Paradontitis und CLL Erfahrungen

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Alan
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Re: Paradontitis und CLL Erfahrungen

Beitrag von Alan » 10.02.2019, 17:24

Hallo Meta,
zu Makrophagen noch ein Hinweis.
Monozyten gehören zur unspezifischen Immunabwehr und werden im Knochenmark gebildet. Monozyten nehmen körperfremdes Material in sich auf , um es unschädlich zu machen .Monozyten müssen heranreifen und sich zu Makrophagen ausbilden.Das passiert in der Leber und im Bindegewebe . Makrophagen gehören zu den Fresszellen

Das C- reaktives Protein (CRP ) ist Bestandteil des Immunsystems .
Das CRP ist ein Eiweiß, dass in der Leber hergestellt wird und eine wichtige Aufgabe bei infektiösen und nicht infektiösen Entzündungen spielt.
Erhöhte CRP- Werte lassen sich im Blut sowohl im Serum und Plasma nachweisen.
CRP steigt bei akuten Entzündungen steil an wenn die Entzündung vorbei ist fällt es rasch wieder ab.
Das CRP- Protein hilft tote Zellen , Zelltrümmer und giftige Substanzen aus geschädigtem Gewebe zu entfernen und bindet an Bakterien und Pilze.
Was mir besonders wichtig erscheint, dass es über eine CRP Bestimmung es sich feststellen lässt , ob es sich um virale oder bakterielle Infektion handelt was Einfluss auf die Behandlung hat.
Gruß Alan

Thomas55
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Re: Paradontitis und CLL Erfahrungen

Beitrag von Thomas55 » 10.02.2019, 08:53

Meta hat geschrieben:
09.02.2019, 14:33

Die Entzündungen sind eingekapselt und das Immunsystem nicht stark genug effektiv zu arbeiten.
...dann trifft meine weiter unten genannte Vermutung zu. Bleibt noch die Überlegung zusammen mit dem Hämatologen ob man Dein Immunsystem z.B. Substitution der IgG Globuline soweit verbessern kann dass es stark genug ist. Habe aber etwas Zweifel, das trotz meiner Substitution Infekte und kaputte Zähne weiterhin mich regelmäßig begleiten, vielleicht ist es ein Versuch wert.

Gruß
Thomas

Meta
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Re: Paradontitis und CLL Erfahrungen

Beitrag von Meta » 09.02.2019, 14:33

alf hat geschrieben:
09.02.2019, 11:21
Hallo Meta,
"Ernährungsdok's im NDR/ mit fortgeschrittener Paradontitis"
Danke für die Info, haben mir Freunde auch schon gesagt. Und ich habe es bereits angeschaut. Leider ist es nur bedingt hilfreich, denn die Dame dort hat eine Parodontits, die noch heilbar ist, meine ist wesentlich fortgeschrittener und nicht merh heilbar.
Obwohl ich schon seit 10 Jahren in Behandlung bin.
Aber ich konnte Tipps, wie das Spülen mit Schwärzkümmelöl und den Fokus auf antientzündliche Ernährung für mich schon etwas umsetzen.

Bei dem Fortschritt der Parodontitis, wie ich sie habe, (die noch schlimmer fortschreiten kann), sind die Makraphagen einfach zu groß um an den Ort des Geschehens vorzudringen, hat man mir erklärt.
Die Entzündungen sind eingekapselt und das Immunsystem nicht stark genug effektiv zu arbeiten.
Nun habe ich bereits 3 Zähne ziehen lassen, die fürchterlich aussahen (die Wurzelspitzen schon aufgelöst) und bin froh, die Entscheidung getroffen zu haben. Allerdings werden noch 2-3 ...weitere nötig sein, ich hoffe mein Mut verläßt mich nicht, weil Schmerzen bereitet es nicht. Es ist eine Vernunftsentscheidung.
Es geht mir z.Zt. aber endlich mal besser.
Leider noch nicht im Kopf, der Nebel ist immer noch da.
Aber der Körper hat wieder Power. Das ist schön!

Meta
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Re: Paradontitis und CLL Erfahrungen

Beitrag von Meta » 09.02.2019, 14:23

Alan hat geschrieben:
06.02.2019, 15:15
Hallo Meta ,
deine Frage : wird die Parodontitis durch die CLL bedingt oder ist sie ein Zeiger dafür ?


"Die Antikörper auch Immunglobuline genannt .
Das IgM 37-286 mg/dl wird sofort aktiv , wenn Krankheitserreger in den Körper gelangen. Es dient zur ersten Bekämpfung von Krankheitserreger und wird im Verlauf einer Infektion von IgG abgelöst.
Das IgG 767-1590 mg/dl häufigstes Immunglobulin , ist besonders wichtig zur Bekämpfung mehrfach auftretender Infektionen. Nach Erstkontakt benötigt es etwa 3 Wochen um funktionsfähig zu sein. Danach werden IgG Antikörper produziert um einen erneuten Ausbruch der Erkrankung zu verhindern.
Das IgA 61-356 mg/dl kommt auf allen Schleimhäuten vor und bekämpft dort die Krankheitserreger.
Das IgE nur geringfügig vorhanden ist wichtig bei der Abwehr von Wurminfektionen sowie bei der Abwehr allergischer Reaktionen. "

Herzlichen Dank für diese Infos, dass ist ja äußerst interessant.
Mein IgG ist schon etwas unter dem Referenzwert und sowohl IgM, als auch IgA sehr niedrig. Konnte dazu im Netz sehr wenig finden.
Mein Onkel Onko erläutert es nicht sehr ausführlich.
Die Zusammenhänge finde ich sehr anschaulich dargestellt von Dir, danke!

alf
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Re: Paradontitis und CLL Erfahrungen

Beitrag von alf » 09.02.2019, 11:21

Hallo Meta,
unabhängig von der CLL kam letzte oder vorletzte Woche ein Bericht bei den Ernährungsdok's im NDR. Da war eine Frau mit fortgeschrittener Paradontitis, der man mit einer Ernährungsumstellung helfen konnte. Den Bericht findest du in der Mediathek vom NDR.
Vielleicht hilft es Dir weiter.
Gruß Alf

Alan
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Re: Paradontitis und CLL Erfahrungen

Beitrag von Alan » 06.02.2019, 15:15

Hallo Meta ,
deine Frage : wird die Parodontitis durch die CLL bedingt oder ist sie ein Zeiger dafür ?

Eine schwierige Frage und zwar deshalb, weil es aus den USA keine Daten gibt die darauf hindeuten, dass Paradontitis mit CLL in Verbindung gebracht werden kann.
Ein Immunmangel kann jedoch eine Paradontitis begünstigen, daher die Info über die Antikörperspiegel.
Mein Zahnarzt hat Kenntnis über die CLL , er muss informiert sein wenn eine Behandlung ansteht.
Die Anzahl der Leukos oder die Höhe vom Hämoglobin sind für ihn weniger wichtig, sehr wohl jedoch die Anzahl der Thrombozyten .
Unter 30 000 Thrombos besteht ein erhöhtes Risiko wegen Blutungen. Die notwendige Zahnhandlung solltest du durchführen lassen, das implantieren von Implantaten käme für mich nicht in Frage wegen der eingeschränkten Wundheilung bei CLL , was mein Zahnarzt genau so sieht.

Die Antikörper auch Immunglobuline genannt .
Das IgM 37-286 mg/dl wird sofort aktiv , wenn Krankheitserreger in den Körper gelangen. Es dient zur ersten Bekämpfung von Krankheitserreger und wird im Verlauf einer Infektion von IgG abgelöst.
Das IgG 767-1590 mg/dl häufigstes Immunglobulin , ist besonders wichtig zur Bekämpfung mehrfach auftretender Infektionen. Nach Erstkontakt benötigt es etwa 3 Wochen um funktionsfähig zu sein. Danach werden IgG Antikörper produziert um einen erneuten Ausbruch der Erkrankung zu verhindern.
Das IgA 61-356 mg/dl kommt auf allen Schleimhäuten vor und bekämpft dort die Krankheitserreger.
Das IgE nur geringfügig vorhanden ist wichtig bei der Abwehr von Wurminfektionen sowie bei der Abwehr allergischer Reaktionen.

R. Furmann MD.
Trends bei Immunglobulinen sind kein Indikator für das Fortschreiten der CLL oder die Notwendigkeit einer Behandlung.
Antikörperspiegel fallen zwar mit der Zeit , aber es gibt viele CLL-Pat. Mit niedrigem IgG ( das wichtigste ) die niemals ansteckende Komplikationen haben .
Daher basieren Indikationen für den Ersatz von IVIG oder Gammaglobulin auf der Vorgeschichte von Infektionen.
Gruß Alan

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Re: Paradontitis und CLL Erfahrungen

Beitrag von Meta » 01.01.2019, 18:00

Danke für die Antwort.
Tatsächlich kann es sein, dass es eigenständig ist. Seit mindestens 10 Jahren bin ich schon dabei alles was empfohlen wird, prof.Zahnreinigung, Interdentalbürsten, Ölziehen etc., regelmäßig durchzuführen, bisher eigentlich auch etwas Erfolg.
Doch seit einem halben Jahr geht die Entwicklung leider so sprunghaft und rasant voran mit dem Verfall des Zahnhalteapparats, dass sich mir ein Zusammenhang mit der CLL aufdrängt.
Habe in dieser kurzen Zeit 2 Zähne verloren und es droht noch der Verlust von 2-3 weiteren. Das macht mich traurig und nachdenklich.

Dreamweaver
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Re: Paradontitis und CLL Erfahrungen

Beitrag von Dreamweaver » 14.12.2018, 02:45

Wenn die Thrombozyten noch in der Norm sind, ist die Parodontitis mutmaßlich ein eigenständiges Problem.

Bzgl. dessen ggfs. eine Mündspülung mit Chlorhexidin testen. Am Anfang in Verbindung mit einem Gel. Gibts in verschiedenen Stärken in der Apotheke.

Thomas55
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Re: Paradontitis und CLL Erfahrungen

Beitrag von Thomas55 » 09.12.2018, 16:45

Meta hat geschrieben:
09.12.2018, 15:00


Frage ist wird die Paradontitis durch die CLL bedingt oder ist sie ein Zeiger dafür?


Bin 58 J, Binet A, starke dauernde Benommenheit als einschränkende Begleitung (Ursache unbekannt, vllt die Zahnentzündungen?),
Leukos 26000, HB 14,4, was braucht man noch an Infos, bin noch unerfahren hier... :roll:
Ich versuche mal zwei Antworten : einmal ist die Cll häufig mit einem Immunmangel verbunden, es ist ja ein Krebs des Immunsystem und die B-Lymphozyten haben teilweise ihre Fähigkeit verloren ihre Rolle in der Immunabwehr zu leisten. Das kann bei der Paradontitis, die ja eine bakterielle Entzündung ist natürlich begünstigen, evtl. müsste da mit Antibiotika gearbeitet werden. Ein Zahnarzt kennt sich mit einer Cll sicher nicht aus, dass ist eine Frage für den Hämatologen. Als Infos kann man noch die Globuline im Blut bestimmen.

Die Geschichte mit der starken Benommenheit erinnert mich an ein längst verstorbenes Mitglied unserer Gruppe, das jahrelang an Cll gelitten hat und zunehmend Probleme mit dem Gehirn bekam. Zuerst dachte man an Demenz, alles wurde immer schlimmer, als letzte Untersuchung bevor man sein Sterben zulassen wollte hat man noch sein Hirnwasser untersucht : und siehe da, es war voller Pilze (weiß nicht mehr genau ob es Candida war). Mit diesem Wissen war die akute Krankheit rasch durch Pilzmedikamente geheilt, allerdings durch die bereits erfolgten neurologischen Schäden der Rollstuhl nötig. Cll kann sich direkt (sehr selten) im Gehirn ansiedeln oder durch Immunmangelprobleme auch dort Infekte machen, ich hatte z.B. schon Pilze in der Lunge. Aber das sind alles Fragen an den Hämatologen, ich bin nur Laie, allerdings mit 22 Jahren CLL-Erfahrung, von Anfang an im höchsten Stadium C.

Gruß
Thomas

PS: hier findest Du die aktuellen Leitlinie für die Cll :https://www.leitlinienprogramm-onkologi ... on_1.0.pdf (Anmerkung ich habe den Link erneuert, hier sind die neueren Leitlinien.

Meta
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Paradontitis und CLL Erfahrungen

Beitrag von Meta » 09.12.2018, 15:00

Hallo zusammen,
kann mir jemand berichten von eigenen Erfahrung bei fortgeschrittener Paradontitis und dem Zusammenhang zur CLL? Auf hinsichtlich Implantate.

Habe eine Studie gefunden, die CLLer, Binet A, zwischen 55-65 J. mit einer gleichaltrigen Gruppe gesunder Menschen untersucht hat.
Hierbei wurde ein deutlich höherer Anteil an Paradontitiserkrankungen bei den CLLern festgestellt, als die Vergleichsgruppe zeigte.

Frage ist wird die Paradontitis durch die CLL bedingt oder ist sie ein Zeiger dafür?

Bei mir ist nach jahrelanger Verschlechterung der P., nun ein Punkt erreicht, dass einige Zähne anfangen zu wackeln, weil der Zahnhalteapparat zerstört ist und der Kieferknochen stark abgebaut.
Außerdem habe ich 4 wurzelgefüllte Zähne, die jetzt nach und nach raus sollen. Leider wackeln aber auch "gesunde" Zähne.
Durch starke entzündliche Prozeße an der Zahnwurzel, (Gewebe mußte entfernt werden) stellt sich die Frage: was kann der Körper als CLLer da leisten und was nicht.
Bin 58 J, Binet A, starke dauernde Benommenheit als einschränkende Begleitung (Ursache unbekannt, vllt die Zahnentzündungen?),
Leukos 26000, HB 14,4, was braucht man noch an Infos, bin noch unerfahren hier... :roll:

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