymphknoten sind weg hat leichte aber unproblematische Hauterscheinungen, er nimmt nur noch jeden dritten Tag eine Ibrutinib und Patient Nummer 6 (bin ich selbst) musste drei Versuche abbrechen wegen zu stark gefallenen Thrombos (5 Tsd), interessant bei meinem Fall ist allerdings dass auf ASH im vergangenen Dezember eine Studie veröffentlicht wurde, die auf AIHA und ITP eine positive Wirkung von Ibrutinib aussagt...
Allerdings sind meine Beobachtungen alle auf vor behandelte Cller bezogen, eine Ibrutinib Therapie als Erstlinie hatten wir bisher noch nicht.
Gruß
Thomas

Alan
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Re: Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

Beitrag von Alan » 02.02.2019, 00:01

Hallo Alf,
FDA bedeutet US - amerikanische Gesundheitsbehörde ( Food and Drug Administration ) .

Fast alle Medikamente für CLL - Therapien wurden zuerst in den USA zugelassen,
z.B. Ibrutinib 02.2014 in den USA und 10.2014 in Europa .
Die Combi Venetoclax und Rituximab wurde am 08.06.2018 in den USA zugelassen und 2018 auch
in Europa .
Die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur ( EMA ) erfolgt ca. 6 Monate später.
Gruß Alan

alf
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Re: Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

Beitrag von alf » 01.02.2019, 20:50

Hallo Alan,
bedeutet das, es gibt diese Kombi dann auch in Deutschland als Erstlinie?
Weil FDA ist ja irgendwas aus den USA oder?
Gruß Alf

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Die FDA hat am 28.01.2019 Ibrutinib in Combi mit Obinutuzumab zugelassen als Erstlinie

Beitrag von Alan » 31.01.2019, 15:55

Für viele CLL - Pat. Die noch nicht behandelt wurden , ist dies eine unglaublich gute Nachricht.
Die Combi bedeutet einen Meilenstein in der CLL- Forschung .
Für CLL- Pat. In Erstlinien - Therapie , bedeutet dies für mehr als 50 % der Patienten , keine nachweisbare CLL mehr.
Die Therapie wird dann gestoppt und die Bindestelle C481 von Ibrutinib bleibt weiter erhalten.
Das Ibrutinib -Label wurde neu aktualisiert.
Ibrutinib ist von der FDA für 6 verschiedene Krebserkrankungen zugelassen , sowie bei Transplantat gegen Wirt Erkrankung und wird zudem bei CAR-T-Therapie eingesetzt.

Anthony Mato MD vom Memorial Sloan Kettering Canser Center. :
Bereits Ibrutinib Mono - Therapie hat sich gegenüber FCR in jeder Hinsicht deutlich überlegen gezeigt.
Es gibt immer weniger CLL- Patienten die Kandidaten für FCR sind und ab dem heutigen Moment wird der BTK Inhibitor Ibrutinib der Standard der Versorgung für CLL - Patienten sein.
Gruß Alan

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