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Aktuelle CML-Therapien haben das Überleben und die Lebensqualität bei der Mehrheit der CML-Patienten stark verbessert. Aus diesem Grund ist Schwangerschaft und Familienplanung für einige ein wichtiges Thema geworden. Eine russische Expertengruppe hat nun die Daten von 32 CML-Patienten unter Imatinib, Dasatinib und Nilotinib veröffentlicht, die im russischen CML-Register registriert und im Hämatologischen Forschungszentrum in Moskau behandelt wurden. Die Daten werden nächste Woche auf der Hämatologentagung EHA vorgestellt.


Die Erfahrungen von 32 Patienten unter Imatinib, 2 Patienten unter Nilotinib und 1 Patientin unter Dasatinib sind in folgender Tabelle dargestellt.

Ausgang Imatinib
CML-Mann
Imatinib
CML-Frau
Nilotinib
CML-Mann
Nilotinib
CML-Frau
Dasatinib
CML-Frau
Geburt zum geplanten
Zeitpunkt, gesundes Baby
12 9 1
Frühgeburt 1 (Tod) 1 (Hyper
bilirubi
nämie)
Noch andauernde
Schwangerschaft
1 3 1
Spontanabbruch 1
Gewollter Abbruch 5 1
Gesamtfallzahl 13 19 1 1 2

 

13 männliche CML-Patienten unter Imatinib waren alle in chronischer Phase, die Dosis zwischen 400mg und 600mg und es gab zum Zeitpunkt der Empfängnis der Partnerin keine Therapieunterbrechungen. Von 17 CML-Patientinnen waren 15 in chronischer Phase, 2 in akzelerierter Phase bei Diagnosestellung. Zwei von diesen 17 Patientinnen hatten jeweils 2 Schwangerschaften: Sie trieben zu Beginn der Imatinib-Therapie ab und brachten dann in einer geplanten zweiten Schwangerschaft in kompletter molekularer Remission jeweils gesunde Babies zur Welt. Die Imatinib-Dosis lag zwischen 400mg und 600mg. Eine Patientin unterbrach die CML-Therapie, als die Schwangerschaft festgestellt wurde.

Die übliche Vorgehensweise war hier, Imatinib nach Feststellung der Schwangerschaft zu unterbrechen. Die Frauen, die zu dem Zeitpunkt in kompletter molekularer Remission waren, wurden mit PCR auf minimale Resterkrankung überwacht und benötigten keinerlei Therapie. Im Falle eines zytogenetischen oder hämatologen Rückfalls wurde unterstützende Therapie (Interferon Alpha, Hydroxyurea, eine Frau verweigerte die Therapie) angewendet. Eine Patientin fuhr mit Imatinib während der ganzen Schwangerschaft fort.

Nach der Schwangerschaft nahmen alle Patientinnen die Imatinib-Therapie wieder auf, 2 allerdings mit einer Verzögerung von 1 und 3 Monaten, um stillen zu können.

Außerdem gab es vier Schwangerschaften unter Dasatinib und Nilotinib, die diese nach Imatinib-Versagen erhielten. Eine Partnerin eines CML-Patienten unter Nilotinib endete mit Frügeburt (das Kind litt unter schwerer Hyperbilirubinämie). 1 Schwangerschaft war zum Zeitpunkt des Berichts in der 22. Schwangerschaftswoche und wurde unter Imatinib + Hydroxyurea diagnostiziert und wurde in der 10. Woche auf Nilotinib umgestellt. Zwei Schwangerschaften erfolgen unter Dasatinib-Therapie - bei einer wurde die Schwangerschaft abgebrochen, bei der zweiten wurde Dasatinib in der 6. Woche abgebochen und die Patientin ab dem 2. Trimester mit Hydroxyurea behandelt - das Kind kam zum geplanten Zeitpunkt gesund zur Welt.

Die Autoren schließen, dass in den meisten Fällen die Schwangerschaften bei männlichen Partnern mit CML positiv ausgingen. Für Frauen unter Imatinib war der Krankheitsstatus zum Zeitpunkt der Empfängnis sehr signifikant. Das geringste Risiko einer gesunden Schwangerschaftsverlaufs wurde für Patientinnen in kompletter molekularer Remission beobachtet. Die Daten zu Schwangerschaften unter Nilotinib und Dasatinib sind sehr begrenzt, und die aktuelle Empfehlung sollte sein, Schwangerschaften zu vermeiden. Eine sorgfältige Untersuchung aller Fälle sei erforderlich, um weitere Empfehlungen zu entwickeln.

Quelle: Pregnancy Outcomes In Patients With Chronic Myeloid Leukemia Receiving Tyrosine Kinase Inhibitors, Chelysheva, Ekaterina, Hematology Research Center, Moscow, Russian Federation. EHA-Abstract. Übersetzung durch Jan, ohne Gewähr

 

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