Erfahrung mit Erwerbsunfähigkeitsrente

Wie gehe ich mit Leukämie im Alltag um? Wie unterstütze ich als Freund oder Angehöriger? Welche Erfahrungen gibt es bezüglich Rente, Behindertenausweis, Psychotherapie, Kur?

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annachristine
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Beitrag von annachristine » 28.10.2010, 09:23

Hallo Lesus,
wenn ich Deine bisherigen Infos hier lese, dann geht es mir wie Heike, die eben dazu sagt, ich muß mal meinen Senf dazugeben.
Wenn Dein Bruder eine Behindertenstufe (Behindertenausweis) hat, dann ist für ihn im Arbeitsamt der Bereich der Behinderten zuständig. Wenn er an einen Arbeitgeber von dieser Stelle vermittelt wird , dann hat dieser auch für einen Schwerbehinderten eine Stelle frei. Mit der Schwerbehinderung eines Arbeitnehmers bestehen für den Arbeitgeber gesetzliche Pflichten, welche er bei der Einstellung einhalten muß.

Ich kann aber aus Deinen Infos nur entnehmen, daß Dein Bruder von allen "Ämtern" keine Hilfe will, sondern lieber auf diese schimpft. Es haben immer nur die anderen schuld an den eigenen Problemen. Ein "Wille zum Arbeiten" ist wichtig auch wenn man Harz IV erhält.
Ist Dein Bruder einmal "Selbstständig gewesen" daß er jetzt seine Krankenversicherung selbst tragen muß?

Eine andere Frage an Dich: Sammelst Du hier Informationen für eine Belegarbeit?

LG
Anna-Christine


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Lesus
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Beitrag von Lesus » 28.10.2010, 08:47

Hallo Heike42,

ich kann gut nachfühlen wie es euch, insbesondere Dir geht. Ihr habt euch Selbständig gemacht, um für euch zu sorgen und unseren Staat zu unterstützen und jetzt wird man aufs Unterste runtergestuft, man hat auch Würde.

Mein Bruder hatte eine Berufsunfähigkeitsrente abgeschlossen, aber leider mit einem Auszahlungsbetrag der nicht wirklich ausreicht für ein würdiges Leben. Er kommt schon zurecht, aber seine Frau mit zwei Kindern hat ihn vor 7 Jahren verlassen und er möchte sich gern etwas neues aufbauen, aber so ..... . Er ist auch einfach zu jung (41 Jahre). So ist das Arbeitsamt für Ihn nicht zuständig, würde gern für seine Kinder Unterhalt zahlen, kann es aber nicht, zahlt seine Krankenverischerung selbst, nichts in die Rentenkasse etc. ...
Ich ziehe vor jedem den Hut, der nicht den Mut verliehrt.

Ich drücke euch die Daumen, dass Dein Mann sich von der Transplantation gut erholt und es ihm immer besser geht und ihr viele schöne Tage miteinander verbingen könnt.

Viele liebe Grüße

Lesus
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Lesus
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Beitrag von Lesus » 28.10.2010, 08:35

Hallo Billa,

danke füt Deine Antwort. Anbei ein paar Kommentare:


... Wie ja auch hier im Forum viele schreiben, gibt es sehr viele mit dieser Krankheit, die arbeiten gehen und es ja wohl auch können - fällt bestimmt nicht jedem immer einfach. ....

Er würde gern auch arbeiten gehen, aber wer stellt jemanden mit einen Schwerbehindertenausweis und dieser Krankheit ein. Daher hat er total artframd was er gelehrnt hat, zuletzt bei jeden Wetter Blumen auf dem Markt verkauft und seine Werte sind trastisch schlechter geworden. Vorher war er bei ..., .... , .... immer nur die kurz, weil er es körperlich nicht geschaft hat. Er hat schon viel propiert und er gibt nie auf. Ich hoffe nur, dass er seine Kraft nicht verliehrt, er hat diese Krankheit (ihm bekannt) seit über 9 Jahren und passenden Spender gibt es nicht bzw. Risiko zu hoch.


.. Natürlich hat die Rentenversicherung die Berichte aus der Kur. Sie hat die Kur ja auch finanziert. Grund: Wiedereingliederung ins Berufsleben!!! ....
es kommt aber nichts, außer wir können ihnen nichts anbieten!!! Er hat echt schon einiges mitgegemacht, was man aber eher unter Beschäftigungstherapie verbuchen kann.


Dank Dir für die anderen Hinweise.

Viele Grüße

Lesus

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Heike42
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Beitrag von Heike42 » 27.10.2010, 08:27

Ich will auch mal meinen Senf dazu geben.
Mein Mann , ja schon zum zweiten Mal transplantiert ( vor 70 Tagen ) . Seit über einem Jahr kein Krankengeld mehr. Da wir aber Selbstständig sind muß er arbeiten. Die Rente wollten wir auch schon beantragen. Der Kommentar : Er könne leichte Arbeiten im Büro erledigen, Telefonate führen oder Kundengespräche. Wenn nicht müßten wir erstmal unsere Werkstatt und unser Haus verkaufen und dann Hartz 4 beantragen. Was wir natürllich nicht wollen. Er quält sich also in die Werkstatt und arbeitet so gut es geht ca. 4 STD am Tag mit. Trotz schlechter Blutwerte. Ich kann nur sagen, alles ein Sch...Und mein Mann hat auch nur sein Leben lang gearbeitet und bekommt jetzt erstmal nichts. Ob er seine Rente mit 66 Jahren überhaupt antreten kann .....

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puma-billa
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Beitrag von puma-billa » 26.10.2010, 22:58

Hallo Lesus,

Rente bekommt man nicht aufgrund einer Erkrankung sondern aufgrund der Beeinträchtigungen, die durch die Erkrankung hervorgerufen wurden. Auch wenn man an Leukämie erkrankt ist und keine größeren Beeinträchtigungen aufgrund der Medikamente oder Behandlungen hat, gibt es keine Rente. Wie ja auch hier im Forum viele schreiben, gibt es sehr viele mit dieser Krankheit, die arbeiten gehen und es ja wohl auch können - fällt bestimmt nicht jedem immer einfach.

Natürlich hat die Rentenversicherung die Berichte aus der Kur. Sie hat die Kur ja auch finanziert. Grund: Wiedereingliederung ins Berufsleben!!!

Was steht denn im Rehabericht? Wenn die Angaben im Rehabericht nicht korrekt sind, kann man ja auch hier Widerspruch einlegen.

Wenn man Rente beantragt, werden alle behandelnden Ärzte von der Rentenversicherung aufgefordert einen Bericht abzugeben. Außerdem muß der Patient die behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht gegenüber der Rentenversicherung befreien.

Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, dass sich ein Arzt weigert, diese Unterlagen auszufüllen.

Gegen die Ablehnung der Rente kann man Widerspruch einlegen. Dann geht es meistens zum Gutachter.

Außerdem kann ich Dir noch die Sozialverbände empfehlen - z.B. SovD - Monatsbeitrag 5,-- €.

Die kennen sich aus und helfen auch bei der Beantragung der Rente bzw. beim Widerspruch.

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen

Billa

Lesus
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Beitrag von Lesus » 26.10.2010, 10:33

Hallo Billa,

ich habe gerade mit meinem Bruder telefoniert. Also er hat allgemein den Antrag auf Erwerbsunsfähigkeitsrente beantragt auf Grund seiner Leukämie. Die Rentenkasse muss irgendwie die Berichte aus der Kur herangezogen haben, wo er Ergometer problemlos gefahren ist!!! Aber jeder mit gesunden Menschenverstand weiß, dass eine halbe Stunde Ergometerfahren etwas anderes ist, wie den ganzen Tag bzw. 6 Stunden arbeiten. Und wo gibt es diese einfachen Jobs!!! Der Integrationsfachdienst aus unserer Region hat auch zu ihm gesagt, dass er ihm nicht helfen kann.

Warum fühlt sich nur keiner Zuständig und müssen Menschen, die es eh schon schwer genug haben, überall und nirgends rumschieben, ist schon echt unfähr.

Wenn Du, oder irgend jemand uns einen Rat geben kann, wäre echt ein Lichtblick. Ich versteh dies nicht, dies ist doch nicht eine Krankheit, die man sich aussucht und sagt, kein Thema <IMG SRC="modules/phpBB_14/images/smiles/icon_cry.gif"> .

Sein Arzt will ihm nichts schreiben, weil er zu viele Patienten hat, von anderen darf er sich anhören, "sie wissen wohl nicht wieviel Ihre Tabletten kosten" ... was ist dies für eine Welt!!! Ich würde mit so sehr wünschen, dass ich ihm irgendwie helfen kann, dass hat er alles nicht verdient.

Ich dank Dir sehr im Voraus für Deine Antwort.

Viele Grüße

Lesus
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Beitrag von Lesus » 22.10.2010, 14:16

Hallo Billa,

leider weiß ich nicht ob er speziel auf etwas Rente beantragt hat. Ich denke allgemein. Ich frag ihn aber. Kannst Du einen Tipp geben, wenn er es nur allgemein gemacht hat und darauf eine Ablehnung bekommen hat.

Dank Dir.

Viele Grüße

Lesus
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Beitrag von puma-billa » 20.10.2010, 23:19

Hallo Lesus,

aufgrund welcher körperlichen Beeinträchtigungen hat oder will es denn Rente beantragen? Hierfür benötigt er ja nicht unbedingt ein Gutachten sondern nur einen aktuellen Arztbericht mit den Beeinträchtigungen.

Billa

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Beitrag von Lesus » 20.10.2010, 21:39

Hallo,

ich hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt. Bei meinem Bruder hat man vor über 9 Jahren CML festgestellt.

Seit dem schlägt er sich mit allen möglichen Ämtern, Schulungen, Kuren rum, Minijobs etc. ich denke dies kennt ihr.

Er ist mein großes Vorbild, weil bei allen Rückschlägen verliehrt er nie dem Mut. Jetzt hat er erneut Rente betragt, da er letztes Jahr gearbeitet hat und eindeutig nachweisen kann, dass seine Werte schlechter geworden sind in dieser Zeit, daher arbeitet er nicht mehr und seine Werte sind wieder o.k. Leider will sein Arzt ihm kein Gutachten schreiben, dass er nicht mehr arbeitsfähig ist (hat zuviele Patienten und keine Zeit für Gutachten).

Habt Ihr Erfahrungen bezüglich der Rente? Ihm würde auch eine Halberente reichen ... hauptsache sein Auskommen ist noch etwas gesichert. Wo kann man sich hin wenden? Wer kann einem helfen? Er war auch bei einem Anwalt, da sein Antrag abgelehnt wurde, er sagte er vertriet ihn nur mit Gutachten!!! Es ist echt Schade und frustrierent, dass er sich mit seiner Krankheit immer wieder erklären muss, würde ihn so gern helfen .... <IMG SRC="modules/phpBB_14/images/smiles/icon_cry.gif">

Hoffe Ihr habt ein paar Tipps, danke euch im Voraus.

Viele Grüße

Lesus
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