für immer eingeschlafen - wie geht es weiter?

Wie gehe ich mit Leukämie im Alltag um? Wie unterstütze ich als Freund oder Angehöriger? Welche Erfahrungen gibt es bezüglich Rente, Behindertenausweis, Psychotherapie, Kur?

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Gast

Re: für immer eingeschlafen - wie geht es weiter?

Beitrag von Gast » 30.10.2013, 21:06

Liebe Alexandra,
auch wenn ich nur selten hier hereinschaue, weil der neue Beruf viel Energie fordert, denke ich weiterhin immer weider an dich und hoffe, dass es dir gut geht.
Das Jahr neigt sich nun wieder dem Ende zu, es ist Herbt geworden.
Ich finde es schön, wie du im Januar schriebst, dass du nicht mehr ständig in Trauer an ihn denkst. Ich glaube, mit dieser Erfahrung kannst du für viele Menschen ein Vorbild sein.
Der Schmerz über das viele Leid in unserem Leben wird wohl niemals vergehen, aber ich erlebe immer wieder Menschen, die unglaubliche Kräfte entwickeln, um solch schwere Situationen durchzustehen. Ich finde, das darf uns auch Zuversicht für unsere Zukunft geben.
In diesem Sinne wünsche ich dir viele schöne Momente, Zuversicht udn Freude am Leben!
Deine Christine

alexandra1103
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Re: für immer eingeschlafen - wie geht es weiter?

Beitrag von alexandra1103 » 27.01.2013, 23:52

hallo liebe leser, hallo liebe christine,

danke für deine antwort christine... nun war im dezember der 5. todestag... wahnsinn - dass es bereits 5 jahre her ist. trotzdem kommt es mir immernoch vor, als wäre es vor ein paar tagen gewesen... es vergeht kein tag, an dem ich nicht an ihn denke. aber inzwischen nicht mehr in trauer... zumindest nicht nur. meistens sind es situationen, die mich an ihn erinnern. in denen ich auch oft lachen muss. aber es gibt wahnsinnig viele momente, in denen ich ihn gerne um seine meinung fragen würde. so geht es wahrscheinlich jedem, der jemanden verloren hat... hin und wieder habe ich jedoch auch wieder einen alptraum... in dem er vor mir sitzt und weint und mir sagt, dass er einen rückfall hat. dann wache ich auf. das wird wohl noch ein weilchen dauern - wenn es überhaupt mal ganz weg gehen wird.

ich hoffe, ihr seid alle gut in das neue jahr gestartet - mit viel neuer kraft und einer großen portion glück und gesundheit! ich denke viel an euch leser und betroffene hier im forum. das hilft auch nicht - ich weiß... und wenn ich könnte, würde ich irgendetwas dagegen tun, dass es solche krankheiten wie krebs nicht mehr gibt...

viele liebe grüße

Gast

Re: für immer eingeschlafen - wie geht es weiter?

Beitrag von Gast » 03.03.2012, 12:18

Hallo Alexandra,
danke, mir geht es gut. Nun kommt der Frühling wieder und das tut einfach auch dem Gemüt gut. Ich hoffe, dir geht es ähnlich.
Auch wenn es nun "schon" 5 Jahre her ist - es bleibt eine traurige, einschneidende Erfahrung, die du erleben musstest.
Vielleich gibt es neben dem Schmerz über den Verlust auh Momente der freudigen Erinnerung an schöne gemeinsame Zeit?
Ich habe vor kurzen ein Gedicht gelesen, das D. Bonhoeffer aus dem Gefängnis für seine Verlobte schrieb. Darin heißt es:
"Leben, was hast du mir angetan?
warum kamst du? warum vergingst du?
Vergangenheit, wenn du mich fliehst,
bleibst du nicht doch meine vergangenheit, meine?"
Das Gedicht endet damit, dass er sich wünscht, dass die Vergangenheit in seiner Erinnerung weiter leben wird.
Diese Gedanken haben mich sehr bewegt, weil es im Leben ja immer weider um die richtige Balance ziwschen Vergessen und Erinnern der Vergangenheit geht.
Ich wünsche dir, dass du darin deinen eigenen Weg gehen kannst und durch viele liebe Menschen begleitest wird
Blondschopf -Christine

alexandra1103
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Re: für immer eingeschlafen - wie geht es weiter?

Beitrag von alexandra1103 » 30.01.2012, 23:55

hallo blondschonpf,

wie schön, von dir zu lesen... ich hoffe, es geht dir gut?!

ja, ich schaue hier immer ab und an rein. das ganze ist jetzt in diesem jahr dann fast 5 jahre her - aber so wirklich verdaut ist es irgendwie immernoch nicht. klar, mir geht es definitiv besser. trotzdem gibt es immer wieder häufig solche tage, wo ich ihn einfach gerne was fragen oder ihm was erzählen möchte... :( er fehlt halt trotzdem oft. frage mich immer, was er wohl von all dem hält, was ich mache. und wies ihm geht... naja, ich hätte ihn eben gerne einfach in meiner nähe.

natürlich weiß ich, dass es gut ist, dass er nicht mehr leiden muss. keine frage. ich hätte einfach lieber, dass es diese ganzen krankheiten nicht gäbe... und keiner leiden müsste. und nicht so viele menschen auseinander gerissen werden dadurch.

dass das nicht geht, ist mir auch klar. wenn ich nur einen wunsch frei hätte... naja.

so blöd ich diesen spruch auch immer fand. aber es ist tatsächlich so. zeit heilt alle wunden. wenn auch nicht ganz...

alles liebe! und viele liebe grüße

Blondsschopf

Re: für immer eingeschlafen - wie geht es weiter?

Beitrag von Blondsschopf » 29.01.2012, 16:42

Liebe ALexandra!
Falls du hier doch noch ab und zu liest, grüße ich dich ganz herzlich!
Es macht mich aus der Ferne auch ein bisschen traurig, zu lesen, wie langsam Wunden nur heilen und wie du immer wieder voller Trauer und Schmerz mit dem Geschehen haderst. Ich wünsche dir von Herzen, dass du diese Momente als Gezeiten deines Lebens annehmen kannst, die kommen und gehen, weil sie zu dir gehören. Was du erlebt hast, gehört zu deiner Lebensgeschichte und es wäre doch auch seltsam, wenn du das einfach ablegen könntest (so gerne ich dir dir das auch wünschte). Der Tod meines Bruders ist nun schon über 10 Jahre her und dennoch gibt es immer mal wieder Momente, in denen ich darüber sehr traurig bin, auch weil ich nicht verstehe, warum es so kommen sollte.
Ich glaube, es ist wichtig, dass jeder Mensch zu seinem Leben und dem, was es mit sich gebracht hat, steht und nicht versucht, die dunklen / traurigen Seiten auszulöschen - nur dann kann es ein zufriedenes Leben werden.
So wünsche ich dir nun viele schöne Erlebnisse, die dir helfen, die traurigen zu tragen.
Blondschopf

Weishaupt
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Re: für immer eingeschlafen - wie geht es weiter?

Beitrag von Weishaupt » 21.07.2011, 07:56

Liebe Alexandra

Ich bin selbst von Leukämie betroffen gewesen und leide jetzt so stark unter der GvHD, dass ich bereits versucht habe mir das Leben zu nehmen.

Aus diesem Grund rufe ich Dir zu: Sieh es einmal aus seiner Sicht und sieh es positiv - ER muss nicht mehr leiden! ER muss sich nicht mehr durch Therapien quälen lassen! ER hat endlich Ruhe und Frieden - keine Schmerzen, keine Übelkeit, Kein Erbrechen.....
AML M4 ED 06/06 - Rezediv 08/07 - TX 11/07 - cGvHD 08/08 - Suizidversuch 06/11
(Blog unter http://www.laurig.de - Besucht auch http://www.cGvHD.de)

alexandra1103
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Re: für immer eingeschlafen - wie geht es weiter?

Beitrag von alexandra1103 » 19.07.2011, 10:47

Heute morgen bin ich mal wieder weinend aufgewacht. Ich habe von meinem Freund geträumt. Er war plötzlich wieder da. Alles war wie immer. Wir haben gelacht, hatten eine schöne Zeit zusammen - alles war gut. Unsere Freunde waren da... Alles war schön. Und dann aufeinmal war es geplant, dass er wieder stirbt - mich wieder verlässt... Ich habe ihn angefleht, nicht zu gehen. Ihn gebeten, bei mir zu bleiben... Und er ist trotzdem wieder gestorben. Das hat mich so verletzt... Ich stehe total neben mir - komme aus dem weinen gar nicht mehr raus. Dieser Traum war so real.

Ich frage mich einfach immer und immer wieder, warum er gehen musste und nicht bei mir bleiben konnte. Es macht mich wahnsinnig. Ich wünschte einfach, es gäbe irgendwo auf der Welt jemanden, der dafür sorgen könnte, dass ich ihn treffe - dass wir uns wiedersehen - dass wir miteinander reden können. Ich möchte ihn so gerne sehen. Er fehlt mir so... Und das schlimmste dabei ist, dass ich weiß, dass es nicht geht. Niemand kann ihn mir herbringen, niemand kann dafür sorgen, dass wir uns sehen... Es will aber nicht in meinen Kopf gehen. Immer stehe ich vor den selben Fragen, vor den selben Wünschen... Und immer wieder träume ich, dass er da ist und alles gut ist. Und immer wieder muss er doch plötzlich von uns gehen... Und immer wieder flehe ich ihn an, bei mir zu bleiben... Warum muss ich das immer wieder durchmachen? Warum kann er nicht da bleiben?

Gast

Re: für immer eingeschlafen - wie geht es weiter?

Beitrag von Gast » 14.06.2011, 20:01

hallo blondschopf,
ich habe nun auch schon lange nicht mehr hier reingeschaut...
nein, natürlich würde er es glaube ich nicht wollen, dass ich den rest meines lebens alleine bin. trotzdem... gerade ist mal wieder so eine zeit. ich vermisse ihn... und dann wünsche ich mir wieder, ich könnte die zeit zurückdrehen und das alles wäre nicht passiert... :(
ich wüsste einfach sooo gerne, was er über meine jetzige situation denkt. wie er meine berufliche veränderung findet und überhaupt. in so viele dingen möchte ich so gerne seine meinung hören. das war mir immer wichtig. aber es geht leider nicht. :( es wäre so toll, wenn ich noch ein einziges mal mit ihm reden könnte. so lange ich will. einfach über alles. wie das damals alles gelaufen ist und wie es ihm jetzt geht. warum er sich für diesen weg entschieden hat... ich vermisse die gespräche mit ihm. bald fahre ich wieder in die heimat. und dann werde ich nach einem halben jahr endlich mal wieder zum friedhof gehen... ich hoffe, es zieht mich nicht noch mehr runter...
wie auch immer... ich hoffe einfach so sehr, dass es irgendwann eine sichere methode gibt, krebspatienten zu heilen. es ist einfach nicht fair. weder für die betroffenen, noch für die angehörigen...
euch allen alles liebe! mein respekt gehört all denen, die kämpfen! ehrlich! und auch den angehörigen, die ihre lieben darin unterstützen. niemand weiß, was man durchmacht. seit mir das alles passiert ist, weiß ich erst, wie kurz das leben sein kann. vorher war mir das nie so bewusst.
liebe grüße

blondschopf
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Re:

Beitrag von blondschopf » 04.02.2011, 16:36

Liebe Alexandra,
habe schon lange nicht mehr hier vorbei geschaut. Umso mehr freut mich dein im Grunde doch positiv klingender Post!
Jahrestage, Geburtstage... da kommen die Erinnerungen immer wieder ganz besonders hoch. Er ist und bleibt Teil deines Lebens.
Dass du nach den schlechten Erfahrungen mit seiner Mutter kaum mehr den Friedhof besuchst, ist verständlich, aber irgendwie auch traurig. Mir hilft der Grabbesuch manchmal, zu realisieren, um nur noch selten Gedanken wie "wenn er doch wieder kommt" zu haben.
Eine ganz verwegene Frage: meinst du denn er würde sich wünschen, dass du alleine bleibst, um ihn auf alle Zeit "in Ehren" zu halten? Könnte es evtl. nicht auch sein, dass er sich freut, wenn du deine Lebensjahre ohne ihn glücklich verbringst?
Ich wünsche dir auf jeden Fall alles, alles Gute,
Blondschopf

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Beitrag von alexandra1103 » 14.11.2010, 21:55

da bin ich mal wieder...
heute wäre sein 26. geburtstag gewesen... schon komisch. mitlerweile denke ich zwar immernoch täglich an ihn, aber es ist nicht mehr so, dass ich dann wieder in ein tiefes loch falle - zum glück. dennoch - ich frage mich so oft, was wohl wäre, wenn er noch hier wäre... das kann mir wohl nie jemand beantworten.
mit seiner mutter ist es immernoch komisch. hatte eine eiserne laterne gekauft und aufs grab gestellt - sie gefiel ihr nicht. hatte monate nichts von ihr gehört, dann ruft sie an, um mir zu sagen, dass sie die laterne nicht schön findet. ich solle bitte die laterne runternehmen und eine neue holen. ich habe dagegen protestiert. schwupps - 3 wochen später ruft sie mich an: "deine laterne wurde gestohlen". naaaaaaaaaaatüüüürlich! welch ein zufall - das passt ja gut, wo sie ihr ja eh nicht gefallen hat. für wie blöd hält sie mich? jetzt gehe ich gar nicht mehr zum friedhof. war das letzte mal dort, um die neue laterne hinzustellen. es fiel mir verdammt schwer. es war ein komisches gefühl - wie lange nicht mehr. fühlte mich, als ob ich "nach hause" fahren würde. ich hatte ein kribbeln im bauch - so als ob ich ihn wiedersehen würde.
oft sehe ich in der stadt männer, die ihm so ähnlich sehen. dann stelle ich mir vor, wie es wohl wäre, wenn er wieder hier wäre.
ab und an habe ich "alpträum". er kommt wieder und ich bin in einer beziehung... was soll ich machen? dann wache ich auf, und denke, mein gott, es wäre furchtbar einerseits, wenn er jetzt auf einmal wieder auftauchen würde. es würde alles durcheinander wirbeln.
ab und an falle ich dennoch in ein loch. ich denke an die furchtbaren letzten monate, die er zu leben hatte. ich frage mich immer wieder, wie das wohl sein musste für ihn. dieses jahr sind es 3 jahre. einerseits lang her. andererseits kommt es mir vor, wie gestern. wie er da lag und einfach nicht mehr konnte. seine verzweiflung in den augen, diese kraftlosigkeit. ich hoffe einfach so sehr, dass ich sowas nicht nocheinmal miterleben muss. das stehe ich kein 2. mal durch... dieser "zwischenfall" hat mich mit meinen damals 19 jahren um 10 jahre älter gemacht... ich bin einfach nicht mehr unbeschwert seitdem. war sowieso nie ein unbeschwertes mädchen - aber DAS hat mir den rest gegeben. ich bin jetzt 22. fast 23... ich hätte gerne mal diese sorgen gehabt, wie sie andere mädchen in meinem alter haben.
wie auch immer: herzlichen glückwunsch zum geburtstag! ich vermisse ihn - auch wenn ich in einer neuen beziehung bin - und auch glücklich bin - aber trotzdem ist ER immernoch in meinem herzen!
hoffe, euch geht es allen gut!!!! ich stöbere öfters mal hier durchs forum und denke immer, dass ich froh bin, hierauf gestoßen zu sein, damals. hat mir sehr geholfen.
alles liebe

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Beitrag von annachristine » 30.03.2010, 13:54

Hallo Alexandra,
als ich von Deinem Interesse an dem chaneling gelesen habe mußte ich erst einmal im Netz suchen.
Dazu sage ich auch, daß es nur um Geld geht, welches aus Deiner Tasche gezogen werden soll wenn Du davon Gebrauch machst.
Als vor Weihnachten im letzten Jahr meine Mutti verstorben ist habe ich vom Hozpitz eine Trauerbewältigung angeboten bekommen. Meine Mutti hat es nicht geschafft ins Hozpitz zu kommen, da die Bürokratie dafür sorgte. Aber trotz dem fand ich das Angebot sehr gut. Habe es aber bisher nicht genutzt.
Den Tod meines Bruders 2002 habe ich bis heute nicht richtig verarbeitet, da ich immer mit anderen gesundheitlichen Problemen meiner Angehörigen zu kämpfen habe.
Bei meiner Mutti habe ich mich mit der Palleiativpflege sehr vertraut machen müssen. Alles Wissen mußte ich mir irgend wie aneignen.
Als im letzten Jahr vom Hozpitz entsprechende Kurse angeboten wurden, habe ich mit mir gekämpft ob ich mit meinen Erfahrungen dort hin gehen soll. Ich habe mir einen solchen Kurs für später vorgemerkt. Dann will ich auch anderen Angehörigen zur Seite stehen.

Frag doch einfach mal in einem Hozpitz nach, ob es solche Kurse dort gibt (egal ob für Kinder oder Erwachsene).

Wünsche Dir ganz viel Kraft.
Gruß
Anna-Christine
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Beitrag von alexandra1103 » 30.03.2010, 10:37

hallo ihr beiden,

danke für euren ehrlichen worte. ich muss ehrlich sagen, dass ich mir die selben gedanken gemacht habe. eine bekannte von mir war bei einer wahrsagerin und die hat ihr eben erzählt, dass sie mit ihrem verstorbenen vater in kontakt treten kann, durch dieses channeling. ich habe dann mal gegoogelt. angeblich wurde solche sitzungen sogar auf tonband aufgenommen. mein verstorbener partner war damals während der leukämie bei einem geistheiler und einer reiki-meisterin. dort hat man ihm ordentlich geld abgezockt und die haben ihm versprochen ihn zu heilen - dadurch.. naja, letztendlich hat es gar nichts geholfen und 4 monate leukämie-rückfall haben ihn besiegt. damals hatte ich nichts für diese art von therapie übrig, aber was blieb mir anderes übrig, als ihn zu unterstützen. er wollte nicht nochmal in die klinik und eine neue chemo und eine neue transplantation machen.

wie auch immer. diese reikemeisterin behauptete, dass sie nach seinem tot mit ihm in kontakt getreten ist und er ihr gesagt hat, dass es ihm gut geht. klar, dass kann ja jeder sagen. natürlich wollen angehörige sowas lieber hören, als wie dass es ihm schlecht geht. schwachsinn, meiner meinung nach.

denn WARUM sollte jemand völlig fremdes mit einem verstorbenen in kontakt treten können? normalerweise müsste es doch dann denen möglich sein, die den verstorbenen geliebt haben und vermissen. das wäre doch viel logischer.

eine therapie habe ich bereits ein knappes jahr lang gemacht. erst hat es mich nur noch mehr verletzt, dann hat es mir geholfen und dann dachte ich, ich hätte es überwunden. doch irgendwie überkommen mich immer wieder solche starken tiefs. und dann kann ich es immernoch nicht realisieren (2007 ist er gestorben). es ist einfach so unbegreiflich. das größte problem was ich habe, ist, dass er damals nicht mit mir darüber geredet hat. er hat seinen 23. geburtstag noch erlebt und dann saß ich plötzlich alleine da. ohne je mit ihm über "alles weitere" zu reden. immernoch habe ich die selben fragen im kopf. warum er? warum ich? sehen wir uns nochmal? und dann spinne ich total rum und meine fantasie rennt mit mir durch. ich frage mich, ob mich nur jemand verar.... will und er noch lebt und einfach nicht zu mir darf... es klingt total bescheurt.

die ganze situation belastet mich - und auch meine neue beziehung. ich habe große verlustängste... und immerwieder habe ich alpträume. dass er aufeinmal wieder da ist und alles so sein soll, wie vorher. doch da ist ja mein neuer partner. ich stehe zwischen 2 stühlen.

eine neue therapie möchte ich irgendwie nicht anfangen. ich war zwar letztens bei einer therapeutin. nachdem mich jeder dazu aufgefordert hat, habe ich meinen mut zusammengenommen. und dann hieß es, dass sie keine plätze mehr hat. um einen neuen therapieplatz möchte ich mich gerade nicht kümmern.

mich macht einfach dieser verlust total fertig... jedenfalls fühle ich mich jetzt noch mehr darin bestärkt, dass ich dieses channeling abhaken kann. danke. es geisterte immernoch in meinem kopf rum.. was würde man nicht alles tun, denjenigen noch 1 mal zu sehen. 1 mal nochmal alles sagen und fragen zu können.

manchmal habe ich das gefühl, mir kann dabei niemand helfen. realisiert habe ich es ja schon einerseits. aber wahrhaben will ich es trotzdem nicht... selbst wenn ich am grab bin, ist es für mich eine komische situation. weil ich eben nicht glauben kann, dass ich ihn wohl nicht mehr wieder sehen werde...

naja...

also, lieben dank an euch und viele grüße
[addsig]

unknown

Beitrag von unknown » 30.03.2010, 01:10

Channeling heißt übersetzt "kanalisieren" oder "(in eine bestimmte Richtung) lenken".

In diesem Fall soll Geld aus deiner Tasche in die des Betrügers "gechanneled" werden.

Allen denen, die mit krebskranken Menschen, oder deren Angehörigen Geld verdienen wollen wünsche ich (auf gut Deutsch) die Pest...

Liebe Alexandra,

wenn du den Verlust nicht alleine verarbeiten kannst, dann wende dich an einen ausgebildeten Psychologen, oder eine Selbsthilfegruppe. Bitte laß dich nicht auf solchen Schwindel ein.

Haggi
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Beitrag von Haggi » 29.03.2010, 22:48

ohne dir Illusionen nehmen zu wollen.
Das ist meiner Meinung nach großer Mist, bei dem irgendwer Geld mit deiner Not verdienen will. Du kannst nie wissen ob dir dein Gegenüber was gutes oder nur dein Bestes (dein Geld) will.

Im Moment ist ja überall eine Esoterikwelle im Gang, und gerade wenn man nicht mehr weiter weiß sitzt man gerne solchen Scharlatanen auf.
Das ist alles nur Schwindel und Betrug, sorry für meine harten Worte, aber besser als dein Geld zum Fenster raus zu werfen.

Es gibt sicher gute Mittel um einen Verlust zu verarbeiten, vielleicht eine Psychotherapie, oder Selbsthilfegruppen. Die kosten dich nichts und meinen es ehrlich mit dir.

Jedenfalls solltest du dich nicht irgendwelchen selbternannten Medien anvertrauen.

Liebe Grüße und viel Kraft,


Haggi
[addsig]

alexandra1103
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Beitrag von alexandra1103 » 29.03.2010, 21:09

hallo ihr alle,
lange nichts mehr gehört...
will gar nicht so lange schreiben. wollte nur mal fragen, ob jemand von euch erfahrung mit channeling hat? sprich, diese kontaktaufnahme mit verstorbenen... habe davon gehört. einerseits finde ich es ziemlich unheimlich. aber ich frage mich auch, ob es mir vielleicht helfen würde. es kann natürlich auch alles komplizierter machen. denn um ehrlich zu sein, befürchte ich, dass ich es dann noch weniger verstehen kann, dass ER tot ist...
vielleicht kann mir ja jemand helfen.
wie geht es euch? ich hoffe, es ist alles im lot?!
liebe grüße
alexandra
[addsig]

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