Frage zu Blutwerten

Woran erkenne ich Leukämie? Wie verstehe ich Laborergebnisse und Arztberichte? Was bedeuten meine Werte z.B. zu PCR, FISH, Zytogenetik?

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Ella
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Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Ella » 27.07.2020, 13:15

Danke, Ibby! Ich habe dir auch noch eine PN geschickt, falls du kurz mal Zeit hast!

Ibby
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Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Ibby » 27.07.2020, 13:05

Hallo Ella,
naja, ganz grob gesagt, die Werte, die im großen Blutbild auffallen, sind die Lymphozyten (zu viele) und die Neutrophilen (zu wenige). Bei genaueren Untersuchungen fällt dann auf, dass es zu viele T-LGLs gibt und dass die clonal sind. Dann gibts noch alle möglichen anderen Werte, die aber nur bei Spezialuntersuchungen auftauchen, z.B. der Durchflusszytometrie.
Die gängigen Werte wie Thrombozyten und Hb sind meistens normal.
LG
Ibby

Ella
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Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Ella » 26.07.2020, 08:21

Danke, Thomas. Ich meinte speziell in Bezug auf LGL, habe das falsche Unterforum erwischt 🙈

Thomas55
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Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Thomas55 » 25.07.2020, 16:16

Ella hat geschrieben:
24.07.2020, 18:27
Könnt ihr mir sagen welche Blutwerte interessant sind außer Neutrophile? Danke!
...kommt immer drauf an, was man wissen will. Ohne ausreichend Sauerstoff kann niemand leben, da ist der HB (Hgb) Wert wichtig. Zahlenmäßig am größten sind die kleinenThrombozyten, die benötigt man zum abdichten der Blutgefäße und zwar nicht nur bei einem Unfall, sondern permanent als "Dichtmaterial", sind die zu wenig gibt es zuerst Blutungen an den Schleimhäuten und dann auch in Organe (Gehirn usw.) und Gelenke. Im Blutbild werden die Thrombos heute meist mit dem englischen Kürzel Plt (Platelets) gezeichnet. Das sind die beiden Werte die bei Leukämien eine besondere Rolle spielen, natürlich auch die neutrophilen Granulozyten usw. usf....
Gruß
Thomas

Ella
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Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Ella » 24.07.2020, 18:27

Könnt ihr mir sagen welche Blutwerte interessant sind außer Neutrophile? Danke!

Sib

Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Sib » 22.07.2020, 22:31

Hallo Ella,
Ich kann mich nicht erinnern, dass besonders viel Blut abgenommen wurde. Ich hatte eine Knochenmarkspunktion. Wichtiger ist aber die Durchflusszytometrie.
Dann warten wir mal ab und hoffen das Beste.
LG
Ibby

Ella
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Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Ella » 21.07.2020, 09:48

Hallo Ibby!

Danke dass du nachfragst - es wurde wieder (ziemlich viel) Blut abgenommen und in 3 Wochen bekomme ich das Ergebnis und bin zur Kontrolle bestellt. Blöderweise hab ich mir die Überweisung nicht kopiert und weiß daher gar nicht, was alles bestimmt wird. Wurden dir damals auch so viele Röhrchen (Mind. 5 oder 6) Blut abgenommen?
Alles ist Möglich - aber da meine Werte schon lange so sind wie sie sind, ist es jedenfalls nichts akutes (davon ging ich aber auch aus).

LG Ella

Ibby
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Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Ibby » 20.07.2020, 12:40

Hallo Ella,
hast du schon ein Ergebnis bekommen?

Ibby
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Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Ibby » 04.07.2020, 13:05

Hallo Ella,
also ich finde es nicht verkehrt, dass ich die Diagnose kenne. Das macht mir allerdings auch keine Angst, ich bin kein panischer Mensch.
Gut finde ich, dass ich jetzt weiß: Bei bakteriellen Infektionen muss ich vorsichtig sein. Die Gefahr, eine Sepsis zu bekommen ist wohl nochmal erhöht. Ich bin letztes Jahr mal im Wald gestürzt und hatte eine große Wunde am Knie. Da ging ich dann zum Hausarzt - hätte ich sonst sicher nicht gemacht - und der hat auch gleich ein Antibiotikum verschrieben.
Wenn man gewisse Beschwerden hat - z.B. rheumatische - weiß man auch warum und geht nicht von Pontius zu Pilatus. Autoimmunkrankheiten kommen öfters vor bei T-LGL.
Machs gut und Kopf hoch
Ibby

Ella
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Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Ella » 03.07.2020, 19:18

Thomas55 hat geschrieben:
03.07.2020, 18:04
[quote=Ella post_id=40292 time=<a href="tel:1593772472">1593772472</a> user_id=4507]
Darf ich fragen wie ihr hier alle zu euren Diagnosen gekommen seid? Und hättet ihr lieber nichts gewusst solange es keine Symptome gab?
Ich hatte 1979/80 beim Hausarzt-Ultraschall eine vergrößerte Milz. Mein Blutbild war bei zwei Kontrollen völlig in Ordnung und so wurde die Sache beiseite gelegt. Die Diagnose kam dann ers 1996, dann allerdings eine chronisch lymphatische Leukämie im höchsten Stadium. Ich bin sehr dankbar, dass die Diagnose so viel später kam : mein Leben wäre ganz anders verlaufen, vermutlich keine 4 Kinder, 4 Enkel, Häuschen usw. und medizinisch hat auch heute noch eine frühe Diagnose keinerlei Vorteile. Bei anderen Krebsarten ist eine frühe Diagnose natürlich meist hilfreich.

Gruß
Thomas
[/quote]

Danke auch dir für deine Schilderungen! Ich kann mir auch gut vorstellen, dass dein Leben anders verlaufen wäre bei früherer Diagnose! Unvorstellbar! Hoffe dir geht es trotzdem jetzt gut? Ich kenne mich mit den verschiedenen Leukämie-Arten (noch) nicht aus.
Wenn ich so darüber nachdenke würde ich lieber auch keinen Zufallsbefund recht früh bekommen - andererseits ist der Stein schon ins Rollen gekommen und selbst wenn ich den Arzttermin nicht wahrnehmen würde - im Hinterkopf würde ich es wohl behalten.
Gedanken mache ich mir vor allem weil meine Kinder doch noch recht jung sind - und der Arzt letztes Jahr eben meinte dass ich mit Anfang 40 doch noch etwas jung dafür wäre. Ich war damals aber so in Schockstarre, dass ich gar nicht groß nachgefragt habe.

Thomas55
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Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Thomas55 » 03.07.2020, 18:04

Ella hat geschrieben:
03.07.2020, 12:34
Darf ich fragen wie ihr hier alle zu euren Diagnosen gekommen seid? Und hättet ihr lieber nichts gewusst solange es keine Symptome gab?
Ich hatte 1979/80 beim Hausarzt-Ultraschall eine vergrößerte Milz. Mein Blutbild war bei zwei Kontrollen völlig in Ordnung und so wurde die Sache beiseite gelegt. Die Diagnose kam dann ers 1996, dann allerdings eine chronisch lymphatische Leukämie im höchsten Stadium. Ich bin sehr dankbar, dass die Diagnose so viel später kam : mein Leben wäre ganz anders verlaufen, vermutlich keine 4 Kinder, 4 Enkel, Häuschen usw. und medizinisch hat auch heute noch eine frühe Diagnose keinerlei Vorteile. Bei anderen Krebsarten ist eine frühe Diagnose natürlich meist hilfreich.

Gruß
Thomas

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Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Ella » 03.07.2020, 14:56

Ibby hat geschrieben:
03.07.2020, 13:17
Hallo Ella,
ich hatte vor der Diagnose etwa ein Jahr lang rheumatische Beschwerden, vor allem in Knie und Hüfte (jetzt übrigens nicht mehr). Aus diesen und anderen Gründen wurden ein paar mal große Blutbilder gemacht. Ich lasse mir immer Kopien geben und als ich die mal ansah, fiel mir auf, dass die neutrophilen sich immer mehr nach unten bewegten. Ich ging zum Hausarzt, zeigte ihm das und der sagte sofort: Das ich nicht in Ordnung! und schickte mich zum Hämatologen. Der wiederum meinte, das sei eben bei mir so. Ich hatte vor 10 Jahren Brustkrebs und Chemo und da waren die Blutwerte auch so ähnlich. Erst ein Jahr später machte er dann eine Knochenmarkspunktion und ein Speziallabor hat das dann diagnostiziert.
Jetzt habe ich, wie gesagt, keine Beschwerden. Kritisch werden die Blutwerte, wenn die Neutrophilen unter 500 sinken. War bei mir auch schon der Fall, aber ohne Auswirkungen. Auch ich werde selten krank. Eine Abwehrschwäche gegen Viren gibt es da auch nicht. Die Neutrophilen bekämpfen Bakterien, Pilze, Parasiten. Im Jahr 2017 hatte ich viele Entzündungen: Nagelbettentzündung, Lungenentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Blinddarmentzündung.
Wenn du mehr darüber wissen möchtest: In unsererm Forum gibt es einen thread "Wissenschaftliche Arbeiten". Da sind sehr viele links.
Machs gut und nimm deinen Termin wahr
Ibby
Danke Ibby für deine Schilderung!
Vor vielen Jahren hatte ich auch rheumatische Beschwerden, schlussendlich wurde Morbus Bechterew diagnostiziert, wobei ich nicht glaube dass es so ist. Ich habe schon lange keine diesbezüglichen Beschwerden mehr. Manchmal zwickt es zwar irgendwo, aber vergleichbar mir damals ist es schon lange nicht.

Ich werde den Termin eh nicht absagen wobei mir schon ziemlich mulmig ist, wenn ich ehrlich bin. Ich melde mich wenn ich ein Ergebnis habe - bzw schon vorher wenn mir wieder Fragen einfallen.

Bei den Links über die wissenschaftlichen Arbeiten klicke ich mich mal durch, danke!

Ibby
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Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Ibby » 03.07.2020, 13:17

Hallo Ella,
ich hatte vor der Diagnose etwa ein Jahr lang rheumatische Beschwerden, vor allem in Knie und Hüfte (jetzt übrigens nicht mehr). Aus diesen und anderen Gründen wurden ein paar mal große Blutbilder gemacht. Ich lasse mir immer Kopien geben und als ich die mal ansah, fiel mir auf, dass die neutrophilen sich immer mehr nach unten bewegten. Ich ging zum Hausarzt, zeigte ihm das und der sagte sofort: Das ich nicht in Ordnung! und schickte mich zum Hämatologen. Der wiederum meinte, das sei eben bei mir so. Ich hatte vor 10 Jahren Brustkrebs und Chemo und da waren die Blutwerte auch so ähnlich. Erst ein Jahr später machte er dann eine Knochenmarkspunktion und ein Speziallabor hat das dann diagnostiziert.
Jetzt habe ich, wie gesagt, keine Beschwerden. Kritisch werden die Blutwerte, wenn die Neutrophilen unter 500 sinken. War bei mir auch schon der Fall, aber ohne Auswirkungen. Auch ich werde selten krank. Eine Abwehrschwäche gegen Viren gibt es da auch nicht. Die Neutrophilen bekämpfen Bakterien, Pilze, Parasiten. Im Jahr 2017 hatte ich viele Entzündungen: Nagelbettentzündung, Lungenentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Blinddarmentzündung.
Wenn du mehr darüber wissen möchtest: In unsererm Forum gibt es einen thread "Wissenschaftliche Arbeiten". Da sind sehr viele links.
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Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Ella » 03.07.2020, 12:34

Ja, es geht mir ja wirklich gut - nur im Moment dreht sich das Gedankenkarussell in meinem Kopf ziemlich schnell. Ich habe sogar schon überlegt ob ich den Termin in 2 Wochen absagen soll - irgendwie will ich es ja gar nicht wissen weil sonst mach ich mich selber fertig. Andererseits die Unwissenheit würde mich bestimmt auch immer wieder einholen.

Darf ich fragen wie ihr hier alle zu euren Diagnosen gekommen seid? Und hättet ihr lieber nichts gewusst solange es keine Symptome gab?

Habe noch einmal nachgesehen - mir liegen Blutbefunde seit 2006 vor und die Neutrophile rel. waren eigentlich fast immer zu niedrig (ein Blutbefund aus 2007 und einer aus 2010 waren bei den Neutrophilen ok). Die Neutrophile abs. waren ca gleich oft ok wie nicht ok.
Die Leukozyten waren immer ok bis auf beim aktuellen Befund (da mit 3.7 G/l zu niedrig).
Die Lymphozyten rel. waren meistens zu hoch - die absoluten immer innerhalb des Referenzbereichs.

Wenn es bei mir schon so lange nicht optimal ist, kann es dann auch sein dass es „einfach so ist“ ohne dass eine Krankheit dahinter steht?
Ich weiß, in 2,5 Wochen bin ich beim Arzt - aber 2 Wochen sind lange.

Danke nochmal!

Thomas55
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Re: Frage zu Blutwerten

Beitrag von Thomas55 » 03.07.2020, 07:54

Ella hat geschrieben:
02.07.2020, 23:43


Ich bin eigentlich kaum krank.

Ich habe mir mal den Befund des Internisten von letzten Jahr hinaus gesucht, da steht „Granulopenie in Abklärung“ - ist das wegen den geringeren Neutrophilen?
....ja, es handelt sich um die neutrophilen Granulozyten, neben den Lymphozyten zahlenmäßig die meisten Zellen der Leukozyten. Mein alter leider verstorbener Professor, sagte immer : er behandelt keine Laborwerte, sondern Krankheiten. Wenn Du schreibst, dass Du trotz der wenigen Neutros keine Probleme mit Infekten hast, bist Du ja eigentlich gesund :D . Ein Beispiel von mir : bei mir kann man im Rahmen meiner Erkrankung kein IgA mehr feststellen. Ein Immunglobulin das in der Abwehr eine bestimmte Rolle spielt. Nun bin ich zuerst mal etwas erschrocken, bis ich erfahren habe, dass es Menschen gibt, die ab Geburt kein IgA haben und viele davon dadurch nie irgendwelche Probleme haben...(leider fehlt bei mir auch IgG usw.) Lass Dich nicht durch irgendwelche Laborwerte verückt machen, wenn es Dir doch wohl gut geht - ich weiß, das ist leichter gesagt, wenn man einmal in der "Diagnosemühle" kann man das schwer verdrängen....

Gruß
Thomas

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